Straßenhunde Bulgarien Warna Goldstrand
Prägen immer mehr das Stadtbild von Warna: Streunende Hunde Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Welthundetag Die Straßenhunde vom Goldstrand

In der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna sind immer mehr Straßenhunde unterwegs. Tierschützer versuchen, so viele wie möglich ins Ausland zu vermitteln. Doch ein Gesetz macht das schwierig.

Straßenhunde Bulgarien Warna Goldstrand
Prägen immer mehr das Stadtbild von Warna: Streunende Hunde Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schwarzes Meer. Goldstrand. Die bulgarische Hafenstadt Warna war und ist bei vielen Deutschen beliebt. Doch die heile Ferienwelt wird zunehmend von streunenden Hunden getrübt. Ihnen begegnet man auf Schritt und Tritt. Ein Tierschutzverein versucht Abhilfe zu schaffen, indem er die Hunde ins Ausland, auch nach Deutschland, vermittelt.

Aufpäppeln in der Pflegestation

Außerhalb von Warna pflegen die Tierschützer Straßenhunde und bereiten sie auf ein neues Zuhause vor. Die Tiere sind geimpft und tragen einen Chip, mit dem sie identifiziert werden können. So schreibt es eine EU-Richtlinie vor, wenn Haustiere innerhalb der Union das Land wechseln. Bislang lief das problemlos.

Straßenhunde Bulgarien Warna Goldstrand
Aufnehmen, füttern, pflegen, impfen: Ein Tierschutzverein in Warna macht Straßennhunde fit für ein neues Zuhause. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bürokratische Hürden

2018 ist in Bulgarien jedoch eine Verordnung in Kraft getreten, die vorschreibt, dass die Tiere vor ihrem Wechsel in ein anderes Land in ein staatliches Tierheim müssen: 30 Tage Quarantäne. Sie soll sicherhstellen, dass die Tiere bei ihrer Ausreise garantiert gesund sind. Doch in Warna gibt es nur ein Tierheim und hunderte streunende Hunde. Der Platz reicht jetzt schon nicht. Der Verein, der die Hunde aufpäppelt, fürchtet, dass sich ihre Schützlinge im staatlichen Tierheim bei anderen Hunden anstecken.

Zweifel an der Umsetzbarkeit

Lokaljournalist und Blogger Iwailo Wassilew will wissen, ob die Befürchtung gerechtfertigt ist. Er fragt bei der zuständigen Behörde in Warna nach, wird jedoch abgewimmelt. Der bulgarische Tierschützer Nikolay Dobrew bestätigt ihm die Zweifel an den Möglichkeiten der staatlichen Tierheime. Nach seinen Kenntnissen entspricht das Tierheim in Warna den Quarantäne-Anforderungen keineswegs. Es gebe auch keinerlei Qualitätskontrollen seitens der zuständigen Behörde.

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Tierschützer Nikolay Dobrew (li) im Gespräch mit Blogger Ivailo Wassilew. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es gibt keine Räume, in denen die Hunde isoliert werden können […]. Es gibt keine Garantie, dass der Hund im Tierheim gesund bleibt.

Nikolay Dobrew

Das sieht man im Rathaus von Warna anders. Für die staatlichen Tierheime sei es kein Problem, die Quarantäne zu gewährleisten, heißt es dort.

Ob die neue Regelung die Vermittlung von bulgarischen Straßenhunden ins Ausland sicherer oder am Ende schwieriger macht, wird sich zeigen.


Über dieses Thema berichtet der MDR auch in der HIO-Reportage "Rettung mit Hindernissen": TV | 15.06.2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2019, 06:00 Uhr

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