Kämpfer für Menschenrechte Alternativer Nobelpreis geht in den Iran, nach Belarus und Amerika

Der diesjährige "Alternative Nobelpreis" geht an eine iranische Menschenrechtsanwältin, einen belarussischen Demokratie-Kämpfer, einen US-Bürgerrechtsanwalt und eine Kämpferin für Indigenenrechte aus Nicaragua.

Ales Beljazki
Ales Beljazki und sein Menschenrechtszentrum "Wjasna" kämpfen für die Demokratie in Belarus. Bildrechte: dpa
Lottie Cunningham
Lottie Cunningham Wren setzt sich für die indigene Bevölkerung Nicaraguas ein. Bildrechte: The Right Livelihood Award/Mikaela Fredrikson/Angie Vasquez

Die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh und der Demokratie-Kämpfer Ales Bjaljazki mit dem Menschenrechtszentrum "Wjasna" aus Belarus erhalten den diesjährigen "Alternativen Nobelpreis". Zudem wurden der US-Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson und die Kämpferin für Indigenenrechte und Umweltschutz, Lottie Cunningham Wren aus Nicaragua von der schwedischen Right Livelihood Foundation in Stockholm ausgewählt.

Der 1980 ins Leben gerufene Right Livelihood Award unterstützt Menschen, die sich, teils unter Gefahr für Leib und Leben, für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Welt für alle einsetzen.

Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte

Bryan Stevenson
Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson kämpft gegen Rassismus und für eine neue Strafjustiz in den USA. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh erhielt die Auszeichnung der Jury zufolge "für ihr furchtloses Engagement zur Förderung politischer Freiheiten und der Menschenrechte im Iran, unter hohem persönlichem Risiko".

Den Bürgerrechtsanwalt Stevenson ehrte die Foundation für sein Bestreben, die Strafjustiz in den USA zu reformieren und "Menschen zu versöhnen, im Angesicht des historischen Traumas von Rassismus". Die Nicaraguanerin Cunningham Wren schütze "unermüdlich indigenes Land und indigene Gemeinschaften vor Ausbeutung und Plünderung". Bjaljazki und sein Menschenrechtszentrum "Wjasna" kämpften "entschlossen für die Verwirklichung von Demokratie und Menschenrechten in Belarus".

"Schlaglicht auf die weltweite Bedrohung der Demokratie"

Nasrin Sotudeh
Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh sitzt aktuell in Haft. Bildrechte: dpa

Der Direktor der Right Livelihood Foundation, Ole von Uexküll, sagte, die diesjährige Auswahl der Preisträger werfe "ein Schlaglicht auf die weltweite Bedrohung der Demokratie". Sie alle leisteten Widerstand "gegen ungerechte Rechtssysteme und diktatorische politische Regime". Sie stärkten die Menschenrechte, förderten Zivilgesellschaften und prangerten institutionelles Fehlverhalten an.

Die vier von einer internationalen Jury ausgewählten Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld von umgerechnet rund 95.000 Euro. Die Verleihung am 3. Dezember findet nicht wie sonst in Stockholm statt, sondern wegen der Corona-Pandemie virtuell.

Stichwort: Alternativer Nobelpreis Der Right Livelihood Award wird im Deutschen häufig als Alternativer Nobelpreis bezeichnet. Der "Preis für die richtige Lebensweise", ist eine Auszeichnung "für die Gestaltung einer besseren Welt" und mit insgesamt drei Millionen Schwedischen Kronen (285.000 Euro) dotiert. Der Alternative Nobelpreis wird von der Right Livelihood Award Foundation seit 1980 jährlich an Personen oder Organisationen vergeben. Der Zweck des Preises ist, Menschen zu würdigen und zu unterstützen, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten. Gestiftet wurde der Preis ursprünglich von dem Journalisten und Philatelisten Carl Wolmar Jakob von Uexküll (76), einem ehemaligen Mitglied des EU-Parlaments.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Oktober 2020 | 11:00 Uhr