Statistik Berlin zählt erstmals Obdachlose

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ziehen mehr als 3.700 Freiwillige durch die Straßen Berlins, um die Zahl Obdachloser zu erfassen. Die Aktion findet bundesweit zum ersten Mal statt.

 Ein Obdachloser liegt unter einer Decke in einem Eingang einer Kirche in Kreuzberg. Zum ersten Mal werden in einer großangelegten und systematischen Aktion Obdachlose in einer deutschen Großstadt gezählt.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag werden in Berlin erstmals systematisch Obdachlose gezählt. Bildrechte: dpa

Bundesweit werden in Berlin erstmals systematisch Obdachlose auf den Straßen gezählt. Die Aktion soll zur Verbesserung der Hilfsangebote beitragen. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) sagte am Mittwochabend, sie hoffe auf Nachahmer in anderen deutschen Städten.

Langfristige Statistik angestrebt

Berlin folgt mit der "Nacht der Solidarität" dem Vorbild von Städten wie Paris. An der Zählung in Berlin wollten sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mehr als 3.700 Freiwillige beteiligen. Geplant war, dass sie in mehr als 600 Teams auf festgelegten Routen durch die zwölf Bezirke laufen. Obdachlose sollten dabei nicht nur gezählt, sondern nach Möglichkeit auch zu ihrer Situation und Herkunft befragt werden.

Sie gehe zwar nicht davon aus, dass tatsächlich sämtliche Obdachlose in der Stadt gezählt werden könnten, sagte die Senatorin. Am Ende sei man dennoch einen Schritt weiter. Ziel sei eine langfristige Statistik. Ergebnisse der Aktion sollen am 7. Februar vorliegen.

Bisher gibt es in Berlin lediglich grobe Schätzungen, die, bei steigender Tendenz, von 6.000 bis 10.000 Obdachlosen ausgehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2020 | 20:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2020, 21:23 Uhr