Slowakei | Polen Hohe Tatra: Stau am Gipfel

Der Rysy ist der höchste Berg Polens und einer der höchsten Berge in der Hohen Tatra. Seit Jahren gibt es hier einen wahren Besucheransturm auf den Gipfel, denn die gut 2.500 Meter lassen sich für Wanderer gut erklimmen. In Corona-Zeiten wirkt die lange Menschenschlange am Berg allerdings seltsam. Wanderer drängen sich - ohne Mindestabstand.

Grenzgipfel Rysy in der Hohen Tatra zwischen Polen und Slowakei
Grenzgipfel Rysy in der Hohen Tatra zwischen Polen und Slowakei Bildrechte: imago/robertharding

Der polnische Fotograf Konrad Przebindowski konnte dieser Tage nicht anders, als seinen Abstieg vom Rysy-Gipfel in der Hohen Tatra zu filmen und den Stau am Hang zu zeigen. Er sei an einem Wochentag bereits am Morgen um 6 Uhr mit Freunden zum Gipfel unterwegs gewesen. Beim Abstieg gegen Mittag habe sich eine Schlange von 200 bis 300 Wartenden gebildet, sagte Przebindowski auf MDR-Anfrage von "Heute im Osten".

Menschen wandern 1 min
Bildrechte: Konrad Przebindowski/Photo Dream

"Schlimmer als im Supermarkt"

Hunderte Nutzer kommentierten das Video auf Facebook und Twitter mit den Worten "Covid-19-Party?" oder "Schlimmer als die Warteschlange im Supermarkt, wenn nur eine Kasse offen ist". Ein anderer Nutzer schrieb auf Twitter über die Menschenschlange: "Sehr schöner Ausflug, aber zu viele Leute".

Der Rysy-Berg mit seinen drei Gipfeln liegt in der Hohen Tatra an der Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Er ist von beiden Ländern aus zu besteigen. Die Aufnahmen des polnischen Wanderers Przebindoswksi entstanden unweit der Berghütte Chata Pod Rysmi. Sie liegt auf einer Höhe von 2.250 Meter - gut eine Wanderstunde vom Gipfel entfernt. Sogenannte Tatra-Sherpas schleppen in jeder Saison tonnenweise Lebensmittel, Getränke und Material auf die Berghütte, um Wanderer zu versorgen.

Seit Jahren Besucheransturm am Berg

Doch in einschlägigen Wanderportalen wird seit Jahren beschrieben, dass es sich am letzten Abschnitt zwischen Berghütte und Gipfel förmlich staut. Dafür werde man jedoch mit traumhaften Aussichten entschädigt. An Eisenketten hangeln sich in der Saison Hunderte Touristen den steilen Felshang hinauf und hinunter.

Der höchste Gipfel vom Rysy liegt auf der slowakischen Seite mit einer Höhe von 2.503 Metern. Der Nordwestgipfel mit 2.499 Metern ist in Polen der höchste Berg. Er ist deswegen bei Wanderern so beliebt, weil man für den Aufstieg kein geübter Bergsteiger sein muss. Vom Informationszentrum der Tatra heißt es auf Anfrage von "Heute im Osten", auf dem Rysy sei es immer "ziemlich voll". Die Videoaufnahmen seien daher nicht ungewöhnlich. Man bedauere aber, dass die Wanderer den in der Corona-Pandemie empfohlenen Mindestabstand nicht eingehalten hätten.

Blick vom Rysy-Gipfel in der Hohen Tatra
Viele Wanderer schwärmen vom traumhaften Ausblick von Rysy-Gipfel. Bildrechte: imago/Panthermedia

Touristikzentrum: Besser am frühen Morgen

Kontrollen am Berg werden deshalb aber nicht eingeführt. Um einen Stau beim Anstieg zu vermeiden, empfehle man interessierten Touristen vielmehr, schon in den frühen Morgenstunden zum Rysy aufzusteigen, so eine Sprecherin des Tatra-Informationszentrums. Mittags sei es dagegen brechend voll. Auch gehörten Juli und August zu den am stärksten frequentierten Monaten. Besser sei, den Aufstieg erst im September und Oktober zu wagen. Dann sei auf dem Weg zum Gipfel wesentlich weniger los.

(amue)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 26. Dezember 2019 | 14:00 Uhr