Chronik Das war der Juni 2020

Nach Virus-Ausbrüchen in Schlachthöfen müssen in NRW strenge Maßnahmen ergriffen werden. Die Fleischbranche steht in der Kritik. Skandale gibt es auch um einen Ausbruchsversuch, Philipp Amthor und die Polizei Leipzig.

Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies.
Der Coronavirus-Ausbruch in einem großen Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen wirft im Juni ein Schlaglicht auf die Arbeits- und Produktionsbedigungen der Fleisch-Industrie. Bildrechte: dpa

Ereignisse in Mitteldeutschland

  • Deutschlandweit wird nach dem Tod von George Floyd weiterhin über Rassismus uns Polizeigewalt debattiert. Das Thema treibt auch in Mitteldeutschland viele Menschen auf die Straße. Anfang Juni demonstrieren in mehreren mitteldeutschen Städten Tausende gegen Rassismus, unter anderem in Magdeburg sowie in Dresden und Chemnitz. In Leipzig protestieren an einem Tag mehr als 15.000 Menschen.

  • Im Zwickauer Volkswagen-Werk rollt das letzte Auto mit Verbrennungsmotor vom Band. An dem traditionsreichen Standort sollen künftig ausschließlich elektronische Fahrzeuge produziert werden.

Ereignisse in Deutschland und der Welt

  • Die Pandemie ist auch bundespolitisch weiter das bestimmende Thema. Anfang Juni beschließt die Bundesregierung ein viel diskutiertes Konjunkturpaket mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Euro. Es sieht unter anderem eine vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer und einen Kinderbonus vor. Am 10. Juni kündigt Bundesinnenminister Horst Seehofer an, dass die Kontrollen an den deutschen Grenzen wieder eingestellt werden. Die Bundesregierung hebt zugleich die weltweite Reisewarnung für die Mitgliedsstaaten der EU auf. Für weitere 160 Länder außerhalb Europas wird die Reisewarnung allerdings verlängert. Am 16. Juni startet die lang erwartete Corona-Warn-App zur besseren Nachverfolgung von Infektionsketten. In den erste Tagen wird sie zwölf Millionen Mal heruntergeladen. Angesichts lokaler Corona-Ausbrüche und der beginnenden Ferienzeit einigen sich Bund und Länder Ende des Montas auf innerdeutsche Einreise-Restriktionen. Reisende aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen dürfen nur in Hotels untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben. Insbesondere im Fokus steht der Ausbruch im Kreis Gütersloh, wo sich weit über tausend Mitarbeiter eines Schlachthofs der Firma Tönnies infiziert haben.

  • Die hohen Infektionszahlen in mehreren großen Schlachtbetrieben lösen eine Diskussion über die Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Fleischbranche aus. Die Bundesregierung kündigt unmittelbar ein Verbot von Werkverträgen in dem Bereich an. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner veranstaltet ein Treffen mit Branchenvertretern und fordert höhere Preise für tierische Lebensmittel.

  • Der prominente CDU-Nachwuchspolitiker Philipp Amthor stolpert über eine Lobbyismus-Affäre. Er soll sich gegen Aktienoptionen und mögliche weitere geldwerte Vorteile für die Firma "Augustus Intelligence" eingesetzt, diese Tätigkeit aber nicht strikt von seinem Bundestagsmandat getrennt haben. Amthor erklärt nach Bekanntwerden der Vorwürfe, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern kandidieren werde.

  • Der indische Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020.

  • Der FC Liverpool mit dem deutschen Trainer Jürgen Klopp wird erstmals seit 30 Jahren wieder englischer Fußballmeister.

Weitere viel gelesene Nachrichten

  • Die Sächsische Dampfschifffahrt meldet Anfang Juni Insolvenz an.

  • Durch Zwickau marschieren westdeutsche Kommunisten bei einer "FDJ-Demo".

Weitere Monate