Gruppe von Kanufahrern auf einem Fluss vor grünem Wald.
Bildrechte: IMAGO

Baltikum Ab aufs Wasser - Kanuparadies Litauen

Kanufahren ist in Litauen eine Art Volkssport. Paddler und Naturliebhaber kommen bei einer Auswahl von über 2.500 Seen voll auf ihre Kosten. Ganze Familienscharen gehen im Sommer auf mehrtätige Kanutour.

von Vytene Stasaityte

Gruppe von Kanufahrern auf einem Fluss vor grünem Wald.
Bildrechte: IMAGO

Volkssport Kanufahren

In Litauen ist Kanufahren eine Art Volkssport. Das 3 Millionen Einwohner Land im Nordosten Europas zählt über 2.600 Seen und über 29.000 Fließgewässer, von denen 816 länger als zehn Kilometer sind. Da kommen Paddler und Naturliebhaber voll auf ihre Kosten, wie auch Familie Mačiuika aus Vilnius. Sie verbringen ihre Wochenenden wie auch zahlreiche andere Litauer auf dem Wasser, am liebsten in einem Kanu.

Diesen Sommer sind Vitalija, Dainius und Adomas auf dem Fluss Lakaja und den Lakajų Seen im Labanoras-Forst im Osten Litauens unterwegs. Das Programm startet in Vilkaslastis - dort wird freitagabends erstmal gemeinsam gezeltet. Am nächsten Morgen wird die Familie persönlich vom Bootsverleiher abgeholt und zum See Juodųjų Lakajų, am Dorf Lakajai gefahren. Am zweiten Tag paddelt das Team die zweite Hälfte der Strecke bis zum Dorf Liūlinės.

Osteuropa

Ab aufs Wasser mit den Kanus: In Bildern

Kanufahren ist in Litauen eine Art Volkssport. Paddler und Naturliebhaber kommen bei einer Auswahl von über 2.500 Seen voll auf ihre Kosten. Ganze Familienscharen gehen im Sommer auf mehrtätige Kanutour.

Gruppe von Kanufahrern auf einem Fluss vor grünem Wald.
Hier im Seen-Eldorado Litauens kommen Paddler und Naturliebhaber voll auf ihre Kosten: mit über 2.600 Seen bietet das baltische Naturreservat kilometerlange Flüsse für Wasserratten. Wie auf diesem Bild: Kanufahrer treffen sich am Zusammenfluss von Memel und Merkis im Dzūkija-Nationalpark, dem größten Nationalpark Litauens. Bildrechte: IMAGO
Gruppe von Kanufahrern auf einem Fluss vor grünem Wald.
Hier im Seen-Eldorado Litauens kommen Paddler und Naturliebhaber voll auf ihre Kosten: mit über 2.600 Seen bietet das baltische Naturreservat kilometerlange Flüsse für Wasserratten. Wie auf diesem Bild: Kanufahrer treffen sich am Zusammenfluss von Memel und Merkis im Dzūkija-Nationalpark, dem größten Nationalpark Litauens. Bildrechte: IMAGO
Ein Insekt auf dem Haltegriff.
Welches der unendlich vielen Paddelreviere ist das Schönste? Schwierig, aber viel spricht für den Nationalpark "Aukstaitija". Da viele Seen miteinander verbunden sind, lässt sich das gesamte See-System mit einem Wassergefährt erkunden. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Eine Gruppe Kanufahrer auf dem Wasser.
Während der langen Sommertage nutzen Litauer jede Gelegenheit, etwas Sonne zu tanken und den Vitamin-D-Spiegel zu heben. Also: Ab aufs Wasser. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Mutter und Sohn fahren Kanu.
Die Liebe zum Kanufahren wird im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Mit fünf Jahren erlebte Adomas seine erste Kanufahrt. Hier lässt sich der Spross noch von seiner Mama kutschieren. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Ein junger Mann steht vor zwei Kanus.
Adomas ist inzwischen ein Teenager. Als 16-Jähriger ist es aber nicht uncool mit der Mama auf Kanutour zu gehen. Und inzwischen übernimmt er die Hauptarbeit – das Paddeln. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Kanus auf dem Wasser.
Auch Hunde scheuen das Wasser nicht. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Eine Gruppe Kanufahrer beim baden am Strand.
Kanufahren ist ein idealer Familiensport. In Litauen treffen sich in den Sommermonaten ganze Familienscharen, die mit ihren Freunden um die Wette paddeln. Bildrechte: Dainius Mačiuika
Eine Gruppe Menschen beim verladen von Kanus.
Vor Ort kümmert sich der Kanuverleih auch um den Transport der Kanus zum See. Kanufahren in Litauen ist zudem auch preiswert: Gerade mal bis zu 25 Euro pro Kopf kostet ein Kanu-Wochenende, inklusive Transport und Sauna – wenn man früh genug bucht.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch in der HIO-Reportage "Urlaub im wilden Osten" | TV | 22.07.2017 | 18:00 Uhr.)
Bildrechte: Dainius Mačiuika
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34 Kilometer in 2 Tagen

Für die Kanutour benötigt man kein Gepäck, da die Kanufahrer zu ihren Wassergefährten hingebracht und abgeholt werden. Was allerdings nicht fehlen darf, ist ein wasserfester Beutel für das Smartphone, und ein paar Snacks und Getränke für Zwischendurch. Die Familie setzt sich große Ziele: In zwei Tagen – 34 Kilometer mit dem Kanu. Die 23-köpfige Familienbande inklusive Hund bricht mit insgesamt 12 Kanus auf See.

Ablauf: von 11 bis ungefähr 19 Uhr padelt das Team und rastet am Campingplatz für eine kleine Mahlzeit. Wenn alle anderen Teams wieder am Zielort einkehren, wird das Abendessen vorbereitet: wie es sich in der Natur so gehört, wird auf dem Feuer gekocht und gegrillt. In puncto "Menü" hat sich bei den Campern schon eine gewisse Tradition entwickelt, erzählt Mutter Vitalija: Vater Dainius kocht – "Pasta a la Dainius", also Nudeln mit Tomaten-und Pesto Soße".

Nach dem Essen wird ausgiebig gefeiert: mit Sauna, Baden im Fluss und witzigen Ritualtänzen, Singen und langen Gesprächen am Lagerfeuer. Da bleiben Hartgesottenen auch bis zum Sonnenaufgang wach.

Liebe zum Kanufahren

"Guck dir mal das Bild an - hier ist Adomas erst fünf Jahre alt", erzählt Vitalija. Adomas, ihr Sohn, ist inzwischen ein Teenager im Alter von 16 Jahren. Mit der Mama geht er selbstverständlich immer noch auf Kanutour. Inzwischen übernimmt er aber die Hauptarbeit – das Paddeln.

Eine Gruppe Kanufahrer beim auspacken.
Begeisterung schon seit über 12 Jahren: Hier sitzt der 5-Jährige Adomas im Kanu. Bildrechte: Dainius Mačiuika

Eine "Kanu-Familie" aus Leidenschaft: Vitalija, Adomas und Vater Dainius Mačiuika leben in Vilnius, der Hauptstadt Litauens. Dort betreiben sie einen Outdoorladen mit Campingausrüstung. Vor 12 Jahren hat sich die Familie in das baltische Kanurevier verliebt, als sie mit Freunden ein Wochenende in ihren Kanus unterwegs waren. Seitdem gehen sie jedes Jahr auf Tour.

Es ist eben ein tolles Gefühl, den Tag auf dem Wasser zu verbringen und die schöne Natur zu betrachten. Einerseits ist es entspannt, anderseits auch abenteuerlich, denn die Flüsse bieten auch Hindernisse – mal ist die Strömung groß, im Weg liegen runtergefallene Bäume oder große Steine usw. Und die Belohnung ist das Zusammensitzen abends am Lagerfeuer. Das ist super.

Dainius Mačiuika, Vater

Vorbereitung ab Frühjahr

Mit der Planung kann man nie früh genug beginnen: Die Familie beginnt mit der Reiseplanung bereits im Frühjar, denn: "Es ist ein guter Grund sich mal wieder zu treffen. 90 Prozent der Zeit quatscht man über dies und jenes, aber irgendwann kommen wir doch zur Entscheidung, wann und wo wir uns am liebsten treffen. Danach übernimmt jemand die Verantwortung, das schon konkret zu organisieren", erklärt Dainius. Die Familien wählen jedes Jahr immer eine neue Strecke aus. Sie waren auch mal außerhalb Litauens – und haben auch die polnischen Gewässer getestet.

Eine Gruppe Kanufahrer beim baden am Strand.
Preiswert: Gerade mal bis zu 25 Euro pro Kopf kostet ein Kanu-Wochenende, inklusive Transport und Sauna – wenn man früh genug bucht. Bildrechte: Dainius Mačiuika

Kanufahren in Litauen ist günstig

Der frühe Vogel fängt den Wurm – das gilt auch für die Preise. Je nach Bedarf können die Preise für Miete und Service steigen. Der Freundeskreis von Familie Mačiuika hat für das Wochenende insgesamt 25 Euro pro Kopf gezahlt. Im Preis inbegriffen sind: die Kanus, Transport zum Fluss und den Campingplatz, inklusive Sauna.

Die Preise schwanken je nachdem, wie gut das Wetter ist und an welchen Ort man paddeln möchte. Für manche kleinen Flüsse, die in Naturschutzgebieten fließen und sehr beliebt sind, muss man extra Steuern zahlen, nicht immer kriegt man auch die Möglichkeit, weil die Zahl der Kanus, die Erlaubnis bekommen, pro Tag begrenzt ist. Zusammengefasst ist es trotzdem ein recht günstiges Freizeitangebot.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im TV: MDR | 22.07.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 14:13 Uhr

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