Russland Sowjetische Atom-U-Boote verrotten in Ozeanen

Wracks von russischen Atom-U-Booten im Hafen von Murmansk (2005)
Weit mehr als 200 Atom-U-Boote besaß die UdSSR. Als sich das sozialistische Riesenreich auflöste, begann die einst "ruhmreiche" Flotte des Landes allmählich zu verrotten, darunter Dutzende Atom-U-Boote samt Reaktoren und Brennstäben. Sie wurden nur notdürftig gesichert und dann vergessen. Tausende Tonnen atomaren Mülls wurden aber auch einfach in den Ozeanen entsorgt. Bildrechte: dpa
Wracks von russischen Atom-U-Booten im Hafen von Murmansk (2005)
Weit mehr als 200 Atom-U-Boote besaß die UdSSR. Als sich das sozialistische Riesenreich auflöste, begann die einst "ruhmreiche" Flotte des Landes allmählich zu verrotten, darunter Dutzende Atom-U-Boote samt Reaktoren und Brennstäben. Sie wurden nur notdürftig gesichert und dann vergessen. Tausende Tonnen atomaren Mülls wurden aber auch einfach in den Ozeanen entsorgt. Bildrechte: dpa
Die Küste der Barentsee
2013 veröffentlichte die russische Regierung einen Bericht, in dem aufgelistet war, wieviel Atommüll in den russischen Regionen des Arktischen und Pazifischen Ozeans abgeladen worden sind: Zwei große Atom-U-Boote samt Reaktoren und Brennstäben, weitere 19 Schiffe mit radioaktiver Fracht sowie etwa 20.000 Container mit Atommüll. Die letzte Verklappung soll 1993 stattgefunden haben. (Foto: Blick auf die Barentssee, in der Hunderte Tonnen Atom-Müll versenkt wurden und in der 2003 das Atom-U-Boot K-159 unterging.) Bildrechte: IMAGO
Atom-U-Boote K 159
Im August 2003 sank ein Atom-U-Boot der Baureihe K-159 bei schlechtem Wetter in der Barentssee. Das U-Boot K-159, das zur ersten Generation atomar betriebener U-Boote in der UdSSR zählte und ab 1963 produziert wurde, war mit zwei Reaktoren ausgestattet und sollte zum Abwracken geschleppt werden. Bei der Katastrophe kamen zehn Soldaten ums Leben. Das Atom-U-Boot konnte nicht geborgen werden und ruht bis heute auf dem Grund des Ozeans. Russische Behörden versichern, dass von dem U-Boot keinerlei Gefahr ausgehe. Fachleute bestreiten das. Sie sprechen von einer tickenden Zeitbombe. (Im Bild: Zwei Atom-U-Boote der Baureihe K-159 in einem Langzeitlager in der Nähe von Wladiwostok am Pazifischen Ozean.) Bildrechte: dpa
Dorf mit ländlicher Umgebung an der Barentssee, 2009
Im April 1989, noch zu Zeiten der UdSSR, sank in der Barentssee im Arktischen Ozean das atomar betriebene U-Boot "Komsomolez", das größte Jagd-U-Boot aller Zeiten. An Bord: Zwei Reaktoren, Uran und Plutonium. Das U-Boot ruht noch immer auf dem Grund der Barentsee. Wie es im Innern des Bootes aussieht, weiß niemand. (SL)
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Aktuell", 28.05.2015, 17:45 Uhr)
Bildrechte: IMAGO
Alle (4) Bilder anzeigen