Bildung Wie geht es weiter an den Hochschulen in Mitteldeutschland?

Wie auch die Schulen mussten die Hochschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Präsenzlehre aussetzen. Zu groß ist die Gefahr, dass die Studierenden sich gegenseitig anstecken. Doch wie geht es weiter? Eine Übersicht über das Vorgehen in Mitteldeutschland.

Leere Sitzreihen in einem Hörsaal
Auch nach dem 4. Mai bleiben die meisten Hörsäle verwaist. Hauptsäule der Lehre ist derzeit der digitale Unterricht. Und das wird wohl auch noch ein wenig so bleiben. Bildrechte: colourbox.com

Auf dieser Seite:

Wie geht es weiter an den Hochschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen? Im Allgemeinen lässt sich ein Trend feststellen: Vorsichtige Öffnung ab Beginn der Woche ab 20. April und ab 4. Mai erste kleinere Lehrveranstaltungen an den Universitäten. Große Vorlesungen fallen bis auf weiteres aus und werden durch digitale Formate ersetzt. Lesen sie hier, wer was konkret plant*.

Sachsen

Gebäude der TU Dresden
Derzeit ist alles ruhig auf dem Campus der TU Dresden. Wann hier wieder voller Regelbetrieb herrscht, weiß niemand zu sagen. Bildrechte: Nils Eisfeld

 Technische Universität Dresden

  • Rektorat und Krisenstab arbeiten derzeit an einem konkreten Plan für den Wiedereinstieg in die Präsenzlehre.
  • Ab dem 4. Mai finden nur ausgewählte Lehrveranstaltungen in Präsenz statt.
  • Ab 20. April wurde der Forschungsbetrieb in den Laboren schrittweise wieder aufgenommen.
  • Regelungen zum Prüfungsbetrieb oder dem Nichtanrechnen von Prüfungen werden derzeit erarbeitet.

Technische Universität Chemnitz

Regelungen ab dem 4. Mai:

  • die Universitätsbibliothek kann zur Aus- und Fernleihe genutzt werden.
  • In Laboren oder Reinräumen können dringende und unaufschiebbare Arbeiten in Lehre (v. a. Abschlussarbeiten) und Forschung stattfinden.
  • ausgewählte Lehrveranstaltungen werden als Präsenzveranstaltungen durchgeführt.
  • Prüfungen, Verteidigungen bzw. Kolloquien von Abschlussarbeiten, sofern nicht verschiebbar, werden im Rahmen von Präsenzveranstaltungen durchgeführt.

Bergakademie Freiberg 

  • Der Beginn von Präsenzveranstaltungen (Vorlesungen, Übungen etc.) wird frühestens auf den 4. Mai verschoben.
  •  Der Beginn der Präsenzlehre in den Fremdsprachenkursen und den Deutschkursen für ausländische Studierende wird ebenso frühestens auf den 4. Mai verschoben.
  • Schriftliche Prüfungen sind seit dem 17. März bis auf weiteres ausgesetzt.
  • Mündliche Prüfungen sind seit dem 17. März ebenfalls bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt. Bei zwingender Notwendigkeit können sie digital durchgeführt werden.

Universität Leipzig

  • ab 21. April: Schrittweise Öffnung der Universitätsbibliotheken in Leipzig.
  • ab 21. April: Forschungsbereiche, die Labore nutzen, können dort wieder intensiver arbeiten.
  • ab 4. Mai: Ausgewählte kleinere Präsenzveranstaltungen werden wieder abgehalten.
  • Große, klassische Vorlesungen werden bis auf weiteres ausgesetzt und mit digitalen Formaten ersetzt.

Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn-Bartholdy" Leipzig

  • Die Hochschule bleibt bis zum 3. Mai geschlossen.

Sachsen-Anhalt

Luftbild des Campus der medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg
Der Campus der medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg aus der Luft. Bildrechte: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Präsenzveranstaltungen und Prüfungen auf dem Campusgelände sollen ab 4. Mai unter bestimmten Bedingungen möglich sein. 

 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

  • Am 20. April sind alle Online-Lehrveranstaltungen gestartet.
  • Bei den Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen ist in Ausnahmefällen Präsenz auf dem Campus möglich.
  • Ab 4. April soll es möglich sein, kleiner Gruppen in Präsenzveranstaltungen zu unterrichten. Ebenso sollen Laborpraktika oder kleinere Übungen durchgeführt werden können.
  • Regelungen zu einer Öffnung der Universitätsbibliothek werden derzeit erarbeitet und könnten ab dem 4. Mai gelten.

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

  • Der Start des Lehrbetriebs im Sommersemester wurde auf den 20. April 2020 verschoben. Veranstaltungen sind bis zum 31. Mai 2020 abgesagt.
  • Die Eignungsprüfungen finden ausschließlich digital statt. Es gibt keine Präsenz vor Ort. 

 Thüringen

Bibliothek
Die Bibliothek der Universität Erfurt. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Universität Erfurt

  • Der Start des Sommersemesters wird mindestens auf den 4. Mai verschoben.
  • Bis dahin werden alle Veranstaltungen abgesagt.
  • Die Universität informiert auf ihrer Website, wenn Veranstaltungen wieder stattfinden.

 Friedrich-Schiller-Universität-Jena

Bis zum Vorlesungsbeginn am 4. Mai gelten folgende Regeln:

  • Bereits angekündigte Prüfungen des Wintersemesters 2019/20, die nicht digital ersetzt werden können, können vom 20. April an stattfinden.
  • Praxisveranstaltungen (z.B. Laborpraktika, Praktika im Rahmen von Abschlussarbeiten etc.), die nicht digital ersetzt werden können, können ab dem 20. April stattfinden.
  • Prüfungen des Sommersemesters, die nicht digital unterstützt durchgeführt werden können, können in Präsenzform geplant werden.

Technische Universität Ilmenau

  • Seit 20. April 2020 stellt die TU Ilmenau verbindliche, das heißt prüfungsrelevante Online-Lehrangebote bereit. Informationen zu den einzelnen E-Learning-Angeboten werden auf den Websites der jeweiligen Fakultät sukzessive bereitgestellt.
  • Lehrveranstaltungen in Präsenzform starten nicht vor dem 4. Mai. Präsenzveranstaltungen ab dem 4. Mai beschränken sich auf Praktika, Seminare und Übungen in Kleingruppen. E-Learning-Angebote werden fortgeführt. Die Vorlesungszeit endet regulär am 17. Juli 2020.
  • E-Learning-Angebote sollen grundsätzlich seitens der Lehrenden aufgezeichnet werden, um Studierenden jederzeit zugänglich zu sein.

Bauhaus-Universität Weimar

  • Der Start des Sommersemesters wird auf den 4. Mai verschoben.
  • Es wird keine Präsenzveranstaltungen geben, sondern auf digitales Lernen umgestellt.
  • Sollte es Probleme mit Fristen oder Regelstudienzeiten geben, werden unbürokratisch indivduelle Lösungen gefunden.
  • Keiner soll wegen Corona sein Studium aufgeben müssen.


* Wir haben uns auf die Universitäten in Sachsen und Sachsen-Anhalt und Thüringen beschränkt und exemplarisch eine Kunst- und eine Musikhochschule aufgeführt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. April 2020 | 08:30 Uhr