Chronik Das war der Mai 2021

Die Corona-Fallzahlen sinken, beinahe deutschlandweit kann die Notbremse aufgehoben werden und Infektionsschutzmaßnahmen werden schrittweise gelockert. Neuer Streitpunkt ist die geplante Impfung von Kindern und Jugendlichen. Unruhen in Jerusalem eskalieren zu einem Raketenkrieg zwischen der palästinensischen Hamas und Israel. Belarus zwingt eine Ryanair-Maschine zur Landung in Minsk und inhaftiert einen regimekritischen Blogger.

Menschen sitzen in der Außengastronomie von Restaurants und Cafes auf dem Neumarkt in Dresden
Lockdown und Corona-Notbremse zeigen Wirkung: Die Infektionszahlen sinken und deutschlandweit können im Mai die Schutzmaßnahmen gelockert werden. So ist Außengastronomie vielerorts wieder erlaubt, wie hier in Dresden. Bildrechte: dpa

Ereignisse in Mitteldeutschland

  • Deutschlandweit und mit Verzug auch in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sinken die Corona-Infektionszahlen. Schulen und Kitas öffnen wieder. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt in vielen Städten und Landkreisen unter die Marke 100, die Notbremse wird außer Kraft gesetzt: Nächtliche Ausgangssperren entfallen, Außengastronomie und erste Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen mit Besuchern sind wieder möglich. Beim Selbsttest muss Sachsen nachbessern, der Schnelltest daheim genügt nicht mehr. Thüringen startet ein Modellprojekt zum digitalen Impfnachweis.
  • Der Thüringer Verfassungsschutz stuft die AfD als extremistisch ein und beobachtet sie offiziell. Die Polizei durchsucht das Wohnhaus von AfD-Landeschef Björn Höcke.
  • Dynamo Dresden schafft den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga, dabei kommt es zu Ausschreitungen von Hooligans.
  • Gegen einen Freizeitpark in Memleben in Sachsen-Anhalt werden Rassismusvorwürfe erhoben.
  • Vier CDU-Abgeordnete im Thüringer Landtag haben angekündigt, gegen eine Neuwahl im September zu stimmen. Ohne ihre Stimmen reicht es nicht für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zur Selbstauflösung des Parlaments, dafür will eine FDP-Abgeordnete mitziehen.
  • Die Handballer des SC Magdeburg triumphieren in der European League, dem Nachfolger des EHF-Pokals. Im Finale bezwingen sie die Füchse Berlin mit 28:25 (15:8).

Ereignisse in Deutschland und der Welt

  • Auf Druck aus Karlsruhe verschärft die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz. Deutschland soll jetzt schon 2045 und damit fünf Jahre eher klimaneutral werden. Außerdem gibt es strengere Ziele zur CO2-Reduzierung.
  • Bundesfamilienministerin Franziska Giffey tritt zurück wegen anhaltender Diskussionen um ihren Doktortitel.
  • Die italienische Rockband Måneskin gewinnt den Eurovision Song Contest in Rotterdam. Deutschlands Teilnehmer Jendrik wird Vorletzter.
  • Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen die Leipziger Studentin Lina E. sowie drei weitere Beschuldigte wegen linksextremistischer Anschläge.
  • Deutschland erkennt seine Kolonialverbrechen in Namibia als Völkermord an und verpflichtet sich zur Zahlung von 1,1 Milliarden Euro Aufbauhilfe.
  • Der Bundesfinanzhof fällt ein wegweisendes Urteil für viele aktuelle und zukünftige Rentnerinnen und Rentner: Die Richter stellen klar, dass Renten nicht doppelt besteuert werden dürfen.

  • Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern eskalieren zu einem mehrtägigen Raketenkrieg, bis am 21. Mai dann ein Waffenstillstand vereinbart wird. In Deutschland gibt es Unterstützer-Demos für beide Seiten, Anschläge auf israelische Einrichtungen und eine Debatte um Antisemitismus.
  • Ein Cyberangriff legt das größte Benzin-Pipelinenetz der USA tagelang lahm.
  • In Norditalien sterben bei einem Seilbahn-Unglück 14 Menschen, nur ein fünf Jahre alter Junge überlebt. Es stellt sich heraus, dass das Notbremssystem offenbar absichtlich ausgeschaltet wurde.
  • Eine Ryanair-Maschine wird auf einem Linienflug von Athen nach Vilnius zur Landung in Belarus gezwungen, der regimekritische Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin werden inhaftiert.

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