Chronik Das war der Januar 2021

In Washington besetzen Anhänger von Donald Trump den Kongress. Deutschland beschäftigt sich mit dem Corona-Lockdown, Impfungen und Mutationen. Armin Laschet gewinnt die Wahl zum CDU-Vorsitz.

Unterstützer von US-Präsident Trump stehen auf dem Gang vor der Senatskammer im Kapitol. Unter den Eindringlingen in das US-Kapitol am Mittwoch in Washington sind auch Anhänger der rechten «QAnon»-Verschwörungstheorie gewesen.
Beim Sturm auf das Kapitol entstanden viele drastische Bilder. In Erinnerung bleibt aber auch der skurrile Auftritt des sogenannten Hörner-Manns. Dahinter verbirgt sich ein bekannter Rechtsextremist namens Jacob C., den das FBI nach dem Eindringen ins Kapitol auch festnehmen kann. Bildrechte: dpa

Ereignisse in Mitteldeutschland

  • Die Coronavirus-Pandemie beherrscht auch 2021 die Schlagzeilen. Zu Jahresbeginn sind insbesondere in Thüringen und Sachsen die Fallzahlen extrem hoch, unter anderem im sächsischen Vogtlandkreis. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fordert angesichts der Lage einen kompletten bundesweiten Lockdown einschließlich weiterer Teile der Wirtschaft. Die Verlängerung und leichte Verschärfung des bestehenden Lockdowns setzen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wie gewohnt in eigenen Verordnungen um. In Thüringen wird außerdem die Landtagswahl von April auf September verschoben.
  • Für Aufsehen sorgt daneben der Protest von Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen vor dem Privatgrundstück von Michael Kretschmer. Der sächsische Ministerpräsident diskutiert lange mit der Gruppe, obwohl der Protest quer durch die politischen Parteien als nicht hinnehmbarer Einschüchterungsversuch verurteilt wird. Ende Januar lädt die Konrad-Adenauer-Stiftung die Protestierenden nochmals zum Online-Dialog ein. Auch das wird von verschiedener Seite kritisiert.
  • Ebenfalls für Schlagzeilen beim Thema Corona sorgt ein Pflegedienst in Dessau, der Beschäftigten ohne Corona-Impfung kündigt. Ein Fachanwalt hält solche Kündigungen für rechtlich sehr problematisch.

  • Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz zum sogenannten Verdachtsfall erklärt. Die Partei kann demnach ab sofort mit nachrichtendienstlichen Mitteln überwacht werden. Der Landesverband will juristisch gegen die Einstufung vorgehen. Auf Bundesebene droht der Partei ebenfalls eine solche Einstufung. Vorerst schweigt der Bundesverfassungsschutz aber zu dem Thema.

  • Ende Januar gibt es bundesweit einen Hype um eine neue Social-Media-App namens Clubhouse. Mit der Anwendung können – vorerst nur geladene – Nutzer Sprachchats führen. Großes Aufsehen erregt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit einem Auftritt dort. Er gesteht, während einer Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Corona-Krise auf dem Handy gespielt zu haben. Die Kanzlerin nennt er zudem "Merkelchen". Dafür entschuldigt er sich später. Die Kritik kommt dennoch geballt.

Ereignisse in Deutschland und der Welt

  • In Deutschland und weltweit ist die Pandemie ebenfalls das bestimmende Thema. Der Lockdown wird verlängert und verschärft: Homeoffice und medizinische Masken werden verpflichtend. Die Impfkampagne nimmt zunächst Fahrt auf, doch dann fehlt der Impfstoff-Nachschub. Politik und Impfstoff-Hersteller streiten über die Ursachen. Zugleich wächst die Sorge vor Mutationen des Virus.

  • Die CDU wählt Armin Laschet auf einem digitalen Bundesparteitag zum neuen Parteivorsitzenden. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen setzt sich gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen durch. Die Opposition sieht die CDU weiterhin vor einer Zerreißprobe. Die Regierungschefs von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Micheal Kretschmer und Reiner Haseloff, werden ins Präsidium der Partei gewählt.

  • In Washington besetzen Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump am 6. Januar gewaltsam das Kapitol. Mehrere Menschen werden getötet. Abgeordnete müssen in Sicherheit gebracht werden. Die Bilder gehen um die Welt. Selbst einige Parteigenossen geben Präsident Trump eine Mitschuld an dem Ereignis. Trotz der nur noch sehr kurzen restlichen Amtszeit wird ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet. Der Kongress bestätigt schließlich dennoch die Wahl von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten. Biden wird am 20. Januar planmäßig ins Amt eingeführt. Er ruft das Land zur Einheit auf.

  • Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny kehrt nach seiner Behandlung in Deutschland zurück in seine Heimat. Dort wird er umgehend verhaftet, was internationale Kritik auslöst. Nawalny und sein Team veröffentlichen zugleich ein Video über massive Kurruption rund um Präsident Wladimir Putin. Putin streitet die Vorwürfe ab. Die Veröffentlichung löst Massenproteste im Land aus. Tausende werden verhaftet. Auch die Haftstrafe von Nawalny wird nochmals gerichtlich bestätigt.

  • Ein Gericht in London lehnt die Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in die USA ab.

  • Italiens Regierungschef Conte tritt infolge einer Regierungskrise zurück.

  • Russland und die USA verlängern den letzten verbliebenen atomaren Abrüstungsvertrag zwischen beiden Ländern, das Abkommen "New Start".

Weitere viel gelesene Nachrichten

  • Nach Ansicht eines Experten ist die zum 1. Januar eingeführte Grundrente kein ausreichendes Instrument gegen Altersarmut.

  • Kabelfernsehen soll in Hausgemeinschaften künftig nicht mehr über die Nebenkosten abgrechnet werden können. Fraglich ist, ob das zum Vor- oder Nachteil der Mieterinnen und Mieter ist.

  • In Sachsen wird erstmals eine Nosferatu-Spinne gefunden.

  • In Mittelsachsen rettet ein Zeitungsbote Bewohner eines Hauses vor einem Feuer.

  • In einer Kaufhalle in Apolda entzündet sich Feuerwerk, wodurch das gesamte Gebäude hoch geht.

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