Vonovia und Deutsche Wohnen Größter Übernahmeplan auf deutschem Wohnungsmarkt gescheitert

Allein in Mitteldeutschland kämen bei der Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen mehr als 60.000 Wohnungen unter ein Dach, bundesweit wären es bis zu 510.000. Dazu kommt es erst einmal nicht, trotz der Genehmigung vom Bundeskartellamt ist die Übernahme von Deutsche Wohnen durch Vonovia erst einmal gescheitert – und zwar an den Deutsche-Wohnen-Aktionären. Während der Deutsche Mieterbund erleichtert durchatmet, kündigt Vonovia im Prinzip einen weiteren Übernahmeversuch an.

Wohnhäuser im Dresdner Stadtteil Prohlis
Wohnblock der Vonovia in Dresden: Vor allem Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen. Bildrechte: dpa

Der Deutsche Mieterbund hat das Scheitern des jüngsten Übernahmeversuchs von Vonovia und Deutsche Wohnen begrüßt. Verbandspräsident Lukas Siebenkotten sagte am Montag, eine Fusion hätte den Mieterinnen und Mietern überhaupt nicht geholfen. Der Mieterbund sei deshalb froh über den gescheiterten Zusammenschluss: "Wir sehen keine Vorteile darin, wenn wir immer größere Wohnungskonzerne bekommen." Vonovia, selbst mit gut 18 Prozent größter Anteilseigner von Deutsche Wohnen, hatte am Vormittag das Scheitern der Übernahme offiziell bestätigt. Zum Ablauf der Annahmefrist sei die Mindestannahmeschwelle von mehr als 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien nicht erreicht worden.

Neuer Anlauf möglich

Schon am Freitag hatten beide Unternehmen darüber informiert, dass die Übernahme voraussichtlich nicht erfolgreich verlaufen wird. Sie hatten sich Ende Mai auf eine Übernahme geeinigt. Ende Juni hatte das Bundeskartellamt den Weg frei für den inzwischen dritte Anlauf eines Zusammenschlusses frei gemacht – Vonovia-Chef Rolf Buch führte das Scheitern der aktuellen Pläne auf Hedgefonds zurück. Im "Handelsblatt" sagte Buch, etwa 30 Prozent der Aktien der Deutsche Wohnen seien im Besitz von Investoren. Diese hätten auf ein besseres Angebot spekuliert und sich offenbar verrechnet. Er schloss auch einen vierten Anlauf nicht aus. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet dann auch unter Berufung auf Insider, dass bald mit einem weiteren Anlauf zu rechnen sei. Beide Vorstandschefs befürtwortete weiterhin eine Fusion und suchten eine Lösung. Diese könnte, so ein weiterer Insider, binnen weniger Wochen stehen.

Vonovia hatte den Aktionären seines Berliner Konkurrenten 52 Euro je Aktie geboten. Bei der 18,7 Milliarden Euro schweren geplanten Übernahme wäre ein Branchenriese mit rund 510.000 Wohnungen entstanden, rund 61.600 Wohnungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Quelle: dpa, afp, reuters, mdr

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juli 2021 | 14:00 Uhr

4 Kommentare

part vor 7 Wochen

Die Aktionäre von DW, leider wird uns hier nicht näher erläutert, aus welchen Konsortien und Einzelpersonen sich diese Anteileigner zusammen setzen. Vonovia ist dafür bekannt, die Mieterhöhungen über die Nebenkosten zu generieren oder etwas zurückhaltender zu sein bei der Erhöhung der Dividende. Bei DW hören sich die Berichte schon etwas anders an und eigentlich passen die beiden Unternehmen nicht so richtig zueinander. Über die Hintergesellschaften und Investmentgesellschaften könnte man vielleicht herausbekommen, was der eigentliche Grund gewesen sein könnte. Vom Bundeskartellamt bin ich weiterhin enttäuscht, denn dessen Aufgabe besteht darin Kartelle zu verhindern und nicht zu erlauben.

AlexLeipzig vor 7 Wochen

Welch ein schöner Tag für alle Mieter*innen in Deutschland, was das Kartellamt nicht vermochte, haben nun glücklicherweise die Aktionäre selbst erledigt!

AlexLeipzig vor 7 Wochen

Ich glaube, Sie haben meinen Kommentar missverstanden, Blumenfreund...

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