Reaktionen zum Klimavertrag "Das Beste, was wir zu diesem Zeitpunkt haben können"

"Historisch" war ein oft gehörtes Wort nach dem Abschluss des Klimaabkommens in Paris. Tatsächlich waren sich alle Teilnehmer einig, dass ein Wendepunkt in der Klimapolitik errreicht worden ist. Allerdings wurde in den ersten Reaktionen immer wieder betont, dass die eigentliche Arbeit im Kampf gegen die Erderwärmung noch geleistet werden müsse.

Das Klimaabkommen von Paris ist einmütig begrüßt worden. Frankreichs Präsident François Hollande beglückwünschte die Konferenzteilnehmer nach dem Abschluss mit den Worten: "In Paris hat es schon viele Revolutionen im Laufe der Jahrhunderte gegeben. Heute wurde die schönste und friedlichste Revolution erreicht." US-Präsident Barack Obama sagte, das Problem sei mit diesem Abkommen nicht gelöst. Aber diese Vereinbarung schaffe das dauerhafte Rahmenwerk . Südafrikas Chefdelegierte Joyce Diseko erklärte: "Dieses Abkommen ist ausgewogen und das Beste, das wir in diesem Zeitpunkt haben können." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sprach von einem Rettungsseil.

Zufriedenheit auch in Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Weltklimavertrag als "historischen Wendepunkt". Zum ersten Mal habe sich die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln im Kampf gegen die globale Klimaveränderung verpflichtet, erklärte Merkel in Berlin. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobte zunächst die Franzosen. "Das ist schon ein alter diplomatischer Fuchs", sagte sie über den französischen Außenminister Laurent Fabius. Als Konferenzvorsitzender habe er es verstanden, bei straffer Verhandlungsführung immer alle mitzunehmen. Kleine Staaten hätten stets ebenso ihren Platz in wichtigen Arbeitsgruppen wie große. Das Ergebnis lobte sie leidenschaftlich.

Ich bin erleichtert, stolz und ein bisschen glücklich. Ich glaube, das kann man ruhig historisch nennen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, erklärte, noch viele Generationen würden sich an den Gipfel von Paris erinnern. WWF-Klimaexpertin Regine Günther sagte, das Signal gehe auch an Investoren, dass die Welt sich von Kohle, Öl und Gas beschleunigt verabschieden wird.

Auch viele Umweltschützer werteten den Vertrag als starkes Signal zur Abkehr von den fossilen Energien. Sie hätten sich aber konkretere Verpflichtungen für die einzelnen Staaten und noch mehr Unterstützung für Entwicklungsländer gewünscht. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: "Die Diskrepanz zwischen dem in Paris vereinbarten Temperaturziel und der tatsächlichen Klimapolitik der Staaten ist riesig." Die eigentliche Arbeit müsse erst beginnen.

Heute feiern wir, morgen müssen wir uns an die Arbeit
machen.

EU-Umweltkommissar Miguel Arias Canete

Paris lässt Kopenhagen verschmerzen

Nach dem Fehlschlag 2009 in Kopenhagen hatte es Jahre gedauert, bis der neue Anlauf für das Klimaabkommen zustandekam. Unterdessen läuft im Kampf gegen die Erderwärmung die Zeit weg, was immer mehr Staaten in Form von Überschwemmungen oder Dürren buchstäblich zu spüren bekommen.

Zentrales Ziel der 195 Länder nach Paris ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Alle fünf Jahre soll überprüft werden, wie der Prozess vorangeht und ob die Mittel reichen.

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