mdrFRAGT - Das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland Mehrheit gegen Zuschauer in Sportstadien

Nach einer Umfrage des MDR-Meinungsbarometers ist die Mehrheit der Teilnehmenden gegen die Zulassung von Zuschauern in Sportstadien zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie. An der Befragung haben sich knapp 15.000 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt. Zudem finden fast alle Teilnehmer, dass der Sport gegenüber anderen Bereichen, wie der Kultur oder dem Messebereich, bevorzugt wird.

Bis zu 20 Prozent der Zuschauerplätze in Sportstadien dürfen wieder gefüllt werden, wurde vergangene Woche beschlossen. Diese Entscheidung finden nur 40 Prozent der beteiligten mdrFRAGT-Mitglieder gut. Mehr als die Hälfte (54 %) lehnen sie ab.

Zuschauer im Stadion trotz Corona. Befürworten Sie das?
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Knapp ein Fünftel würde vorbehaltlos ins Stadion gehen

Unter den derzeit geltenden Regelungen und unabhängig von der Gesamtzuschauerzahl würden 18 Prozent der Befragten ins Stadion gehen. Mehr als zwei Drittel hingegen (68 %) gaben an, derzeit nicht in ein Stadion gehen zu wollen. Hier sind aber auch einige Mitglieder dabei, die generell nie in ein Stadion gehen, unabhängig von Corona. Jeweils zwei bis drei Prozent gaben an, Spiele mit einer bestimmten Zuschauerbegrenzung besuchen zu wollen.

Würden Sie derzeit ins Stadion gehen?
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Drei Viertel begrüßen bundeseinheitliche Regelung zu Stadionbesuchen

Dass die Regelung zu Stadionbesuchen bundesweit einheitlich beschlossen wurde, finden rund drei Viertel (76 %) der teilnehmenden mdrFRAGT-Mitglieder richtig. Falsch findet sie rund ein Fünftel (19 %).

Bundesweit einheitliche Regelung zu Stadionbesuchen. Wie finden Sie das?
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Fast alle Teilnehmer finden, Sport wird gegenüber anderen Bereichen bevorzugt

Viele Kulturschaffende beklagen, dass es für ihren Bereich keine einheitlichen Corona-Regelungen gibt – für den Sport sehr wohl. Fast alle mdrFRAGT-Mitglieder, die sich an der Umfrage beteiligt haben, finden, dass der Sport gegenüber anderen Bereichen bevorzugt oder zumindest eher bevorzugt wird (92 %). Anders sehen das nur 7 Prozent.

Wird er Sport gegenüber anderen Bereichen bevorzugt?
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Deutliche Mehrheit findet Bevorzugung unfair

Fast ebenso viele Teilnehmer (91 %) finden diese Bevorzung nicht in Ordnung. Vor allem zur aus ihrer Sicht ungerechten Behandlung des Sports, insbesondere des Fußballs, haben uns einige mdrFRAGT-Mitglieder ihre Meinung geschrieben:

Es ist unmöglich, dass Sportveranstaltungen in ziemlich großem Rahmen zugelassen werden. Was in der Kulturszene erlaubt ist, ist nahezu lächerlich [...]. Kultur ist wichtig für mein Leben und sie ist seit Beginn von Corona abgeschafft und man hört so gut wie nichts in den Medien. Hauptsache, der Ball rollt.

62-jährige Teilnehmerin aus Zwickau

Sport ist nicht nur Fußball, die werden privilegiert und zwar aus reinen Geldgründen, die anderen Sportarten sind die Loser!

61-jähriger Teilnehmer aus Suhl

Beim Sport geht es immer nur um Fußball, Schwimmsport ist noch immer nicht vollumfänglich möglich.

67-jähriger Teilnehmer aus dem Harz

Es kommt nicht auf die Anzahl von Besuchern bei Veranstaltungen, sondern auf ihr Verhalten an. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob bei Sportveranstaltungen (Fußball) laut gebrüllt wird oder in einem klassischen Konzert oder im Kino der Mund zu bleibt. Und deshalb ist es unverständlich und falsch, Stadionbesuche auch nur mit 20 % des Fassungsvermögens zuzulassen, nicht aber klassische Konzerte, vor allem im Abo, für die über die Kundennummer der Platz und die Anschrift des Besuchers bekannt ist.

77-jähriger Teilnehmer aus Dresden

Über die Befragung In einer Befragung vom 18. bis 21. September 2020 wollten wir von den mdrFRAGT-Teilnehmerinnen und Teilnehmern wissen: "Leben mit Corona: Bleibt alles für immer anders?"

An der Befragung haben 14.755 Menschen teilgenommen. Insgesamt sind mittlerweile 30.231 registrierte Mitglieder aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Teil der mdrFRAGT-Gemeinschaft.

51 Prozent der Befragten kommen aus Sachsen, 24 Prozent aus Sachsen-Anhalt und 25 Prozent aus Thüringen. Das entspricht in etwa der Verteilung der Einwohner in den drei Bundesländern.

55 Prozent der Befragten sind männlich und 45 Prozent weiblich.

Die Teilnehmer dieser Befragung verteilen sich auf folgende Altersgruppen:
285 Menschen sind zwischen 16 und 30 Jahre alt,
2.875 zwischen 31 und 50 Jahren,
6.066 zwischen 51 und 64 Jahren und
5.529 Teilnehmer sind 65 Jahre und älter.

Die Befragungen sind nicht repräsentativ, aber sie werden nach statistischen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung und Beruf gewichtet. Die Gewichtung ist eine Methode aus der Wissenschaft bei der es darum geht, die Befragungsergebnisse an die real existierenden Bedingungen anzupassen. Konkret heißt das, dass wir die Daten der Befragungsteilnehmer mit den statistischen Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgleichen.

Wenn also beispielsweise mehr Männer als Frauen abstimmen, werden die Antworten der Männer weniger stark, die Antworten der Frauen stärker gewichtet. Die Antworten verteilen sich dann am Ende so, wie es der tatsächlichen Verteilung von Männern und Frauen in der Bevölkerung Mitteldeutschlands entspricht.

Dabei unterstützt ein wissenschaftlicher Beirat das Team von "mdrFRAGT". Mit dem MDR Meinungsbarometer soll ein möglichst breites Stimmungsbild der Menschen in Mitteldeutschland eingefangen werden – mit möglichst vielen Teilnehmenden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. September 2020 | 15:30 Uhr