Luttach im Ahrntal Sieben Deutsche bei Unfall in Süd-Tirol getötet

In Südtirol ist in der Nacht zum Sonntag ein betrunkener Autofahrer in eine deutsche Reisegruppe gerast und hat sieben junge Menschen getötet. Elf wurden teils schwer verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen.

Zwei Einsatzkräfte der Carabinieri rekonstruieren den Unfallhergang. Blumen, Kerzen und Gedenkschmuck liegen am Ort des Unfalls.
Carabineri führen Untersuchungen an der Unfallstelle durch, wo Menschen mit Schildern und Kerzen bereits ihre Anteilnahme bekundet haben. Bildrechte: dpa

In der Nacht zum Sonntag ist ein betrunkener Autofahrer in der Südtiroler Ortschaft Luttach in eine Reisegruppe gerast. Dabei wurden sieben junge Deutsche im Alter zwischen 19 und 22 Jahren getötet. Zunächst war von sechs Toten die Rede. Ein siebtes Opfer starb einen Tag nach dem Unfall im Krankenhaus. Mindestens elf Personen wurden teils schwer verletzt.

Meiste Opfer aus NRW

Laut Polizei handelt es sich bei den Todesopfern um vier Frauen und drei Männer. Eines der Todesopfer komme aus Hamburg, eines aus Niedersachsen, vier aus Nordrhein-Westfalen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schrieb bei Twitter, das Unglück mache ihn fassungslos und "unendlich traurig".

Auch der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte sich betroffen. "Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie, wir sind alle geschockt", sagte er.

Der Feuerwehr zufolge ereignete sich das Unglück gegen 1:15 Uhr, als die Touristengruppe nach einer Après-Ski-Feier in Luttach auf dem Weg zu ihrer Unterkunft war. Die 17 jungen Menschen standen demnach in der Nähe ihres Busses, als der Fahrer eines Sportwagens in die Gruppe fuhr. Das Dorf im Ahrntal ist bei Jugendgruppen aus Deutschland ein beliebter Ort für Wintersport.

Fahrer war stark alkoholisiert

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Luttach und des italienischen Roten Kreuzes sind an einer Unfallstelle in der Nähe von Bruneck in der Gemeinde Ahrntal in Südtirol zu sehen.
Einsatzkräfte in der Unglücksnacht. Bildrechte: Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa

Die Polizei geht von einem Unfall und nicht von einer absichtlichen Tat aus. Der 27-jährige Fahrer des Unfallwagens habe mehr als 1,9 Promille Alkohol im Blut gehabt. Er liege unter polizeilicher Bewachung im Krankenhaus und werde auch auf Drogen untersucht. Der Mann stamme aus der Region.

Der Busfahrer der Reisegruppe sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Autofahrer sei mit viel zu hohem Tempo unterwegs gewesen.

Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr sind vier der insgesamt elf Verletzten schwer verletzt, einer lebensbedrohlich. Sie alle kamen in nahegelegene Krankenhäuser, eine Frau wurde nach Innsbruck ins Krankenhaus geflogen. Zwei der Verletzten stammen den Angaben zufolge aus der Region.

Merkel bekundet Beileid

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte: "Die Nachrichten aus Südtirol sind erschütternd - ein fröhlicher Abend, der in der Katastrophe endet." Sie trauere mit allen, "die dort heute Nacht Kinder, Geschwister, Freunde verloren haben". Den Verletzten wünschte sie Kraft und baldige Genesung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Januar 2020 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2020, 18:27 Uhr

8 Kommentare

Infinity vor 6 Wochen

Mein herzliches Beileid den Angehörigen und Freunden, die in dieser Nacht geliebte Menschen verloren haben.

Der Todesfahrer hat unverantwortlich gehandelt, auch wenn vor Kurzem seine Beziehung beendet wurde. Er hat, durch seinen Alkoholkonsum und seine deutlich überhöhte Geschwindigkeit, billigend in Kauf genommen, dass Menschen verletzt oder gar getötet werden. Er sollte mit aller Härte des Gesetzes verurteilt werden, auch wenn dies den Angehörigen vermutlich keinen wirklichen Trost bringen wird. Auch in Deutschland selbst sollten, in Bezug auf diese Tragödien, die leider immer wieder zu lesen sind, die entsprechenden Paragraphen im StGB verschärft werden.

Omsewitzerin vor 6 Wochen

Mich hat diese Nachricht zu tiefst erschüttert. Junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten, die voller Wünsche, Hoffnungen und Pläne waren sind getötet wurden, wegen einem verantwortungslosen, vielleicht gleichgültigen Mistkerl( Entschuldigung für den Ausdruck) und die Angehörigen, Freunde und Familienangehörige wurden ins Elend gestürzt. Ist sich dieser ....... überhaupt bewusst, was er da angerichtet hat? Es ist nicht zu fassen. Mein tiefstes Mitgefühl für die Betroffenen.

Felix vor 7 Wochen

Es ist schrecklich, dass so etwas passiert ist. Betrunken Auto zu fahren ist nicht nur fahrlässig, aber dann auch noch rasen ... da fehlen einem die Worte. Der Führerschein sollte auf Lebenszeit eingezogen werden. Die Frage ist, wie der Unfall genau geschah - ob die Leute nur am Straßenrand standen oder schon die Fahrbahn überquerten und ob der Unfall aufgrund der zu hohen Geschwindigkeit oder des Alkohols oder ... passiert ist. In anderen Berichten steht, dass der Busfahrer den Raser noch warnen wollte und Aufblendlicht eingeschaltet hat. Wenn dem so ist, dann war dies auch eine sehr dumme Handlung, denn damit war der Raser geblendet und hat nichts gesehen. Und die Leute kamen von der Feier - waren vielleicht auch unvorsichtig? Wie auch immer - es lässt sich nicht mehr rückgängig machen und ist einfach nur schrecklich.