Sommerurlaub 2021 Ostsee, Nordsee oder Alpen – Wo sind noch Unterkünfte frei?

Deutschland bleibt hierzulande das Reiseziel Nummer eins. Auch im Sommer-Urlaub 2021 sind Ferienhaus und Ferienwohnung besonders gefragt. Wir geben Tipps, wo man im Sommer noch freie Unterkünfte mieten kann.

Eine Familie am Strand
Deutschland in Urlaubslaune - Die Buchungen für den Sommer ziehen bei Reisebüros und -veranstaltern wieder deutlich an. Bildrechte: Colourbox.de

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch das Urlaubsfieber der Deutschen. Nach der dritten Corona-Welle planen die meisten, ihren Urlaub in Deutschland zu verbringen. Über die Hälfte sind es laut einer aktuellen Umfrage des MDR-Meinungsbarometers mdrFRAGT. Besonders beliebt bleiben Ferienhäuser und Ferienwohnungen. Doch wer kurzfristig etwas für den Sommer mieten will, sollte sich beeilen, heißt es in der Branche, denn die Top-Destinationen sind schon sehr gut gebucht.

Reise-Buchungen ziehen deutlich an

Die langersehnte Trendwende auf dem Reisemarkt nimmt Fahrt auf. Mit den Lockerungen seit Ende Mai steigt die Nachfrage. Vor allem die kurzfristigen Buchungen für die Sommerferien nehmen deutlich zu, heißt es beim Deutschen Reiseverband DRV. "Unsere Veranstalter und Reisebüros sagen unisono, dass die Menschen jetzt den Sommer buchen", skizziert DRV-Pressesprecherin Kerstin Heinen die aktuelle Stimmung auf dem Reisemarkt. "In den vergangenen Monaten hatten sich die Buchungen vor allem auf den späteren Sommer und den Herbst oder das nächste Jahr bezogen.“

Familie bei Sonnenuntergang am Strand
Lichtblick für den Reisemarkt – Die Aussichten für den Sommerurlaub stimmen optimistisch. Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Spanien, Österreich oder Italien – Was sind die beliebtesten Auslands-Reiseziele im Sommer?

Immer mehr Reisende wollen ihren Urlaub auch wieder im Ausland verbringen. Gefragt sind laut Deutschem Reiseverband angrenzende Länder wie Österreich und Schweiz. Auch beliebt: Italien oder Flugpauschalreisen zu den klassischen Urlaubszielen. "Bei den aktuell eingegangenen Buchungen für den Sommer 2021 befindet sich die Türkei hinter Griechenland und Spanien auf Platz 3“, resümiert DRV-Pressesprecherin Kerstin Heinen.

Fernreisen sind wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich. Deshalb liegt ihr Anteil laut DRV unter 15 Prozent – darunter die Dominikanische Republik und die Malediven.

Der Anteil der Fernreisen liegt bei unter 15 Prozent.

Kerstin Heinen, Pressesprecherin Deutscher Reiseverband

Belize an der Ostküste Mitelamerikas.
Das Abflauen der dritten Coronawelle lässt die Reiselust der Deutschen aufleben, doch bei Fernreisen sind viele noch vorsichtig. Bildrechte: imago/Aurora Photos

Interessant auch, dass 70 Prozent der Reisebuchungen Flugpauschalreisen sind. "Die Deutschen setzen also auf die Absicherung der Pauschalreise von Reiseveranstaltern", heißt es beim DRV.

Beliebteste Top-Regionen für den Sommerurlaub in Deutschland

"Die Deutschen wollen wieder Urlaub machen, vor allem im eigenen Land." Laut Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes DTV, sind die klassischen Hotspots an der Küste oder in den Bergen besonders gefragt. "Sie werden wie auch in den letzten Jahren sehr gut ausgelastet sein. Von daher heißt es, flexibel zu sein.“ Sein Tipp: Auch Urlaubsregionen im Binnenland ins Auge fassen – an den Seen, in den Mittelgebirgen und an Rad- oder Wanderrouten.

Besonders gefragt sind die klassischen Hotspots an der Küste oder in den Bergen.

Norbert Kunz, Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband DTV

Deutschland-Karte zur Verfügbarkeit von Unterkünften

Urlaubsunterkünfte in Deutschland, Verfügbarkeit Juni 2021
Bildrechte: DS Destination Solutions GmbH

Die so genannte Heatmap zeigt den Buchungsstand in deutschen Urlaubsregionen. Je heller das Blau auf der Karte, desto mehr Auswahl an Ferienwohnungen und - häusern gibt es.

Seebrücke Sellin auf Rügen
Ruhe vor dem Ansturm - Die Strände an der Ostsee gehören im Sommer 2021 zu den beliebtesten Reisezielen. Bildrechte: imago/Photocase

Tipp: In welchen Urlaubsregionen sind noch viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen frei?

Das Unternehmen DS Destination Solutions hat die Buchungen für die nächsten Monate analysiert. Schaut man auf Deutschland als Ganzes sind im Juli und August noch etwas mehr als die Hälfte der Unterkünfte verfügbar. In den Monaten darauf sogar noch weit über 60 Prozent. Doch die regionalen Unterschiede sind beträchtlich. Besonders beliebt - die Inseln an Ostsee und Nordsee. Dort sind im Hochsommer nur noch rund 20 Prozent der Ferienhäuser und -wohnungen zu vermieten, dicht gefolgt von den Festland-Küsten mit knapp 30 Prozent freien Kapazitäten und dem Alpenvorland und der Mecklenburgischen Seeplatte mit etwas über 30 Prozent.

Deutlich mehr Auswahl gibt es im Herzen Deutschlands. In der Röhn zum Beispiel sind noch 80 Prozent der Plätze frei. Aber auch im Harz und im Erzgebirge kann man mit 70 Prozent noch relativ gut auswählen.

Die Thüringer Röhn konnte schon im vergangenen Jahr profitieren. Laut Thüringer Tourismus GmbH verzeichnete man Hochsommer 2020 ein Plus von 11,1% an Gästen im Vergleich zum Sommer 2019.

Eine fünfköpfige Familie macht einen Fahrradausflug
Tipp: Entlang der Radwanderwege in der Mitte Deutschlands gibt es oft noch freie Unterkünfte, wenn Nord- und Ostseeinseln schon sehr gut gebucht sind. Bildrechte: MDR/Colourbox.de

"Wer Ruhe und Auswahl sucht, sollte auch die Regionen abseits der Dauerbrenner in Betracht ziehen“, empfiehlt Gunilla Krebs, Mitglied der Geschäftsleitung bei Destination Solutions. "In Gebieten wie Rhön, Sächsische Schweiz oder Harz lassen sich überaus erholsame Ferien zu sehr attraktiven Preisen verbringen.“

Die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen verlässt bei ruhigem, spätsommerlichem Wetter das Gipfelplateau und fährt Richtung Tal, während Wanderer einen alte Patrouillenweg hoch gehen.
Im Harz gibt es noch relativ viele freie Unterkünfte für alle, die zu Fuß oder mit der Schmalspurbahn auf den Brocken wollen. Bildrechte: dpa

Hohe Nachfrage nach Ferienwohnungen und Ferienhäusern

Kontaktarmer Urlaub bleibt für viele Reisende trotz sinkender Inzidenzen wichtig. Deshalb erfreuen sich Unterkünfte wie Ferienwohnungen und -häuser, Wohnmobile oder der Urlaub auf dem Campingplatz auch in diesem Jahr besonderer Beliebtheit, so die Einschätzung des Deutschen Tourismusverbandes.

Der aktuelle Boom liegt auch daran, dass sich Gäste in den eigenen vier Wänden leicht selbst versorgen können, heißt es beim Deutschen Ferienhausverband. "Das Risiko, sich bei einem Aufenthalt in einem Ferienhaus anzustecken, bleibt auf einem niedrigen Niveau. Hygieneregeln lassen sich leicht einhalten und es gibt keine zwangsläufigen Kontaktpunkte.“

Ferienwohnung
Schon vor Corona im Trend - Das Statistische Bundesamt meldet einen neuen Rekord von einer halben Million Betten in Ferienhäusern und -wohnungen. Bildrechte: colourbox

Derzeit würden deutlich mehr Ferienhäuser und Wohnungen gebucht als Hotels, Pensionen oder Gästezimmer, stellt die Thüringer Tourismus GmbH fest. Aktuell seien es etwa doppelt so viele.

Einen ähnlichen Trend verzeichnet auch der Landestourismusverband Sachsen e.V. "Konkret werden vor allem autarke Übernachtungsangebote (Ferienwohnung, Ferienhäuser, Camping), Outdoor- und Aktivtourismusangebote (Wandern, Radfahren) nachgefragt", beschreibt die stellvertretende Direktorin Andrea Kis.

Vor allem Ferienunterkünfte mit mehr als zwei Schlafzimmern für größere Familien seien schnell ausgebucht, konstatiert der Deutsche Ferienhausverband. "Die Nachfrage war so groß, dass die Ferienhäuser und Ferienwohnungen in den Hotspots schnell vergriffen waren", erklärt Geschäftsstellenleiterin Michelle Schwefel. "Hinzu kommt, dass Umbuchungen und Gutscheine aus dem letzten Jahr endlich realisiert werden können." Das habe das Angebot zusätzlich verknappt.

Die Nachfrage war so groß, dass die Ferienhäuser und Ferienwohnungen in den Hotspots schnell vergriffen waren.

Michelle Schwefel, Deutscher Ferienhausverband

Prognose für 2021 - Die Aufholjagd hat begonnen

Die Reisebranche atmet auf angesichts der steigenden Buchungszahlen. Aber können die Verluste durch den Lockdown zu Beginn des Reisejahres im Sommer noch aufgeholt werden?

2020 mussten alle Urlaubsregionen in Deutschland Verluste hinnehmen. Allen voran die Großstädte, wie Berlin, die 64 Prozent Übernachtungen weniger hatten als 2019. Ein herber Einbruch nach zehn Jahren kontinuierlichen Wachstums.

Im Vergleich die geringsten Verluste registrierte das Statistische Bundesamt in ostdeutschen Regionen: im Lausitzer Seenland, der Mecklenburgischen Seenplatte und der sächsischen Schweiz.

Ein Mann steht auf einem Berggipfel
Gute Aussichten für den Sommerurlaub 2021 - Ausblick auf Herbst- und Winter-Saison bleibt noch getrübt. Bildrechte: Colourbox.de

Was bringt 2021? Die Branche rechnet mit einem guten Sommer.  "Ob das Vorjahresniveau für Buchungen- und Reiseaufkommen in diesem Sommer erreicht werden kann, ist aber fraglich, da der Buchungsstart durch den coronabedingten, touristischen Shutdown im Frühjahr nahezu komplett ausgefallen ist und nun erst langsam wieder anläuft“, prognostiziert Mandy Neumann von der Tourismus GmbH Thüringen.

Auch beim Deutschen Ferienhausverband hält man die Situation für aktuell noch für sehr fragil. "Wir wissen nicht, wie sich die pandemische Lage entwickelt, wie der Impfstoff auf eventuelle Virusmutationen reagiert, ob es nochmal eine vierte Welle gibt", gibt Geschäftsstellenleiterin Michelle Schwefel zu bedenken. Es gäbe viele Unbekannte, die eine Prognose sehr schwer machten. "Daher sollten wir uns aufs Hier und Jetzt fokussieren und uns darüber freuen, dass Reisen wieder möglich sind“, so Schwefel.

Die Situation ist aktuell noch sehr fragil. Daher sollten wir uns aufs Hier und Jetzt fokussieren und uns darüber freuen, dass Reisen wieder möglich sind.

Michelle Schwefel, Deutscher Ferienhausverband

Quelle: MDR UMSCHAU

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 22. Juni 2021 | 20:15 Uhr

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