Serie zum Tag der Deutschen Einheit Autos, Lampen und Soldaten - Hauptsache "Made in Germany"

Ordnung, Pünktlichkeit und Qualität - auf Deutschland ist Verlass. So sehen es viele Litauer. Besonders seitdem im Land die deutschen Nato-Soldaten stationiert sind.

Eröffnung der Deutschen Straße im litauischen Vilnius - Rechte"Quelle Saulius Žiūra / Vilnius Stadtverwaltung
Eröffnung der "Deutschen Straße" im litauischen Vilnius. Bildrechte: Saulius Žiūra/Vilnius Stadtverwaltung

Die Litauer lieben deutsche Autos. Trotz Dieselgate kauften sie im zweiten Quartal dieses Jahres sogar noch mehr VWs, Audis und BMWs. Unter den Gebrauchtwagen blieben diese Marken Spitzenreiter.

Wir Litauer sind überzeugt: Ein deutsches Auto fährt länger als ein italienisches oder französisches. Auch ich selbst bin stolze Besitzerin eines Volkswagens - eines VW Lupo, Baujahr 2002, aus dritter Hand. Den TÜV habe ich auf Biegen und Brechen gerade noch einmal so bekommen. Aber da sieht man mal, wie lange deutsche Autos halten.

"Made in Germany"

Deutsche Keramik in Vilnius.
"Made in Germany" steht hoch im Kurs. Ein Geschäft in Vilnius, das deutsche Keramik verkauft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Etikett "Made in Germany" ist nach wie vor ein Qualitätssiegel. Nach unserer Unabhängigkeitserklärung 1990, als sich der litauische Markt dem Westen geöffnet hat, verkauften Geschäfte an jeder Ecke etwas aus Deutschland: "Deutsche Technik", "Gebrauchte Möbel aus Deutschland" und so weiter. Ob das dann auch wirklich "Made in Germany" war, spielte keine Rolle. Mittlerweile findet man nicht mehr ganz so viele solcher Läden, doch es gibt sie noch. In Vilnius habe ich spontan drei solcher Läden entdeckt: "Deutsche Lampen", "Deutsche Apotheke" und "Deutsche Keramik".

Pflichtbesuch: Deutsche Straße

Eröffnung der Deutschen Straße im litauischen Vilnius
"Deutschen Straße", ein Muss für Touristen Bildrechte: Saulius Žiūra/Vilnius Stadtverwaltung

Außerdem gibt es in der Hauptstadt Vilnius seit Jahren eine "Deutsche Straße". Hier machten einst Kaufleute und Handwerker aus Deutschland Geschäfte. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Vilnius litauische Juden, Deutsche und andere Völker bunt gemischt zusammen. Seit einem Jahr ist das Straßenschild auf der beliebten Straße im Herzen der Altstadt, direkt an dem Rathaus, auch auf Deutsch zu finden. Am 3. Oktober 2016 wurde es mit Musik und in Anwesenheit prominenter Gäste an der Fassade von Hausnummer 1 enthüllt. Es war ein Geschenkt der Stadt an Deutschland zum Tag der Deutschen Einheit und zum 25. Jubiläum der bilateralen Beziehungen mit Litauen.

Deutsche Touristen willkommen

Ein Besuch dieser Straße ist für jeden deutschen Touristen Pflichtprogramm. Nach Belarus, Lettland und Russland ist Deutschland das vierte Land, aus dem die meisten Touristen nach Litauen kommen. 2016 waren das etwa 203.000 bzw. neun Prozent aller Touristen. Da sie neben den Amerikanern und Chinesen das meiste Geld hier lassen, sind sie willkommene Gäste in vielen Läden und Restaurants.

Die litauische Hauptstadt ist vor allem als Zwischenstopp auf der Reise durchs Baltikum oder zur Kurischen Nehrung beliebt. Viele Deutsche besuchen den Kurort Nida (deutsch: Nidden), der bis 1919 und in der Zeit des Zweiten Weltkrieges zum Deutschen Reich gehörte. Dort machen sie sich auf Spurensuche nach ihren Verwandten, andere bewundern einfach nur die Wälder, hohen Dünen und tollen Strände.

Wirtschaft und Sicherheit

Auch die deutschen Investitionen sind für Litauen sehr wichtig. Deutschland war im ersten Quartal 2017 mit 1,3 Milliarden der drittgrößte Investor nach den Niederlanden. Andersherum exportiert Litauen in kein Land mehr Waren als nach Deutschland. Und überhaupt: Seitdem die Bundeswehrsoldaten in Litauen stationiert sind, finden wir Deutschland noch großartiger.

Über dieses Thema berichtete HEUTE IM OSTEN auch bei MDR AKTUELL im: TV | 28.07.2017 | 17:45 Uhr

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