Folgen der Corona-Pandemie Wirtschaftsministerium erwartet deutlich mehr Insolvenzen

Für das Jahr 2021 rechnet das Bundeswirtschaftsministerium mit Unternehmensinsolvenzen im mindestens vierstelligen Bereich. Denn seit Januar müssen sich insolvente Unternehmen wieder als zahlungsunfähig melden.

Zusammengeklappte Stühle eines geschlossenen Freisitzes
Seit 2021 gilt wieder die Insolvenzantragspflicht. Damit steigen auch die Fallzahlen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Bundeswirtschaftsministerium hat seine Prognose für die zu erwarteten Unternehmensinsolvenzen geändert. "Für das Jahr 2021 ist aktuell mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzzahlen im vierstelligen, gegebenenfalls niedrigen fünfstelligen Bereich zu rechnen", steht in einer aktuellen Mitteilung des Ministeriums, die dem Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie zugegangen ist – und auch dem MDR vorliegt. Mitte Dezember hatte allerdings ein Sprecher des Ministeriums noch betont, dass es für besonders betroffene Branchen Überbrückungshilfen gebe, daher würde die Zahl der Insolvenzen nicht übermäßig steigen.

01/2020 bis 09/2020 noch weniger Insolvenzen als im Vorjahreszeitraum

Dem aktuellen Bericht zufolge liegen derzeit belastbare Statistiken zu eröffneten Unternehmensinsolvenzen bis zum September des vergangenen Jahres vor. "Von Januar bis September 2020 gab es 12.491 Unternehmensinsolvenzen; 13,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum", teilt das Ministerium in dem Bericht mit. Auf Grundlage von Zahlen über Insolvenzbekanntmachungen sei für die Monate Oktober und November kein Anstieg der Insolvenzzahlen zu erwarten, heißt es weiter.

Die Insolvenzantragspflicht war im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie für einige Monate ausgesetzt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 28. Dezember 2020 | 19:30 Uhr

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