Corona-Krise Blutkonserven werden knapp

In Mitteldeutschland sind Blutkonserven knapp. Der Vorrat sei stark geschrumpft, warnt das Deutsche Rote Kreuz. Vor allem die Universalblutgruppen Null positiv und Null negativ fehlen zurzeit. Der Vorrat reiche nur für etwa zwei Tage. Schuld daran sind die Corona-Krise und die nicht ausreichende Spendenbereitschaft.

Person hält Beutel mit gespendetem Blut
Die anstehende Erkältungssaison könnte den Mangel an Blutspenden noch weiter verschärfen. Bildrechte: imago/PhotoAlto

Vor allem die Universalblutgruppen Null positiv und Null negativ fehlen zurzeit. Der Vorrat reiche nur für etwa zwei Tage, erklärt das Deutsche Rote Kreuz und verweist darauf, dass es schon vor Monaten auf die Situation in Sachen Blutspende aufmerksam gemacht, sich seither aber nichts Wesentliches verbessert habe.

Nico Feldmann vom DRK-Blutspendedienst Erfurt sagt, dass in erster Linie neue Spender fehlen: "Wir brauchen allein in Deutschland täglich circa 15.000 Spenderinnen und Spender, um den Bedarf sicher zu stellen. Die Mehrheit der Spender ist allerdings schon etwas älter. Deswegen brauchen wir Spendernachwuchs."

Erkältungssaison führt zu Spenderausfall

Das Universitätsklinikum in Halle bestätigt den momentanen Engpass. Die nun beginnende Erkältungssaison könnte die Situation weiter verschärfen, weil Spender krankheitsbedingt ausfielen, warnte Julian Hering, Leiter der Transfusionsmedizin am Mittwoch in der "Mitteldeutschen Zeitung".

Auch das Herzzentrum Leipzig kämpfe mit einem Mangel an Konserven, erklärt dessen Leiter Prof. Michael Borger in der MDR-Sendung "Hauptsache gesund":

Das beeinflusst uns täglich in der Klinik. Wir müssen täglich gucken, ob wir morgen tatsächlich genug Fremdblut für den OP-Plan haben.

Corona-Krise und Blutknappheit

Alle sieben Sekunden braucht ein Patient in deutschen Krankenhäusern eine Bluttransfusion. Die aktuelle Knappheit hat auch mit der Corona-Krise zu tun. Als die Pandemie begonnen habe, sei die Spendenbereitschaft stark eingebrochen, erklärt Nico Feldmann vom DRK Erfurt. Große und kleine Spendenaktionen, zum Beispiel in Firmen, fielen weg, auch Schulen und öffentliche Einrichtungen seien gesperrt gewesen.

Inzwischen wird zwar wieder mehr gespendet, doch immer noch zu wenig. Und nicht nur Corona ist schuld. Die Spendenbereitschaft nimmt generell ab, in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent.

Blutspendeaktion des MDR

Das MDR-Magazin "Hauptsache gesund" hat in der vergangenen Woche eine Blutspendeaktion gestartet. Bis zum 3. Dezember sollen mindestens 1.000 Menschen in Mitteldeutschland zum Blutspenden motiviert werden. Der Vorgang dauert in der Regel nur zehn Minuten. Dabei wird meist ein halber Liter Blut abgenommen.

Hier finden Sie alle Informationen zur Aktion:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Oktober 2020 | 10:00 Uhr