Kraftwerksblock im Braunkohlenkraftwerk Boxberg, 2013
Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Hintergrund Das steht im Weltklimavertrag

Nach langen Verhandlungen haben sich Vertreter aus 195 Staaten beim Weltklimagipfel in Paris auf ein neues Abkommen gegen die Erderwärmung geeinigt. Nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2020 soll der neue Vertrag den Klimaschutz voranbringen. Wir haben die wichtigsten Punkte des Vertrags zusammengefasst.

Kraftwerksblock im Braunkohlenkraftwerk Boxberg, 2013
Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Treibhausgase langfristig mindern

Das Abkommen sieht vor, bis zum Jahr 2100 ein Gleichgewicht zwischen dem menschgemachten Ausstoß von Treibhausgasen und deren Wiederaufnahme - beispielsweise durch Wälder - zu erreichen. Klimaforschern zufolge würden damit die Netto-Emissionen auf null gesenkt.

Nationale Klima-Ziele steigern

Bereits vor Inkrafttreten des Abkommens wollen die Staaten 2018 darüber beraten, wie sie die Maßnahmen umsetzen. Im Jahr 2020 sollen die Staaten dann ihre nationalen Klima-Ziele für den Zeitraum 2025 bis 2030 vorlegen. Die Industriestaaten sollen sich konkrete Ziele zur Minderung des CO2-Ausstoßes setzen. Die übrigen Länder werden dazu ermutigt.

Berichtspflichten

Die Staaten vereinbaren ein gemeinsames System von Berichtspflichten und Transparenzregeln. So soll jedes Land die Bilanz seines CO2-Ausstoßes offenlegen. Dabei gelten unterschiedliche Ansprüche je nach Voraussetzungen und Fähigkeiten der Länder.

Schäden und Verluste

Der steigende Meeresspiegel, Dürren und Unwetter bedrohen viele Entwicklungsländer, etwa die Inselstaaten. Frühwarnsysteme und Klimarisikoversicherungen sagen den betroffenen Ländern im Pariser Abkommen nun Unterstützung zu. Gleichzeitig haben die Industrieländer durchgesetzt, dass ein Schadenersatz ausgeschlossen ist.

Finanzen

Die Industriestaaten sollen arme Staaten beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Erderwärmung unterstützen. Aufstrebende Schwellenländer werden dazu ermutigt, ebenfalls einen freiwilligen finanziellen Beitrag zu leisten. Von 2020 bis 2025 sollen zudem die Industrieländer jährlich 100 Milliarden Dollar für arme Staaten bereitstellen. Für die Zeit danach soll rechtzeitig ein neues Finanzierungsziel festgelegt werden.

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2017, 14:30 Uhr

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8 Kommentare

13.12.2015 19:19 KOPFSache 8

@2. Zufällig in den letzten Tagen auch entdeckt. Kiwi aus Neuseeland und (haltet euch fest!) Blaubeeren aus Peru (das liegt in Südamerika). Natürlich alles zu supermarktüblichen Preisen hier zu haben. Als Freizeitradler viel in der Region unterwegs, Leute, die Blaubeeren, Preiselbeeren oder Brombeeren gesammelt haben, waren aber kaum zu sehen. Sogar an den Apfelbäumen auf dem Lande hängen noch die Äpfel, wenn die Blätter schon lange abgefallen sind. Hier muss sich grundsätzlich was ändern und zwar in den KÖPFEN! Und das betrifft nicht nur die Umwelt und das Klima …

13.12.2015 18:49 neugieriger 7

Was soll dieser Hokuspokus? Das Klima ist nicht statisch, unterlag immer einem Wandel. Selbst zu Zeiten, als es die Menschheit noch gar nicht gab. Natürlich können wir nicht nach dem Motto wirtschaften: "Nach uns die Sintflut" Natürlich müssen wir mit den Ressourcen massvoll umgehen. Nur wo sind in diesem (faulen) Kompromiss eben dazu die verbindlichen Festlegungen? Habe ich da etwas übersehen? Es geht alles weiter wie gehabt.

13.12.2015 16:45 Hybris! 6

Da behaupten wieder einmal von ihrer Macht besoffene Politiker, daß sie der Sonne das Aufgehen befehlen können, und die Zeche für das ganze Theater dürfen dann aber doch alle bezahlen! Wenn es aus irgendeinem Grunde tatsächlich wieder kälter wird behaupten sie mit stolz geschwellter Brust, daß ihre Strategie geholfen hat, wenn nicht, daß die Anstrengungen und damit die Steuerzahlungen noch gesteigert werden müssen. Überprüfbar ist beides nicht!!!

13.12.2015 13:25 Micha 5

Wer an menschengemachten "Klimawandel" glaubt, braucht sicherlich Ganztagsbetreuung.

13.12.2015 13:10 m.g. 4

Energie wird zum Luxus!

13.12.2015 12:46 Spottdrossel 3

Toller PR-Gag, der Vertrag. Wird er nicht eingehalten, zieht das keine konsequenzen nach sich - jedenfalls nicht für reiche Staaten und große Unternehmen. Alles weiter wie bisher: "business as usual" - oder eben "Geld stinkt nicht" :-) und wenn die "Hab den Namen Vergessen" - Inseln untergehen, da kräht kein Hahn danach.

13.12.2015 01:38 DvD 2

Klimaschutz fängt mit dem Kauf heimischer Produkte an. Butter aus Irland, Kartoffeln aus Ägypten, Weintrauben aus Südafrika, Wein aus Chile und und..... Durch diese unsinnige Logistik wird die Erderwärmung beschleunigt. Dazu Fernreisen, oder mal eben mit dem Auto Brötchen holen. An einem Weltklimavertrag hält sich später kaum eine Regierung, da sie die Interessen ihrer Länder vertreten müssen, was meistens auch ihre eigenen sind.

12.12.2015 22:34 h2o 1

Da hat man sich was vorgenommen. Ich glaube schon lange nicht mehr an den Weihnachsmann.