Verbreitung von "Fake News" Facebook löscht Konten von Bolsonaro-Netzwerk

Ein Mitarbeiter von Präsident Jair Messias Bolsonaro soll Ermittlungen zufolge als Kopf dieses Fake-News-Netzwerks dahinterstehen. Auch Mitarbeiter der drei politisch aktiven Söhne des Präsidenten sollen dem Ring angehören, der falsche Profile zur Verbreitung der gefälschten Nachrichten auf den Plattformen schuf.

Jair Bolsonaro
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro soll in ein Fake-News-Netzwerk verwickelt sein. Bildrechte: dpa

Facebook und die angeschlossene Plattform Instagram haben am Mittwoch eine Reihe von Seiten und Nutzerkonten wegen der Verbreitung von Falschnachrichten gelöscht. Das berichteten brasilianische Medien.

Falschnachrichten über Covid-19

Bolsonaros Medienassistent Tercio Arnaud Tomaz soll der Kopf des aufgeflogenen Netzwerkes sein. Tomaz soll für Angriffe auf politische Gegner sowie Verfassungsrichter in Sozialen Netzwerken verantwortlich sein und sogenannte Fake News über Covid-19 verbreitet haben.

Die weiteren Mitglieder des Netzwerks sind ebenfalls mit öffentlichen Geldern bezahlte Assistenten der Bolsonaro-Söhne und Bolsonaro nahestehenden Abgeordneten. Durch Datenanalysen von Facebook und Instagram sei es gelungen, die Urheber der Falschprofile zu ermitteln, hieß es.

Ermittlungen wegen verschiedener Fake-News-Netzwerke

Facebook habe 35 Benutzerkonten, 14 Seiten sowie eine Gruppe gelöscht. Insgesamt folgten 883.000 Benutzer diesen Facebook-Identitäten. Instagram löschte derweil 38 Benutzerkonten, die auf 917.000 Follower kamen.

Derzeit stehen Bolsonaro und seine Söhne wegen verschiedener Ermittlungen der brasilianischen Justiz rund um Fake-News-Netzwerke unter Druck. Zum einen wird gegen Bolsonaros 2018 siegreiche Wahlkampagne ermittelt, die unerlaubte Spenden zur Verbreitung von Falschnachrichten erhalten haben soll.

Zudem ermittelt der Oberste Gerichtshof gegen ein Netzwerk, das zur Absetzung des Gerichtshofs und des Kongresses aufgerufen hat. Bolsonaros Söhne sowie dem Präsidenten nahestehende Blogger und Abgeordnete sollen verwickelt sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2020 | 11:00 Uhr

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