Spektakuläre Straßen in Osteuropa

Grüne Berge und Meer.
Makarska Riviera, Kroatien Oben, an den Hängen des massiven Biokovo-Gebirges, windet sich eine schmale Straße entlang. Sie misst 45 Kilometer und verbindet die dalmatinischen Adriastädtchen Brela und Gradac. Oben die sandfarbenen Erhebungen des Gebirges, an die sich winzige mittelalterliche Dörfer schmiegen, tief unten und soweit das Auge reicht – die Adria mit ihren Inseln. Nirgendwo im Mittelmeer soll das Wasser blauer und klarer sein als hier – an der Makarska Riviera. Und die schmale Straße, die an ihr entlang führt, gilt als eine der schönsten Routen der Welt. Bildrechte: IMAGO
Grüne Berge und Meer.
Makarska Riviera, Kroatien Oben, an den Hängen des massiven Biokovo-Gebirges, windet sich eine schmale Straße entlang. Sie misst 45 Kilometer und verbindet die dalmatinischen Adriastädtchen Brela und Gradac. Oben die sandfarbenen Erhebungen des Gebirges, an die sich winzige mittelalterliche Dörfer schmiegen, tief unten und soweit das Auge reicht – die Adria mit ihren Inseln. Nirgendwo im Mittelmeer soll das Wasser blauer und klarer sein als hier – an der Makarska Riviera. Und die schmale Straße, die an ihr entlang führt, gilt als eine der schönsten Routen der Welt. Bildrechte: IMAGO
Brsec an der Opatija Riviera
Opatija Riviera, Kroatien Auf einem knapp zweihundert Meter hohen Felsen hoch über dem Meer thront das mittelalterliche Städtchen Brseč. Der Blick reicht bis hinüber auf die Inseln Cres und Krk und selbst die knapp 50 Kilometer entfernte Stadt Rijeka ist noch gut auszumachen. Brseč ist gleichzeitig der höchstgelegene Punkt an der Opatija Riviera. Von hier führt die schmale, von Pinien und Zypressen gesäumte Panoramastraße noch einige Kilometer oben, auf den Ausläufern des Učka-Gebirges entlang, ehe sie sich hinunterschlängelt an die Küste. Sie passiert einige zwischen Meer und Gebirge gezwängte Fischerdörfer und Städtchen, ehe sie in Opatija ihr Ende findet. Bildrechte: IMAGO
Blick auf den kroatischen Ferienort Opatija an der Adriaküste.
Opatija Opatija ist Kroatiens ältestes Seebad, das wegen seines milden Klimas bereits im 19. Jahrhundert ein beliebter Erholungsort war. Auf der Gästeliste des Städtchens: Anton Tschechow, James Joyce, Isidora Duncan, Gustav Mahler, Giacomo Puccini, Franz Lehar... In großen Gärten am Meer stehen prachtvolle Villen, am Lido hochherrschaftliche Hotels aus der Belle Époque. Und überall eine üppige subtropische Pflanzenpracht: Mammutbäume, Magnolien, Palmen, Kamelien, Bananen. Opatija erinnert an Zeiten, als das Wort Tourismus noch gänzlich ohne den Zusatz "Massen" auskam. Bildrechte: IMAGO
Der Highway M-54, von Krasnoyarsk nach Abakan
R257 Jenessei, Russland 1111: Das ist nicht die inoffizielle Nummer der sibirischen Fernstraße, sondern ihre Länge. Die R257 Jenissei verbindet Krasnojarsk mit Abakan, der Hauptstadt der Republik Chakassien und führt weiter bis an die Grenze zur Mongolei. Dabei folgt die Trasse dem Lauf des Flusses Jenissei. Wer ein wenig Zeit mitbringt, kann auf halber Strecke zwischen Krasnojarsk und Abakan einen Abstecher zu einen der größten künstlichen Seen der Welt machen: dem Krasnojarsker Stausee. Er ist 388 Kilometer lang und bis zu 15 Kilometer breit. Bildrechte: dpa
Ein überfüllter Viehtransporter parkt am Straßenrand- in der Bucht von Kotor in Montenegro
Jadranska Magistrala, Montenegro "Als unser Planet entstand, muss sich die schönste Begegnung zwischen Meer und Land an der montenegrinischen Küste zugetragen haben", schrieb der englische Dichter Lord Byron in sein Reisetagebuch, als er vor etwa 100 Jahren die Bucht von Kotor sah: Schroffe, teils über 200 Meter hohe Felsen, die steil ins Meer hinabfallen. Durch diese Landschaft, hoch oben, auf den Felsen, windet sich eine Straße, die Jadranska Magistrala, zu Deutsch: die Adria Magistrale. Es ist eine enge, kurvenreiche Straße, die von Olivenbäumen, Zypressen und Pinien gesäumt ist und den Blick freigibt auf das ungeheure Blau des adriatischen Meers. Freilich: Die Straße ist gefährlich. Momente der Unachtsamkeit führen hier stets zu schwersten Unfällen. Bildrechte: IMAGO
Ein Verkehrszeichen an einer Straße über den zugefrorenen Baikalsee
Straße nach Olchon, Russland Olchon ist die größte und einzige bewohnte Insel im Baikalsee. Sie ist etwa 70 Kilometer lang und 12 Kilometer breit und wird von knapp 1.700 Menschen bewohnt. Im Sommer verkehren alle paar Stunden Fähren vom Festland auf die Insel, im Winter wird hingegen eine offizielle Straße eingerichtet. Eine Winterstraße. Sie ist knapp fünf Kilometer lang und führt geradenwegs über den zugefrorenen Baikalsee. Es sind Straßenschilder aufgestellt und auch der Winterdienst funktioniert – jeden Tag wird der Schnee von der Eispiste geräumt. Erlaubt sind übrigens nur etwa 50 km/h auf der Straße nach Olchon und der Sicherheitsabstand muss 200 Meter betragen. Kontrollen soll es freilich noch kaum gegeben haben ... Bildrechte: IMAGO
Straße mit Straßenschild am Baikalsee
Transsibirische Magistrale, Russland Wer mit dem Auto oder dem Motorrad von Moskau nach Wladiwostok fahren will, reist auf der Transsibirischen Straße. Mit mehr als 9.100 Kilometern ist sie eine der längsten Autopisten der Welt. Dass man vom europäischen Teil Russlands bis in den fernen Osten nun überhaupt einigermaßen bequem fahren kann, ist erst dank eines Lückenschlusses möglich. 2010 wurde die mehr als 2.000 Kilometer lange Strecke (R297) zwischen Tschita und Chabarowsk fertiggestellt. Bildrechte: IMAGO
Vladimir Putin betankt einen Lada.
Russlands Präsident Wladimir Putin, der das ehrgeizige Projekt vorangetrieben hatte, ließ es sich nicht nehmen, die Transkontinentalstraße persönlich zu inspizieren. Öffentlichkeitswirksam tourte er Ende August 2010 in einem gelben Lada Kalina vier Tage auf der Piste. Bildrechte: dpa
Serpentinenartige Transfogarascher Hochgebirgsstraße
Transfogarascher Hochstraße, Rumänien Die Redakteure des BBC-Automagazins "Top Gear" nannten die rumänische Transfogarascher Hochstraße in einer Sendung von 2009 die "schönste Straße der Welt". Viel Lob für die 92 Kilometer lange spektakuläre Hochgebirgsstraße, die über das siebenbürgische Fogarasch-Gebirge führt und die Diktator Nicolae Ceausescu bauen ließ. In einer Rekordzeit von vier Jahren (1970 bis 1974) wurden drei Millionen Tonnen Stein bewegt – mithilfe von 6.500 Tonnen TNT. 40 Menschen sollen bei den Bauarbeiten gestorben sein.

Mit der Straße gab es erstmals eine direkte Verbindung zwischen dem nördlichen Siebenbürgen und dem walachischen Süden. Ceausescu hatte strategische Gründe dafür: Er wollte gegen eine mögliche Invasion sowjetischer Truppen gewappnet sein, nachdem sich Rumänien geweigert hatte, am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei zu beteiligen. Die Invasion der Sowjets blieb aus, damit änderten sich auch die Pläne für die Straße.
Bildrechte: MDR/Annett Müller
Gletschersee Balea Lac, der an der Transfogarascher Hochstraße auf einer Höhe von über 2.000 Metern liegt und als Touristenattraktion in Rumänien gilt.
In den 1980er-Jahren träumte der rumänische Diktator von einem riesigen Wintersportgebiet an der Strecke – mit Skiliften, Rodelbahnen und Hotels, nur hatte Ceausescu nicht das Geld dafür. Heute ist die Alpinstraße, die bis auf eine Höhe von 2.042 Metern reicht, dennoch eine Touristenattraktion. An der Strecke liegt der Gletschersee Balea Lac, der täglich Hunderte Besucher anzieht. Zugleich gibt es zahlreiche Wanderwege ins Fogarasch-Gebirge. Doch die Transfogarascher Hochstraße ist lediglich vier Monate pro Jahr für den Verkehr geöffnet: Denn so schön sie ist, so gefährlich ist die Alpinstraße. Bei schlechter Witterung drohen dort Lawinen, Steinschläge und Erdrutsche. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Eine Straße durch Pamir.
Pamir Highway, Tadschikistan/Kirgisistan Der Pamir Highway ist eine ebenso spektakuläre wie legendäre Route. Die zweithöchste internationale Fernstraße der Welt führt von Duschanbe in Tadschikistan in die kirgisische Stadt Osh – 1.300 Kilometer quer durch das Pamir-Gebirge. Auf ihrem langen Weg durchquert sie scheinbar endlose, wüstenartige Gegenden und überwindet bis zu 4.000 Meter hohe Gipfel. Die Serpentinen sind eng, der Ausblick atemberaubend. An etlichen Abschnitten besteht der Highway nur aus Schotter und Geröll und manchmal müssen in Ermangelung von Brücken Gebirgsflüsse durchquert werden. Verkehrsschilder gibt es auf dem Highway so gut wie keine. Dafür aber – Stille und Einsamkeit.

(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Russlands Seele - Russlands Stolz | 26.11.2011 | 19:50 Uhr)
Bildrechte: dpa
Alle (11) Bilder anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren