Straßenwärter einer Straßen- und Autobahnmeisterei säubern den Mittelstreifen einer Autobahn .
Mit zunehmendem Verkehr gibt es immer mehr Müll an den Autobahnen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Vom Pappbecher bis zum Kühlschrank Mehr Müll an Autobahnen – Entsorgungskosten steigen

An mitteldeutschen Autobahnen gibt es ein Müllproblem. Die Entsorgungskosten der Länder sind in den letzten Jahren um ein Viertel gestiegen. Hinzu kommen Sachbeschädigungen, die auch deutlich zugenommen haben.

Straßenwärter einer Straßen- und Autobahnmeisterei säubern den Mittelstreifen einer Autobahn .
Mit zunehmendem Verkehr gibt es immer mehr Müll an den Autobahnen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Müllentsorgung entlang der Autobahnen Mitteldeutschlands wird immer teurer. Wurden 2015 noch insgesamt 5,16 Millionen Euro für das Einsammeln und Entsorgen von Müll an Park- und Rastanlagen sowie entlang der Strecke ausgegeben, so waren es 2018 mit 5,76 Millionen Euro rund 600.000 Euro mehr. Das geht aus einer Umfrage von MDR AKTUELL bei den Straßenbaubehörden sowie den Verkehrsministerien der Länder hervor. Die Entsorgungskosten trägt der Bund.

Entsorgungskosten steigen um etwa ein Viertel

Ausreißer ist dabei Thüringen: Während in Sachsen und Sachsen-Anhalt die Kosten steigen, sind sie in Thüringen leicht gesunken. Ein Sprecher des Thüringer Verkehrsministeriums führt diese Entwicklung auf Einspareffekte unter anderem bei Ausschreibungen zurück. Dabei seien die reinen Entsorgungskosten dem Sprecher zufolge seit 2015 um rund ein Viertel gestiegen.

In Sachsen-Anhalt hingegen sind die Kosten für die Müllentsorgung um 25 Prozent gestiegen, in Sachsen um rund 23 Prozent. Wurden in Sachsen 2015 rund 2,14 Millionen Euro für das Leeren von Abfallbehältern sowie das Entfernen von Abfällen und Müll entlang der Strecke sowie an Park- und Rastanlagen ausgegeben, so waren es 2018 bereits 2,63 Millionen Euro. In Sachsen-Anhalt stiegen die Ausgaben von 1,05 Millionen auf 1,31 Millionen Euro.

Immer mehr Sondermüll auf den Park- und Rastplätzen

Die wachsenden Ausgaben führen die Behörden auf mehrere Gründe zurück. Da ist zum einen die vom Thüringer Verkehrsministerium erwähnte Preissteigerung bei den Entsorgungskosten. Problematisch: "Leider stellen die Autobahnmeistereien auch eine spezielle Zunahme an Sondermüll fest." Immer öfter müssten Elektrogeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke, aber auch Altreifen, Bauschutt, Asbestplatten, abgestellte Fahrzeuge und Hygienemüll wie Windeln, Spritzen oder Verbandmaterial entsorgt werden. Auch Sachsen kämpft mit Sondermüll oder gefährlichem Abfall wie Altbatterien, unbekannten Flüssigkeiten, Reifenablagerungen, Haus- und Gewerbemüll sowie elektrischen Geräten. "Aufwand und Kosten der Beseitigung sind hoch", sagte eine Sprecherin vom Landesstraßenbauamt Sachsen.

Zunahme von Sachbeschädigungen

In Sachsen-Anhalt und Thüringen helfen bereits Fremdfirmen, um den Abfall entlang der Verkehrsadern zu bewältigen. "Mit Sorge beobachten wir die Zunahme von Sachbeschädigungen", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums Sachsen-Anhalt. Dabei gehe es um beschädigte Randeinfassungen und Grünanlagen, umgefahrene Müllbehälter, besprühte oder beklebte Beschilderungen und Wände sowie beschädigte Türen an den WCs. Einen besonders drastischen Fall habe die Landesstraßenbaubehörde erst im März angezeigt. Die Beseitigung aller dabei entstandenen Schäden werde um die 400.000 Euro kosten.

Durch Mitteldeutschland ziehen die Bundesautobahnen A2, A4, A9, A13, A14, A17, A36, A38, A44, A 71, A 72 sowie die A 73. Den Betriebsdienst, zu dem auch Müll auflesen und Abfallkörbe leeren gehört, sichern die Länder im Auftrag des Bundes, der nach Angaben des Verkehrsministeriums Sachsen-Anhalt die entsprechenden Mittel für die Aufgabe zur Verfügung stellt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 21. April 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2019, 22:36 Uhr