Corona-Pandemie Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Impfstoff

Drei Impfstoffkandidaten gelten derzeit als besonders aussichtsreich. Nach Moderna haben nun auch Biontech und Pfizer eine Zulassung ihres Impfstoffs in der EU beantragt. Erste Impfungen könnten noch dieses Jahr folgen.

Der Schriftzug des Biotechnologie-Unternehmens Biontech zeichnet sich in dem Tropfen an einer Spritze ab.
Mit Biontech/Pfizer und Moderna liegen nun zwei Anträge für eine Impfstoff-Zulassung in der EU vor. Bildrechte: imago images / photothek

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in der EU beantragt. Wie die Unternehmen mitteilten, reichten sie den Antrag auf eine bedingte Marktzulassung bereits gestern ein. Zuvor hatten sie bereits in den USA eine Zulassung beantragt. Ebenfalls für die EU reichte der US-Konzern Moderna einen entsprechenden Antrag ein.

Bis zu 1,3 Milliarden Impfdosen in Aussicht gestellt

Wie lange es dauert, bis die Ema die Anträge geprüft hat, war zunächst unklar. Biontech erklärte, sollte die Behörde eine bedingte Zulassung empfehlen, könnte der Impfstoff noch im Dezember eingesetzt werden. Die endgültige Entscheidung trifft die EU-Kommission, die in der Regel der Ema-Empfehlung folgt.

Die EU hat bereits einen Rahmenvertrag über den Kauf von bis zu 300 Millionen Dosen des Impfstoffs abgeschlossen. Nach Lieferprognosen von Biontech könnten noch dieses Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen ausgeliefert werden, im nächsten Jahr bis zu 1,3 Milliarden weitere. Die Impfung erfolgt in zwei Dosen. Das Unternehmen kündigte bereits an, es werde nicht "ein Land alles erhalten", sondern die Impfstoffdosen sollten "fair" verteilt werden.

Hohe Wirksamkeit in allen Altersgruppen

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer bietet den Unternehmen zufolge einen 95-prozentigen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung. Dabei sei es über alle Altersgruppen und andere demografischen Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen. Unklar ist allerdings noch, ob der Impfstoff auch vor der Infektion und einer möglichen Weitergabe des Virus schützt.

Zulassungsverfahren laufen zudem bereits in Großbritannien, Australien, Kanada und Japan. Weitere Anträge weltweit sind laut Biontech/Pfizer geplant.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2020 | 11:30 Uhr