Sachsen-Anhalt Autobahn-Schilder auf A36 frühestens ab Sommer 2020

Seit 1997 wurde die B6n, die sogenannte Nordharzautobahn gebaut. Im letzten Jahr wurde sie in die A36 umgewandelt, die jetzt von Bernburg über Vienenburg nach Braunschweig verläuft. Allerdings wurde sie noch nicht ordnungsgemäß beschildert. MDR-AKTUELL-Hörer Joachim Dub aus Aschersleben möchte deshalb wissen, wann die Umwandung der Beschilderung auf der Autobahn zwischen Vienenburg und Bernburg erfolgt.

B6 Symbolbild
Früher Bundesstraße, heute Autobahn: die einstige B6n in Sachsen-Anhalt heißt jetzt A36. Allerdings fehlt noch die korrekte Beschilderung. Bildrechte: dpa/MDR.DE

Unterwegs auf der A 36 Richtung Braunschweig. Wer genau hinschaut, dem fällt auf: An der Autobahn stehen nicht die üblichen blauen Verkehrsschilder, sondern gelbe, wie auf einer Bundesstraße. Der Streckenabschnitt hinter dem Bernburger Kreuz Richtung Braunschweig gehört zum Zuständigkeitsbereich der Autobahnmeister Plötzkau.

Christian Elflein und sein Kollege rücken zur Streckenkontrolle aus. An jeder Zufahrt zur A36, welche früher mal die B6 oder die B6n war, stünden die Verkehrszeichen am Anfang und Ende der Strecke, sagt Christian Elflein. Dadurch werde signalisiert, dass man sich auf einer Autobahn befinde.

Schilderaustausch aufwendig

Auf der Autobahn selbst wurde die Beschilderung nicht ausgetauscht. Bei der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt in Magdeburg heißt es, das dauere unter anderem deswegen so lange, weil erst Ende 2018 rechtlich verbindlich entschieden worden sei, die B6n in eine Autobahn umzuwandeln. Dadurch sei die Auftragsvergabe erst 2019 angelaufen.

Der Schilderaustausch sei aufwendig, erklärt Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt.

Die Schrift auf den blauen Autobahnschildern ist immer automatisch größer als auf den gelben Bundesstraßenschildern.

Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt

Dadurch seien die blauen Schilder automatisch größer als die gelben Schilder, selbst wenn die Aufschrift die gleiche sei, erzählt Langhammer. Spätestens an dieser Stelle komme der Statiker ins Spiel. Dieser müsse die vorhandenen Aufstellkonstruktionen hinsichtlich ihrer Lastaufnahmefähigkeit überprüfen.

Änderungen frühestens im Sommer 2020

Das Ausschreibungsverfahren für einen Teil der Strecke wurde am 19. November abgeschlossen. Falls alles gut laufe, niemand Einspruch erhebe oder sonst irgendwelche technischen oder rechtlichen Entscheidungen dagegen sprechen sollten, könnte es um den Jahreswechsel herum den Zuschlag geben, erklärt Langkammer. Dann könne auch mit der Produktion der Schilder begonnen werden.

Betroffen wäre der Abschnitt zwischen Kreuz Bernburg und der Anschlussstelle Holm. Wann alle Schilder auf der A36 bis zur Landesgrenze nach Niedersachsen ausgetauscht werden, könne man erst im Frühjahr 2020 seriös beantworten. Erst dann werden alle Ausschreibungen beendet und die Aufträge vergeben sein. Was heute aber schon fest steht: Das Ganze wird etwa fünf Millionen Euro kosten.

ADAC bleibt entspannt

Der ADAC sieht das Thema gelassen. Hier liege der Fokus woanders, sagt Christine Rettig, Pressesprecherin des ADAC Sachsen-Anhalt. Zwar stimme sie zu, dass eine Umrüstung erfolgen müsse. Wie schnell das passiere, sei laut Rettig jedoch von vielen Faktoren abhängig.

Es ist natürlich ganz wichtig, dass es nicht verschiedene Schilder gibt, die auf unterschiedliche Dinge hinweisen.

Christine Rettig, Pressesprecherin des ADAC Sachsen-Anhalt

Zudem müssten bei einer neuen Beschilderung auch die Abfahrten der Autobahnen gut überprüft werden, damit an den entsprechenden Stellen auch eindeutig verständliche Schilder stehen, erklärt Rettig. Insofern werden die Autofahrer mit den gelben Schildern auf der A36 noch eine Weile leben müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2019 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

Nordharzer vor 43 Wochen

@Winfried, den Kommentar verstehe ich überhaupt nicht. Er zeigt mir nur, dass Sie von den Abläufen und Vorgaben bei Vergaben keine Ahnung haben. Aber Kommentar abgeben. Respekt!
@Gustav, Sie tun ja so, als ob bei der Planung nur fachliche Aspekte eine Rolle spielen würden. Wäre dem so, wäre die Strecke in den Neunzigern gleich als BAB ausgeschildert worden.

Gustaf vor 43 Wochen

Das eigentlich viel größere Problem ist die Verschwendung von Geld für den Ausbau vom Kreuz Bernburg in Richtung der BAB9. Wie kommt man auf die Idee diesen Abschnitt größtenteils einspurig und nicht Kreuzungsfrei zu bauen? Hat man nichts aus dem Bau der BAB 14 gelernt? Da war man ja bekanntlich auch ,,völlig überrascht" was da auf einmal für ein Verkehr herrschte. Und stellte dann fest. Ach hätten wir doch dreispurig gebaut. Die B6 verbindet demnächst die BAB 9 mit der BAB 14. Das gibt für die Planer wieder ein böses Erwachen. Aber um so etwas zu planen muss man ja studiert haben. Der gesunde Menschenverstand reicht da bei der Beurteilung des zukünftigen Verkehr nicht aus.

winfried vor 43 Wochen

Es ist wie beim Mikado-Spiel. Bei wem sich was bewegt, hat verloren.

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