Coronavirus Zahl der Neuinfektionen hat um ein Drittel zugenommen

Binnen Wochenfrist hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland von 3.100 Fällen in der Vorwoche auf mehr als 4.000 zugelegt. Das Infektionsgeschehen liegt damit auf gleichem Niveau wie Ende Mai.

Ein Schild mit der Aufschrift «Stopp! Ab hier ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht!» steht in einer Fußgängerzone.
Die Politik mahnt – ganz im Sinne dieses Schildes auf der Nordsee-Insel Norderney – die Einhaltung der "AHA-Regeln" an. Bildrechte: dpa

In den vergangenen sieben Tagen haben die Kreise und Städte 4.061 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Datenprojekts "Risklayer" hervor. Das entspricht 580 Neuinfektionen pro Tag. Im Sieben-Tage-Zeitraum davor waren es noch 3.128 Neuinfektionen, was einem täglichen Schnitt von 447 Neuinfektionen pro Tag entsprach.

Am gestrigen Dienstag meldeten die Kreise und Städte laut Risklayer 572 Neuinfektionen. Den größten Anstieg gab es in Nordrhein-Westfalen – um 185 Fälle. In Bayern gab es demnach 91 neue Fälle, in Baden-Württemberg 66. In Mitteldeutschland wurden insgesamt 14 Fälle neu gemeldet (Sachsen: 7, Thüringen: 2, Sachsen-Anhalt: 5).

Niveau wie Ende Mai

Das Infektionsgeschehen hat deutschlandweit damit das gleiche Niveau erreicht wie in der Zeit Mitte Mai. Damals war die erste Infektionswelle gerade am Abklingen. Die neuerliche Zunahme der Infektionsfälle hat bereits eine Debatte über eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer in Gang gesetzt und das Robert Koch-Institut dazu veranlasst, eine weitere Einhaltung der "AHA-Regeln" (kurz für Abstandhalten, Händewaschen, Alltagsmaske) anzumahnen.

Nur wenige neue Corona-Infektionen werden laut RKI-Chef Lothar Wieler von Reiserückkehrern mitgebracht. Vielmehr gebe es bundesweit ein diffuses Infektionsgeschehen. Einer der Gründe für die Zunahme, implizierte Wieler bei seinen Ausführungen am Dienstag, seien Zusammenkünfte und Partys, bei denen die Corona-Regeln missachtet würden.

R-Wert weiter über 1,00

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, schätzt das Robert Koch-Institut deutschlandweit aktuell auf 1,25 (berücksichtigt wurde dabei der Datenstand vom 28. Juli, 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert aktuell bei 1,12. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,00 gehalten werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 29. Juli 2020 | 19:30 Uhr

77 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 7 Wochen

"Faultier, die Infizierungsherde sind die illegalen Partys, Beerdigungen, Feiern, Beerdigungen, mittlerweile Kneipen, wo die Regeln nicht eingehalten werden... Und diese Leute infizieren an anderer Stelle, wie im Supermarkt, auf Arbeit, in der Familie, weitere Menschen, die das dann auch noch weitertragen. In die Nächste Kneipe, ihren Supermarkt ect. "

man beachte das die Partyszene in Berlin immer aktiv war, damit geht ihr Fazit ad absurdum

JanoschausLE vor 7 Wochen

Also covid19 noch immer mit einer Grippewelle gleichzusetzen, das übersteigt bei der Lage, bei dem in der ganzen Welt Bekannten schon lange den Grad von NUR "Beratungsresistent".

JanoschausLE vor 7 Wochen

... Übrigens, die Antikörper bauen sich wieder ab. Bei einer nochmaligen Infektion würde ich nicht darauf vertrauen, dass es da auch wieder glimpflich wird.
Wenn Sie russisch Roulette mit sich spielen wollen, Schattenseite, dann ziehen Sie nicht andere Menschen ungewollt in Ihr Spiel rein.