Herbst 2016: Eine neue Hülle für Tschernobyl Notlösung für 100 Jahre

Tschernobyl: gigantische Schutzhülle aus Stahl über dem Unglücksreaktor.
7.000 Tonnen Stahl und 400.000 Kubikmeter Beton waren 1986 eilends auf den havarierten Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl geschüttet worden. 25 Jahre dürfte der Sarkophag der enormen Strahlenbelastung standhalten, prognostizierten sowjetische Wissenschaftler damals hoffnungsvoll. Er bröckelte aber schon etliche Jahre früher und drohte einzustürzen. Eine neue Hülle musste her. Und zwar schnell. Bildrechte: IMAGO
Tschernobyl: gigantische Schutzhülle aus Stahl über dem Unglücksreaktor.
7.000 Tonnen Stahl und 400.000 Kubikmeter Beton waren 1986 eilends auf den havarierten Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl geschüttet worden. 25 Jahre dürfte der Sarkophag der enormen Strahlenbelastung standhalten, prognostizierten sowjetische Wissenschaftler damals hoffnungsvoll. Er bröckelte aber schon etliche Jahre früher und drohte einzustürzen. Eine neue Hülle musste her. Und zwar schnell. Bildrechte: IMAGO
Gigantische Schutzhülle aus Stahl für den Reaktor Tschernobyl
2010 begannen die Arbeiten an der gigantischen Hülle. New Safe Confinent hieß das Projekt offiziell. Die neue Schutzhülle sollte der Beginn des Rückbauprozesses des havarierten Reaktors sein. Sie wurde so konstruiert, dass der zerstörte Reaktor abgerissen und in den kommenden Jahrzehnten nach und nach entsorgt werden kann. Die Kosten der Ummantelung: Mehr als zwei Milliarden Euro. Finanziert zu großen Teile von den G-7-Staaten und Russland. Die Ukraine selbst hätte sich dieses Projekt nie und nimmer leisten können. Bildrechte: dpa
Arbeiter in Tschernobyl
Mit den Arbeiten an der Ummantelung waren Tausende Arbeiter beschäftigt. Um die Strahlenbelastung für sie so gering wie nur irgend möglich zu halten, wurde die Ummantelung 180 Meter entfernt vom Unglücksreaktor angefertigt. Bildrechte: IMAGO
Kernbrennstofflager
Auf Schienen wurde die Ummantelung nach ihrer Fertigstellung im Herbst 2016 Zentimeter für Zentimeter an den Unglücksreaktor herangeschoben und schließlich über ihn gestülpt. Bildrechte: dpa
Schutzhülle aus Stahl für den Reaktor in Tschernobyl
Die Ummantelung ist ein gigantisches Ungetüm aus 25.000 Tonnen Stahl. 108 Meter hoch, 162 Meter lang und 260 Meter breit. Es überdeckt eine Fläche von insgesamt 85.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die Kathedrale Notre-Dame de Paris fände unter der Hülle spielend Unterschlupf. Bildrechte: dpa
Reaktorummantelung in Tschernobyl
Die Hülle besteht aus mehreren Schichten, die verhindern sollen, dass Hitze oder Feuchtigkeit nach außen dringen. Sie ist beständig gegen Regen, Schnee, extreme Temperaturschwankungen und könnte einem Tornado der Stufe 3 standhalten. Sie ist zudem absolut feuerfest. Von innen ist die Hülle komplett aus Edelstahl gefertigt. Bildrechte: dpa
Tschernobyl: gigantische Schutzhülle aus Stahl über dem Unglücksreaktor
100 Jahre soll das Meisterwerk der Ingenieurskunst halten. Und diese Zeit wird man auch brauchen, erklären Wissenschaftler, um den Rückbau des 1986 explodierten Reaktors zu bewerkstelligen. Noch weiß freilich niemand, wie dieser Rückbau tatsächlich vonstatten gehen könnte. Denn unter dem neuen Wahrzeichen von Tschernobyl liegen noch an die 200 Tonnen strahlendes Material ...
(Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im TV: 29.11.2016 | 21:45 Uhr.)
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