Coronavirus Schaeffler verbietet Dienstreisen nach China

Schaeffler reagiert auf die Ausbreitung des Coronavirus in China. Der Autozulieferer untersagte seinen 89.000 Mitarbeitern Dienstreisen in das und aus dem Land. In China wurden weitere Städte abgeriegelt. 20 Millionen Menschen sitzen fest.

Paramilitärische Polizei steht an einem Eingang des geschlossenen Bahnhofs Hankou in Wuhan.
Paramilitärische Polizei steht an einem Eingang des geschlossenen Bahnhofs Hankou in Wuhan. Bildrechte: dpa

Der Autozulieferer Schaeffler hat seinen 89.000 Mitarbeitern Dienstreisen von und nach China untersagt. Ein Sprecher sagte, das Dienstreiseverbot gelte bis 15. Februar.

Mehrere Städte in China abgeriegelt

Schaeffler betreibt in China acht Werke und in der besonders stark von der Lungenkrankheit betroffenen Millionenstadt Wuhan einen Logistikstandort. In der elf Millionen Einwohner zählenden Metropole wurden die großen Straßen gesperrt, Flüge, Züge, Fähren, Fernbusse und der öffentliche Nahverkehr wurden gestoppt. Die Einwohner dürfen nur noch mit Schutzmasken aus dem Haus.

Im Kampf gegen eine Ausbreitung der Lungenkrankheit haben die chinesischen Behörden weitere Städte in der betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei abgeriegelt. Nach Wuhan dürfen auch die Einwohner von Huanggang, Ezhou, Chibi, Lichuan und Xiantao die Städte nicht ohne besonderen Grund verlassen.

Sämtliche Flüge und Zugfahrten in und aus den Metropolen wurden eingestellt, Mautstationen der Ausfahrtstraßen waren geschlossen. Wegen Sicherheitsvorkehrungen sitzen mehr als 20 Millionen Menschen fest.

Großveranstaltungen zum Neujahrsfest abgesagt

In Wuhan, aber auch in Peking und in Hongkong wurden wegen des Coronavirus Großveranstaltungen zum bevorstehenden Neujahrsfest abgesagt. In Peking wurde zudem die Schließung mehrerer Touristenattraktionen angeordnet, darunter die Verbotene Stadt.

Der Beginn eines neuen chinesischen Mondjahres wird in China üblicherweise groß im Kreise der Familie gefeiert. In den vergangenen Tagen waren deshalb Hunderte Millionen Chinesen im Land unterwegs. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Ausbreitung des neuen Coronavirus, das auch von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Bislang 17 Tote durch neues Virus

Bislang haben sich nach Behördenangaben bereits mehr als 640 Menschen in China infiziert. Etwa 5.000 weitere wurden unter Beobachtung gestellt. Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Toten auf 18. Sie alle hatten Vorerkrankungen.

Außerhalb Chinas wurden einzelne Fälle aus Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan und den USA gemeldet. Am Donnerstag kamen Fälle in Singapur, Vietnam und Saudi-Arabien hinzu.

Das neue Coronavirus soll zunächst von Tieren auf einem Markt in Wuhan übertragen worden sein, der mittlerweile geschlossen ist. Zwei neuen Studien zufolge könnten Schlangen und Fledermäuse Überträger sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2020 | 18:00 Uhr