Jahrhundertprojekt "Neue Seidenstraße"

Es ist ein gigantisches, 900 Milliarden Euro teures Projekt: die "Neue Seidenstraße". Entlang der legendären Handelsstraße baut China eine neue Route, an die mehr als 60 Länder angeschlossen werden, auch die Staaten Osteuropas.

Neue Seidenstraße
China möchte den Mythos der alten Seidenstraße wiederbeleben und plant eine neue Seidenstraße entlang der legendären Handelsroute. Es ist ein gigantisches Projekt, das seit 2013 in Angriff genommen wird. Denn es umfasst nicht nur den Ausbau von Straßen, Schienen- und Schifffahrtswegen, sondern auch die Errichtung von Flughäfen, Sonderwirtschaftszonen, Industrieparks, Telekommunikationsunternehmen, Dämmen, Häfen, ja sogar den Bau oder die Sanierung von Kraftwerken. Insgesamt knapp 900 Milliarden Euro hat Peking für das Projekt neue Seidenstraße zur Verfügung gestellt. Mehr als 60 Länder sollen an die neue Seidenstraße angeschlossen werden, darunter auch die meisten Staaten Osteuropas. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Neue Seidenstraße
China möchte den Mythos der alten Seidenstraße wiederbeleben und plant eine neue Seidenstraße entlang der legendären Handelsroute. Es ist ein gigantisches Projekt, das seit 2013 in Angriff genommen wird. Denn es umfasst nicht nur den Ausbau von Straßen, Schienen- und Schifffahrtswegen, sondern auch die Errichtung von Flughäfen, Sonderwirtschaftszonen, Industrieparks, Telekommunikationsunternehmen, Dämmen, Häfen, ja sogar den Bau oder die Sanierung von Kraftwerken. Insgesamt knapp 900 Milliarden Euro hat Peking für das Projekt neue Seidenstraße zur Verfügung gestellt. Mehr als 60 Länder sollen an die neue Seidenstraße angeschlossen werden, darunter auch die meisten Staaten Osteuropas. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Pupin-Brücke in Belgrad
Belgrad, Serbien Ein sehr frühes Projekt auf der neuen Seidenstraße ist die Pupinow-Brücke in der serbischen Hauptstadt Belgrad. 2014 wurde die Donau-Brücke feierlich eingeweiht. Bildrechte: IMAGO
Die Pupin-Brücke in Belgrad
Belgrad, Serbien Die Kosten des Brückenbaus in Höhe von 170 Millionen Euro trugen zu 85 Prozent die Exim Bank of China und zu 15 Prozent der serbische Staat sowie die Stadt Belgrad. Gebaut wurde die knapp anderthalb Kilometer lange Donau-Brücke von einer chinesischen Baufirma. Nach der Eröffnung der Pupinow-Brücke müssen LKW einerseits nicht mehr das Zentrum von Belgrad durchfahren und können andererseits viel schneller den Hafen der Stadt erreichen. Bildrechte: IMAGO
Keleti Bahnhof in Budapest
Hochgeschwindigkeitsstrecke Budapest - Belgrad, Ungarn/Serbien Mehr als acht Stunden benötigt der Schnellzug für die knapp 350 Kilometer zwischen Budapest und Belgrad. In längstens fünf Jahren aber soll auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ein Schnellzug mit 200 km/h verkehren und die Strecke zwischen den beiden Hauptstädten in gut zweieinhalb Stunden zurücklegen. Chinesische Firmen werden die Hochgeschwindigkeitsstrecke errichten. Kostenpunkt: geschätzte 1,5 Milliarden Euro. 85 Prozent der Baukosten bestreiten Banken aus dem "Reich der Mitte". Bildrechte: IMAGO
Kraftwerk Kostolac
Kostolac, Serbien Mehr als 715 Millionen Dollar investiert China im Kohlekraftwerk Kostolac. Sowohl ein neuer Block wird entstehen als auch der Kohleabbau im nahe dem Kraftwerk gelegenen Tagebau modernisiert. Bildrechte: dpa
Hafen von Klaipeda, Litauen
Klaipeda, Litauen Mit chinesischem Geld wird seit 2015 der Ostseehafen Klaipeda zu einem bedeutenden Umschlagplatz auf der neuen Seidenstraße ausgebaut. Bildrechte: IMAGO
Blick über die Donau auf das Kernkraftwerk in Cernavoda am 25.8.2003.
Cernavoda, Rumänien Mehr als 7,2 Milliarden Euro investiert die chinesische Firma "Nuklear Power Group", die sämtliche Kernkraftwerke in China betreibt, im rumänischen AKW Cernavoda. Zwei neue Reaktorblöcke wird das in die Jahre gekommenen AKW erhalten. Bildrechte: dpa
Einfahrt in die Freihandelszone Korgas an der chinesischen Grenze zu Kasachstan
Korgas, Kasachstan Die Sonderwirtschaftszone Korgas befindet sich direkt an der chinesisch-kasachischen Grenze. Auf der chinesischen Seite haben sich etliche Unternehmen angesiedelt, es sind riesige Malls entstanden und Luxus-Appartements. Korgas hat für die Chinesen aber auch noch eine erhebliche Bedeutung als Drehscheibe - den neu errichteten Bahnhof der Stadt passieren die Güterzüge, die nach Zentralasien, in den Iran oder eben in die andere Richtung, nach Europa, fahren. Bildrechte: IMAGO
Korgas China, Kasachstan
Korgas, Kasachstan Auf der kasachischen Seite von Korgas ähnelt die Sonderwirtschaftszone freilich noch eher einem Basar. Kleine Händler haben ihre Stände aufgebaut, es gibt Kioske und ein paar Tankstellen an der Hauptstraße. Für die Kasachen ist die neue Seidenstraße nicht unbedingt ein Versprechen auf eine große Zukunft, sondern eher eine Bedrohung - sie fürchten den Ausverkauf ihres Landes und fühlen sich der Wirtschaftsmacht des chinesischen Nachbarn hilflos ausgeliefert. Bildrechte: IMAGO
Containerbahnhof Chengdu
Bahnstrecke China - Polen Im Rahmen der neuen Seidenstraße wurde 2015 auch bereits die erste direkte Güterzugverbindung zwischen China und Polen in Betrieb genommen. Start der 15-tägigen Fahrt nach Polen ist der Containerbahnhof Chengdu. Bildrechte: IMAGO
Minsk, Industriepark Great Stone
Minsk, Belarus "Großer Stein" heißt ein gigantischer Industriepark, der in der Nähe des Minsker Flughafens entsteht. Der Park wird nach seiner Fertigstellung mehr als 90 Quadratkilometer groß sein und neben Logistikfirmen Unternehmen aus den Bereichen Elektronik, IT, Maschinenbau, Biomedizin, Material- und Werkstoffkunde beherbergen. 150.000 Menschen sollen in etwa 25 Jahren im "Great Stone" arbeiten und leben. In ganz Europa gibt es derzeit kein Bauvorhaben, das auch nur annähernd so ehrgeizig wäre. Bildrechte: dpa
Great Stone-Industriepark in Minsk.
Minsk, Belarus Das Projekt "Großer Stein" verwirklichen China und Belarus gemeinsam - China trägt freilich den größeren Anteil an den Baukosten, knapp 70 Prozent. Chinas Präsident Xi Jinping sagte bei der Grundsteinlegung: Der Park sei "eine Perle auf der neuen Seidenstraße".
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "Aktuell", 15.05.2017.)
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