Steigende Infektionszahlen Bayern verschärft Corona-Maßnahmen

Bayern zieht die Corona-Zügel wieder an. In besonders betroffenen Kommunen gilt künftig eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Ministerpräsident Söder wandte sich gesondert an die Fans von Bayern München.

Mundnasenschutzmasken mit dem Konterfei König Ludwig II. werden an einem Kiosk vor dem Rathaus am Marienplatz, im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt, verkauft.
In Bayern gilt künftig in besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Bildrechte: dpa

Die bayerische Landesregierung verschärft angesichts steigender Corona-Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen. In besonders von der Pandemie betroffenen Kommunen gilt künftig eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen.

Alkoholverbot und Kontaktbeschränkungen

Außerdem wird dort das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit ausgeweitet und die Sperrstunde auf 23 Uhr vorgezogen.

Die erlaubte Zahl an Personen bei privaten Treffen wird in Innenräumen auf 25 beschränkt, im Außenbereich auf 50. Außerdem soll der Besuch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen auf täglich eine Person beschränkt werden.

Die Vorschriften sollen immer dann greifen, wenn in einer Region die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wird.

München und Würzburg Brennpunkte

Die Regelungen greifen ab Donnerstag unter anderem in München. Für die Landeshauptstadt meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit fast 56 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Weiterer Brennpunkt ist Würzburg mit einem Wert von rund 61.

Beruhigt hat sich die Lage dagegen in Garmisch-Partenkirchen. Nach dem Corona-Ausbruch liegt der Wert inzwischen wieder bei 18 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Beschränkungen in der Stadt sollten deshalb an diesem Tag auslaufen.

Söder macht Reiserückkehrer verantwortlich

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder machte vor allem Urlaubsrückkehrer für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern verantwortlich. Der CSU-Politiker sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter. Da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Quarantäne für Bayern-München-Fans

Auch die Regeln für Reiserückkehrer wurden verschärft. Fans des FC Bayern München müssen damit nach einer Rückkehr vom Supercup-Finale des Deutschen Meisters in Budapest in Quarantäne. Erst wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen, entfällt die Quarantäne.

Die Landesregierung verschärfte extra ihre Einreise-Quarantäneverordnung und strich eine bislang vorgesehene Ausnahmeregel. Demnach sind Sport-Anhänger bei Aufenthalten von weniger als 48 Stunden in Risikogebieten nicht mehr von der Quarantänepflicht befreit. Das gilt auch für Reisen zu Kulturveranstaltungen oder aus Freizeitgründen.

Appell an Bayern-Fans

Söder appellierte erneut an die Bayern-Anhänger, das Spiel des Champions-League-Siegers FC Bayern am Donnerstag gegen Europa-League-Gewinner FC Sevilla nicht zu besuchen. Er verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut Budapest als Corona-Risikogebiet eingestuft hat. Die UEFA hatte ursprünglich bis zu 20.000 Fans beim Supercup-Spiel in Budapest zugelassen, jeweils 3.000 Tickets sollten an die Fans aus München und Sevilla gehen. Bis Mittwoch hatten sich allerdings nur 1.300 Bayern-Fans um Tickets bemüht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2020 | 15:00 Uhr