Augsburg Vermieter muss wegen Diskriminierung zahlen

In Augsburg ist ein Wohnungssuchender abgewiesen worden, weil er Ausländer ist. Der Mann aus Burkina Faso klagte und bekam vor Gericht Recht. Der Vermieter muss ihm 1.000 Euro Entschädigung zahlen.

Rotes Aushängeschild "Wohnung zu vermieten" vor einem Mietshaus.
Bildrechte: imago/CHROMORANGE

In Augsburg muss ein Vermieter wegen Diskriminierung einem Wohnungssuchenden 1.000 Euro Entschädigung zahlen. Das hat das Amtsgericht Augsburg entschieden. Das Gericht drohte zudem mit einem hohen Ordnungsgeld, sollte der Eigentümer noch einmal inserieren, dass er "nur an Deutsche" vermiete.

Eigentümer wollte keine Ausländer

Geklagt hatte ein Mann aus Burkina Faso. Der Wohnungssuchende hatte im Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefon beendet worden sei, als der Vermieter erfahren habe, dass der Bewerber einen Migrationshintergrund habe. Der Wohnungseigentümer räumte ein, dass er nur an deutsche Staatsangehörige vermieten wolle.

Der 81-Jährige begründete es damit, dass er in seinem Haus einmal Ärger mit einem "türkischen Drogendealer" gehabt habe. Der Richter Andreas Roth sprach von einer "offenen Benachteiligung", die nicht "schlichtweg nicht hinnehmbar" sei. Verbrechen und Vergehen würden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen.

In der Vergangenheit hatten schon andere Gerichte Ausländern Schadenersatz zugesprochen, wenn sie bei der Wohnungssuche wegen ihrer Herkunft abgewiesen worden waren. Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlen sich etwa 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungssuche benachteiligt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Dezember 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2019, 11:11 Uhr