Corona-Pandemie Zuletzt 44.000 Corona-Tests in der Woche in Mitteldeutschland

Die Corona-Pandemie besteht auch aus vielen Statistiken: Die Zahl der Neuinfektionen in einer Region, die der Genesenen oder die Reproduktionszahl – und auch, wie viele Corona-Tests pro Woche gemacht werden. Letzteres hilft dabei, die Zahl der positiven Tests einzuordnen.

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet.
In Mitteldeutschland werden jede Woche Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet. Bildrechte: dpa

Um ein umfassendes Bild über die Corona-Pandemie zu bekommen, braucht es Daten. Zu wissen, wie viele Menschen positiv auf das Virus getestet wurden, reicht da nicht. Diese Zahl muss man schon mit der Gesamtzahl aller Tests ins Verhältnis setzen.

Labore mussten nur positive Tests melden

Doch da gibt es ein Problem: Die Gesamtzahl der Tests musste bisher nicht erfasst werden. Die gesetzliche Regelung lautete: Die Gesundheitsämter müssen positive Tests ans Land melden.

Ute Albersmann, Sprecherin des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt, erklärt: "Das heißt, wir hatten immer einen Überblick darüber, wie viele Corona-Infizierte gefunden worden sind. Was wir nicht hatten, ist ein Überblick darüber, wie viel insgesamt getestet worden ist." Trotzdem habe man natürlich nicht ohne Daten dagestanden, ergänzt Albersmann.

In Mitteldeutschland rund 44.000 Tests pro Woche

Das Sozialministerium habe die sieben Labore in Sachsen-Anhalt abgefragt, die in Größenordnungen testeten. Demnach würden derzeit durchschnittlich 2.230 Proben täglich getestet – also rund 15.000 in der Woche.

Das sei auch die Gesamtzahl der Tests in Thüringen in der vergangenen Woche gewesen, erläutert Frank Schenker vom Thüringer Gesundheitsministerium. Hier sind die Testzahlen in den neun Laboren gestiegen – von 10.000 pro Woche Mitte April auf eben jene 15.000 Tests in der vergangenen Woche.

Dennoch dürfe man diese Zahl nicht ohne Weiteres zu den positiven Tests ins Verhältnis setzen, denn: "Es kann immer noch passieren, dass Kliniken oder Ärzte auch an Labore außerhalb von Thüringen ihre Proben schicken und sie dann dort ausgewertet werden."

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums in der vergangenen Woche mit rund 14.000 fast 7.800 Tests weniger durchgeführt als in der Woche zuvor. Bundesweit hat es dem Robert Koch-Institut zufolge in der vergangenen Woche fast 350.000 Tests gegeben.

Bundesweit auch Probleme bei Erfassung

Auch das RKI musste sich wegen der fehlenden zentralen Erfassung bei der Erhebung dieser Zahlen bisher anders behelfen, wie es auf der Seite des RKI nachzulesen ist: "Zur Erfassung der SARS-CoV-2 Testzahlen werden deutschlandweit Daten von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen sowie klinischen und ambulanten Laboren wöchentlich am RKI zusammengeführt. Bisher haben sich insgesamt über 200 Labore registriert und übermitteln ihre Zahlen überwiegend wöchentlich."

Und die sind seit einigen Wochen relativ stabil. In der zweiten Mai-Woche erreichten sie mit mehr als 430.000 Tests das Maximum, sonst pendelten sie zwischen 350.000 und 400.000 Tests pro Woche.

Neues Meldesystem entwickelt

Künftig sorge aber eine Änderung im Pandemieschutzgesetz für noch verlässlichere Zahlen, sagt Ute Albersmann vom Sozialministerium Sachsen-Anhalt: "Jetzt gibt es seit wenigen Tagen eine neue gesetzliche Grundlage, die die Gesundheitsämter dazu verpflichten wird, auch diese negativ getesteten Fälle zu melden." Gemeldet werde nicht ans Land, sondern direkt ans Robert Koch-Institut in Berlin.

Dazu sei derzeit eine Software im Aufbau, über die dann ausnahmslos alle Tests gemeldet werden sollen. Doch beim RKI rechnet man damit, dass es noch Monate dauern könnte, bis dieses neue Meldesystem ohne Probleme funktioniert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Mai 2020 | 05:00 Uhr

2 Kommentare

Sachse vor 6 Wochen

Was würde denn passieren, wenn die große Mehrheit der Bevölkerung getestet würde und, nehmen wir mal an (Annahmen sind ja gerade schwer in Mode), dabei wiederum ein Großteil positiv? Das Verhältnis von gefährlichen und harmlosen bzw. sogar unbemerkten Verlauf würde für die Politik extrem ungünstiger. Und wer soll dann wem durch absurde Einschränkungen persönlicher Freiheiten schützen?

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 6 Wochen

"Um ein umfassendes Bild über die Corona-Pandemie zu bekommen, braucht es Daten."

es braucht vorallem ehrliche Daten und keine Statistiken mit Schätzungen, Vermutungen und Hochrechnungen!

Und vorallem eine Unterscheidung zwischen "an Corona" und "mit Corona"!!!!!