Polen Afrikanische Schweinepest rückt näher

In Polen sind mehrere neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest bekannt geworden. Ein infizierter Wildschweinkadaver wurde in der polnischen Niederlausitz, rund 20 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt, gefunden.

Eines der über vierzig erlegten Wildschweine liegt nach einer Treibjagd als Strecke
Die Fundorte infizierter Wildschweinkadaver rücken näher an Deutschland heran (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Die Afrikanische Schweinepest ist nach Angaben der Bundesregierung näher an die deutsch-polnische Grenze herangerückt. Wie das Agrarministerium mitteilte, wurden von den polnischen Behörden acht neue Schweinepest-Fälle gemeldet. Ein positiv getesteter Wildschwein-Kadaver sei 21 Kilometer von der Grenze entfernt gefunden worden, ein zweiter 32 Kilometer entfernt. Bisher betrug die kürzeste Entfernung eines Fundorts zur deutschen Grenze 40 Kilometer.

Fundorte in polnischer Niederlausitz

Die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" berichtet unter Berufung auf Angaben der Veterinärbehörde, zwei der neuen Fälle seien im Kreis Zary (deutsch: Sorau)  in der polnischen Niederlausitz aufgetreten. Die Stadt Zary liegt in etwa auf der Höhe Bad Muskau.

Hohes Risiko des Grenzübertritts

Im deutsch-polnischen Grenzgebiet besteht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts ein hohes Risiko, dass die Schweinepest durch wandernde Wildschweine auf Deutschland übergreift. Die Behörden beider Länder stehen dazu im Austausch. Im Januar soll es in Warschau ein Treffen der Chef-Tierärzte beider Länder geben.

Schweinepest bedroht Fleischexporte

Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Die deutschen Bauern sind aber besorgt. Beim ersten Nachweis bei einem Wild- oder  Hausschwein würde Deutschland den Status als "seuchenfrei" verlieren, es drohten Exportstopps für Schweinefleisch etwa nach Asien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Januar 2020 | 18:30 Uhr