Europa Weitere Covid-19-Todesopfer in Italien

In Norditalien wächst die Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Es gibt inzwischen sieben Todesopfer. Auch in China steigt die Zahl der Infizierten und Toten weiter. Die KP sagte ihren Volkskongress ab. Die Börsen in Asien und Europa reagieren mit Kursverlusten.

Menschen tragen Atemschutzmasken und stehen vor einem Supermarkt in einer Schlange.
Menschen mit Atemschutzmasken vor einem Supermarkt in Italien. Es bildeten sich Warteschlangen, weil in einigen Märkten die Zahl der Kunden im Supermarkt begrenzt wurde. Bildrechte: dpa

In Norditalien ist eine siebente Person an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das teilten die Behörden am Montag mit. Zuvor hatten sie unter anderem den Tod eines 84-Jährigen und eines 88-Jährigen aus der Lombardei bestätigt.

Italien ist das am schwersten betroffene europäische Land. Bis Montagmittag wurden 219 Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet. Die Regierung reagierte mit der Abriegelung von elf Ortschaften. Auch der Karneval in Venedig wurde abgesagt.

Patient Null gesucht

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt, dass Italiens Behörden bislang nicht genau wissen, wie das neuartige Coronavirus ins Land gekommen ist.

Der italienische Fußballverband bat am Montag die Regierung in Rom um die Genehmigung, Partien in den betroffenen norditalienischen Regionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. In der höchsten Spielklasse Serie A waren am Sonntag bereits vier Spiele abgesagt worden.

Österreich lässt Züge aus Italien wieder durch

Nach kurzer Unterbrechung des Zugverkehrs über den Brenner haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Strecke wieder freigegeben.

Österreichischer Zug steht 2015 am Grenzbahnhof Brenner
Rollen wieder: Züge über den Brenner. Bildrechte: dpa

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus war am Sonntagabend ein Zug von Venedig nach München gestoppt worden. Nach einer Überprüfung der Passagiere konnte der Zug gegen Mitternacht seine Fahrt fortsetzen. Laut ÖBB fahren die Züge zwischen Deutschland und Italien wieder planmäßig.

In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf, darunter ein Todesfall.

Chinas KP verschiebt Volkskongress

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in China ist am Wochenende nach Angaben der Behörden um mehr als 1.000 auf nunmehr etwa 77.150 gestiegen. Die Zahl der Todesopfer kletterte um knapp 250 auf fast 2.600. Besonders stark betroffen ist weiter die zentrale Provinz Hubei.

Die herrschende Kommunistische Partei in China kündigte indes über die Staatsmedien an, ihren Nationalen Volkskongress zu verschieben. Das Innenministerium stellte nach eigenen Angaben umgerechnet mehr als 14 Milliarden Dollar für die Eindämmung der Epidemie bereit.

Börsenkurse geben nach

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten wächst. In Asien ging es zum Wochenstart insbesondere an Südkoreas Börsen deutlich nach unten. Auch an den Handelsplätzen in Europa gaben die Kurse kräftig nach.

Der deutsche Leitindex Dax sackte in den ersten Handelsminuten um gut 2,6 Prozent auf 13.223 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte sogar knapp drei Prozent ein. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone gab ebenfalls um mehr als 2,6 Prozent nach. Nach Einschätzung von Analysten ist inzwischen klar, dass die negativen wirtschaftlichen Effekte größer sind als zunächst gedacht.  

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2020 | 08:30 Uhr

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