Chronik Das war der März 2020

Das Coronavirus hat weltweit Hunderttausende Menschen infiziert und bestimmt auch in Deutschland den Alltag. Internationale Krisen wie die Lage der Flüchtlinge in der Türkei und Griechenland gerieten dadurch in den Hintergrund.

Der Konvoi der italienischen Armee aus Bergamo transportiert die Leichen der Verstorbenen vom Coronavirus zum Friedhof von Ferrara.
Italien registrierte im März 2020 weltweit die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19-Infektionen. Bilder von Militärfahrzeugen, die Leichen transportierten, gingen um die Welt. Bildrechte: dpa

Ereignisse in Mitteldeutschland

  • Das Coronavirus bestimmt im März in Mitteldeutschland das Geschehen. Am 2. März verzeichnen Sachsen und Thüringen die ersten Infizierten, als letztes Bundesland meldet Sachsen-Anhalt am 10. März einen Covid-19-Patienten. Zu den ersten Eindämmungsmaßnahmen zählt ein Verbot von Klassenfahrten in Sachsen oder ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern in Thüringen. Doch dabei bleibt es nicht. In Absprache mit der Bundregierung und den anderen Ländern werden Schulen und Kitas ab 16. März auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geschlossen. Die Stadt Halle erklärt am 17. März den Katastrophenfall. Die bundesweite beschlossene Kontaktsperre setzen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ab 22. März um. Einen Tag später kündigt Sachsen als Zeichen der europäischen Solidarität die Aufnahme italienischer Covid-19-Patienten an. Zum Monatsende stehen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise im Fokus. Staatliche Hilfsprogramme laufen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an. Zum Monatsende gibt in Mitteldeutschland mehr als 3.300 Infektionen und mehr als ein Dutzend Todesfälle.

  • Bodo Ramelow wird am 4. März erneut zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Der Linken-Politiker führt eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung an und setzt dabei auf eine Kooperation mit der CDU, um für wichtige Vorhaben eine Parlamentsmehrheit zu bekommen.

Ereignisse in Deutschland und der Welt

  • Das Coronavirus dominiert die Nachrichten in Deutschland und der Welt. Am 8. März stirbt in Ägypten erstmals ein Deutscher infolge einer Coronavirus-Infektion. Am Tag danach weitet Italien die Quarantänemaßnahmen landesweit aus. Der Dax verzeichnet den höchsten Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die Weltgesundheitsorganisation ruft am 11. März eine Pandemie aus. Zwei Tage später beschließt Deutschland, Schulen und Kitas nicht mehr zu öffnen. Am 14. März schließt Tschechien seine Grenzen, am Tag danach verhängt Spanien landesweite Ausgangssperren. Auch Deutschland schränkt in der Folge seinen Grenzverkehr ein; das Auswärtige Amt spricht eine weltweite Reisewarnung aus. Kanzlerin Angela Merkel wendet sich am 18. März mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung. Fast zeitgleich startet das Auswärtige Amt eine Rückholaktion für mehr als 160.000 deutsche Urlauber aus dem Ausland. Vier Tage später einigen sich Bund und Länder auf strenge Kontaktbeschränkungen in ganz Deutschland. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern, kündigt die Bundesregierung am 23. März ein Hilfspaket in Milliardenhöhe an. Am Tag danach werden die Olympischen Spiele als letztes großes Sportereignis des Sommers abgesagt und auf 2021 verschoben. Zum Monatsende gibt es weltweit die meisten Infektionen in den USA, Italien und Spanien. Weltweit gibt es über 730.000 bestätigte Infektionen und über 35.000 Todesfälle. Mehr als 150.000 Menschen haben die Infektion überstanden.

  • An der türkisch-griechischen Grenze versammeln sich tausende Flüchtlinge und Migranten, nachdem die Türkei ihre Grenze zur EU öffnet. In der Folge spitzt sich die Lage zu. Von Schüssen an der EU-Außengrenze wird berichtet. Griechenland schließt seine Grenze. In den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln verschlechtert sich die ohnehin katastrophale Versorgung. Mehrere EU-Staaten erklären sich bereit, zumindest Kinder aus den Lagern aufzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verhandelt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über eine Fortsetzung des sogenannten Flüchtlingsdeals. Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt die Türkei ihre Grenzen nach Griechenland und Bulgarien am 18. März wieder. Der Konflikt pausiert.

  • Der Verfassungsschutz stuft die inoffizielle AfD-Organisation "Flügel" am 12. März als rechtsextreme Gruppierung ein. Das Netzwerk wird künftig durch den Geheimdienst beobachtet. Am 20. März fordert der Bundesvorstand der AfD, die Selbstauflösung des "Flügel". Dieser gibt kurz darauf seine Selbstauflösung bekannt, was von vielen aber angezweifelt wird.

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