Kräne im Donauhafen von Izmail (Ukraine)
Das Bild zeigt den Donauhafen der ukrainischen Hafenstadt Izmajil. Bildrechte: IMAGO

Hafen Izmail Ukraine setzt russischen Tanker fest

Im November vorigen Jahres hatte Russland drei ukrainische Marineboote an der Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch gehindert und beschlagnahmt. Jetzt reagierte die Ukraine im Gegenzug mit der Festsetzung eines russischen Tankers.

Kräne im Donauhafen von Izmail (Ukraine)
Das Bild zeigt den Donauhafen der ukrainischen Hafenstadt Izmajil. Bildrechte: IMAGO

Ukrainische Behörden haben im Donau-Hafen von Ismajil ein russisches Tankschiff festgesetzt. Sicherheitskräfte teilten mit, das Schiff sei am Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch beteiligt gewesen. Bei Gericht sei ein Antrag gestellt worden, den Tanker unter Bewachung zu stellen.

Man wolle Dokumente, Funkaufzeichnungen und Bordbücher vom Zwischenfall suchen. Das Schiff sei unter anderem Namen in die Hafenstadt im Donaudelta eingelaufen. Man habe dort aber seine wahre Identität festgestellt.  

Hafenstadt Ismajil
Ukraine setzt russischen Tanker in Ismajil fest. In der Straße von Kertsch hatte im November die russische Küstenwache ukrainische Marineboote beschlagnahmt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Botschaft: Mannschaft auf dem Weg nach Russland

Zunächst hatte es auch geheißen, dass die Besatzung an Bord verhört werden soll. Die Mannschaft soll nach Angaben der russischen Botschaft in Kiew aber inzwischen freigelassen und auf dem Weg nach Russland sein. Moskau hatte zuvor gedrohte, sollten russische Bürger als Geiseln gehalten werden, werde dies Konsequenzen haben.

Analysten erwarten, dass sich durch den Vorfall die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine weiter verschlechtern.

Russland setzt ukrainische Schiffe fest

Vergangenen November hatte die russische Küstenwache drei ukrainische Marineboote an der Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch gehindert. Bei der Aktion wurden mehrere ukrainische Marinesoldaten verletzt und 24 Besatzungsmitglieder festgenommen. Sie sitzen in der russischen Hauptstadt Moskau in Untersuchungshaft – auch wenn der Internationale Seegerichtshof in Hamburg im Mai ihre sofortige Freilassung anordnete.

Aufgebrachte ukrainische Marine-Einheiten im Hafen von Kertsch
Das Bild zeigt die drei beschlagnahmten ukrainischen Marine-Einheiten im Hafen von Kertsch. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Ukraine und Russland streiten ums Asowsche Meer

Die Ukraine und Russland streiten sich immer wieder um das Asowsche Meer. Seit Russland die Krim 2014 annektierte, kontrolliert es die beiden Ufer der Straße von Kertsch, die als einzige Meereinfahrt ins Asowsche Meer fungiert, wo die Ukraine die wichtigen Hafenstädte Mariupol und Berdjansk hat. Die Konflikte verschärften sich noch einmal, als Russland im Mai 2018 die Brücke zwischen dem russischen Festland und der annektierten Krim einweihte.

Karte - Starße von Kertsch
Blick auf die Straße von Kertsch - die einzige Meereinfahrt ins Asowsche Meer. Bildrechte: Bing

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juli 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2019, 19:58 Uhr

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4 Kommentare

25.07.2019 22:26 part 4

Die Verschiebung der Halbinsel Krim an die Ukraine in der ehemaligen UDSSR war völkerrechtswidrig, das Referendung zum Übertritt nach Rußland aber nicht. Es zählt hier nicht was die USA oder andere westliche Länder für Nachrichten verbreiten sondern die UNO darüber befindet. Was das Festsetzen von Tankern unter fadenscheinigen Gründen angeht, da hat wohl der MI6 etwas Schützenhilfe geleistet für die Ukraine und wenn zwei das gleiche tun muß es immer einen Bösen geben im Auge des anderen.

25.07.2019 18:11 Carolus Nappus 3

Genau. Ich bin schon erstaunt, dass es der CIA gelungen ist, russische Soldaten gleich verbandsweise unter Mitnahme sämtlicher Ausrüstung in den Urlaub auf die Krim zu lotsen, dann dort Scheinwahlen abhalten zu lassen und der große Wladimorowitsch hat nnichts davon gemerkt. Das ist schon ganz großes Kino.

25.07.2019 16:38 serviler Journalismus 2

Nicht annektiert, sondern beigetreten ist die Krim zu Russland, da hat die CIA gute Arbeit geleistet. Der US-Marinestützpunk im Schwarzen Meer auf dem Territorium der Ukraine ist ja auch bald fertig. Dann kann es los gehen mit der Provokation.
Der Ami zündelt überall, bis es zum offenen Krieg kommt mit Russland.

25.07.2019 16:08 Fragender Rentner 1

Das hat aber lange gedauert, dass sie ein Schiff fanden, welches sie festsetzen konnten.