Bundeswehr-Eliteeinheit Verteidigungsexperte: Müssen beim KSK aufräumen

Nach rechtsextremen Vorfällen soll ein Teil der Eliteeinheit KSK aufgelöst werden. Unions-Verteidigungsexperte Otte hält das für richtig, zieht aber auch Grenzen.

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte stürmen 2014 auf dem Kasernengelände während einer Übung ein Fahrzeug.
Das KSK ist die Elitetruppe der Bundeswehr – nach rechtsextremen Vorfällen wird ein Teil von ihr aufgelöst. Bildrechte: dpa

Der Unions-Verteidigungsexperte Henning Otte hält die Umstrukturierungen bei der militärischen Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) für richtig. Otte sagte MDR AKTUELL, man müsse jetzt beim KSK aufräumen. Das Kommando wolle die Probleme selbst angehen. Es habe jetzt die Chance, sich bis Oktober neu aufzustellen.

Eine komplette Abschaffung des KSK lehnte Otte allerdings ab. Er betonte, man brauche Spezialkräfte für die Sicherheit. Diese müssten aber auf dem Boden der Verfassung stehen.

Ähnlich äußerte sich die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD). Es sei "genau richtig", dass Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht das gesamte Kommando Spezialkräfte auflöse, sondern es nur unter Bewährung stelle, sagte Högl am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. Diejenigen KSK-Mitglieder, die "nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen", müssten die Spezialkräfte verlassen.

Kramp-Karrenbauer gibt KSK Bewährung

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Dienstag angekündigt, dass nach mehreren rechtsextremen Vorfällen eine KSK-Kompanie aufgelöst wird. Dem Kommando soll zudem die Oberhoheit über die Ausbildung genommen werden. Bis zum 31. Oktober will Kramp-Karrenbauer der Truppe Zeit geben, sich zu bewähren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2020 | 09:30 Uhr