Seuche In Polen grassiert die Vogelgrippe

Puten
In Polen sollen 40.000 Puten getötet werden. Sie könnten sich mit dem Vogelgrippe-Erreger H5N8 angesteckt haben. Bildrechte: Colourbox.de

Nach der Schweinepest ist in Polen nun auch die Vogelgrippe ausgebrochen. Es handelt sich um den hochansteckenden Erreger H5N8. Nach Angaben der lokalen Veterinärbehörden sind in drei Putenmastbetrieben in der Region Lublin bereits 40.000 Tiere getötet worden. Nördlich von Breslau seien 65.000 Legehennen infiziert. Auch sie sollen getötet werden. Die Amtsveterinäre wollen in der Region weitere 31 Geflügelfarmen untersuchen.

Laut polnischem Geflügelhalterverband könnten sich im näheren Umkreis der betroffenen Betriebe weitere 350.000 Tiere mit dem Virus anstecken. Um das zu verhindern, wurden Schutzzonen ausgewiesen.

Polen ist nach Angaben des Statistischen Amtes der EU "Eurostat" der größte Geflügelfleischerzeuger der Europäischen Union. Tierschützer kritisieren seit langem die Haltung der Truthähne in großen Betrieben. Zuletzt war die Vogelgrippe 2017 in Polen ausgebrochen.

Bislang keine Gefahr für Deutschland

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Institutes (Bundesforschungsistitut für Tierseuchen) gibt es in Deutschland derzeit keinen nachgewiesenen Fall der Vogelgrippe H5N8. Derzeit gebe es auch keine Anzeichen für einen großen Ausbruch, die Bevölkerung solle aber wachsam sein. "Wenn an einem Ort gleich mehrere tote Wasservögel liegen, sollte die Veterinärbehörde informiert werden", sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI), Elke Reinking.

Viele Menschen erinnern sich noch an die an H5N8 gestorbenen Schwäne und anderen Vögel in den Jahren 2016/17. Damals wurde nach FLI-Angaben die bislang schwerste Vogelgrippe-Epidemie in Europa und auch in Deutschland registriert. Den letzten gemeldeten Fall eines hochpathogenen Vogelgrippeerregers in Deutschland gab es im September 2018 - ein H5N6-Virus in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch für Menschen gefährlich

Durch die Vogelgrippe sind neben Puten vor allem Hühner, aber auch Fasane, Perlhühner und Wildvögel gefährdet. Mit dem Virus können sich jedoch auch Menschen infizieren. 2003 waren nach Angaben der WHO weltweit Hunderte Menschen an den Folgen einer Vogelgrippe gestorben. Die meisten Erkrankungen und Todesfälle hatte es in Ägypten, Indonesien, Kambodscha und Vietnam gegeben.

(tvn24.pl/Euronews/agragheute/dpa/voq)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2020 | 14:00 Uhr