Boeing 737 Max Bericht: Fehlerserie bei Lion-Air-Absturz vor Indonesien

Vor rund einem Jahr stürzte eine Boeing 737 Max der Fluggesellschaft Lion Air vor Indonesien ab. 189 Menschen kamen dabei ums Leben. Jetzt haben indonesische Ermittlungsbehörden den Abschlussbericht vorgestellt – und machen darin unter anderem das Kontrollsystem MCAS verantwortlich.

Indonesien, Jakarta: Ein Ermittler geht inmitten von Trümmern des am Montag kurz nach dem Start ins Meer gestürzten Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Lion Air.
Der Absturz der Boeing 737 Max vor einem Jahr geht wohl auf eine ganze Verkettung von Fehlern zurück. Bildrechte: dpa

Der Absturz einer indonesischen Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 Max vor einem Jahr ist auf eine ganze Verkettung von Fehlern zurückzuführen. In ihrem Abschlussbericht machen die indonesischen Ermittler vor allem das Kontrollsystem Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) verantwortlich. Dieses automatische Steuerungsprogramm führt zum automatischen Absenken der Flugzeugnase bei drohendem Strömungsabriss. Bei einem Strömungsabriss verlieren die Flügel den Auftrieb und damit ihre gesamte Funktion.

Auch Sensor funktioniert nicht richtig

Das Kontrollsystem MCAS wurde von Boeing eigens für die 737 Max entwickelt. Die Piloten können MCAS mittels zweier Schalter im Cockpit wieder abstellen. Das geschah dem Bericht zufolge bei dem Unglücksflug aber nicht. Offenbar lieferte auch ein wichtiger Sensor des Kontrollsystems falsche Daten. Er sei von einer Werkstatt falsch kalibriert und von Lion Air auch nicht mehr getestet worden, heißt es in dem Abschlussbericht. Diese Messfehler seien schon häufiger vor dem Unglücksflug aufgetreten. Nach Ansicht der indonesischen Ermittlungsbehörden hätte Lion Air die Maschine also auf dem Boden lassen müssen.

Schlechte Kommunikation der Crew

Mittlerweile habe Boeing das System MCAS überarbeitet, es müsse noch von der US-Luftfahrtbehörde abgesegnet werden. Zum Unglück trugen laut Abschlussbericht aber auch Defizite bei der Crew bei. In der Kommunikation, bei Abläufen in bestimmten Situationen und bei der manuellen Steuerung des Flugzeuges sei sie nicht gut genug ausgebildet gewesen.

Die Boeing 737 steckt in einer schweren Krise. Im März diesen Jahres war ein weiteres Flugzeug dieser Baureihe von Ethiopian Airlines mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Seitdem müssen die Maschinen am Boden bleiben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2019, 12:54 Uhr