Ostern im Osten Ostern wird in Rumänien zweimal gefeiert

Für die orthodoxen Christen Rumäniens, und das ist mit rund 86 Prozent die übergroße Mehrheit im Lande, ist Ostern das wichtigste aller Feste des Jahres. Und dementsprechend opulent begehen sie es - drei Tage lang ziehen sich die Osterfeierlichkeiten bei ihnen hin. Die Protestanten (etwa sieben Prozent der Gesamtbevölkerung) und Katholiken (etwa sechs Prozent) begehen ihr Osterfest zumeist zwischen drei und sechs Wochen vor dem Osterfest der rumänisch-orthodoxen Christen.

Zweimal Ostern

Nur ganz selten, alle paar Jahre einmal, fallen beide Feste auf ein und denselben Termin. Viele Rumänen gehen mit der Doppelung des Osterfestes außerordentlich pragmatisch um: Sie feiern halt zwei Mal Ostern jedes Jahr - sie bekommen zwei Mal Geschenke, bemalen zwei Mal Eier und backen zwei Mal Osterkuchen. 

Ostern in Bukarest (Rumänien)
Der orthodoxe Ostergottesdienst der Auferstehungsnacht dauert mehrere Stunden. Bildrechte: IMAGO

Auferstehungsmesse

Höhepunkt des orthodoxen Osterfestes ist auch in Rumänien die Auferstehungsmesse in der Nacht auf den Ostersonntag. Daran konnte auch die Jahrzehnte lange Herrschaft der rumänischen Kommunisten nichts ändern. Genau um Mitternacht beginnt die Messe und dauert bis in den frühen Morgen.

Vor den Kathedralen, unter einem Baldachin, zelebrieren die Popen, gekleidet in weiß-goldene Ornate, singend die Messe. Ringsum leuchten tausende Kerzen. Und mit Kerzen in den Händen umrunden später in der Nacht die Gläubigen singend auch zweimal ihre Kirchen. In der Dämmerung geht es dann nach Hause - ein paar Stunden Schlaf noch, bevor in den Familien das überall im Land traditionelle Ostergericht serviert wird: Lamm. Sauer oder gebraten oder gegrillt, aber in jedem Falle Lamm.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR Aktuell | 27.03.2016 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 16:05 Uhr

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