"Zeit"-Umfrage Corona-Ansteckungsrate im Einzelhandel unter Durchschnitt

Die Corona-Ansteckungsrate ist bei Beschäftigten von Supermärkten und Drogerien deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer "Zeit"-Umfrage hervor. Eigentlich war genau das Gegenteil erwartet worden, da diese Bereiche des Einzelhandels auch auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie stets geöffnet waren.

Eine Kundin verpackt in einem Lebensmittelgeschäft ihre Einkäufe an der Kasse und trägt eine Maske als Mund- und Nasenschutz.
Verkäuferin und Kundin im Supermarkt mit Mund- und Nasenschutz. Bildrechte: dpa

Die Corona-Ansteckungsrate bei Beschäftigten im Einzelhandel ist deutlich geringer als zu Beginn der Pandemie befürchtet. Sie liegt sogar unter dem Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer Umfrage der Wochenzeitung "Die Zeit" bei großen deutschen Drogerie- und Supermarktketten hervor.

Nur 0,1 mit Coronavirus infiziert

Wie die "Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe am Donnerstag berichtet, ist unter den Beschäftigten der befragten Unternehmen kein höheres Infektionsgeschehen zu verzeichnen als im Bundesdurchschnitt. So habe die Drogeriemarktkette dm angegeben, dass von den 41.000 Mitarbeitern nur 0,1 Prozent positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, was etwa 40 Personen entspreche.

Bei der Drogeriemarktkette Rossmann seien es 36 Mitarbeiter von 33.400 gewesen, was ebenfalls rund 0,1 Prozent entspricht. Auch die Supermarktketten Rewe und Kaufland hätten für ihre Mitarbeiter eine Ansteckungsrate deutlich unter dem Bevölkerungsdurchschnitt gemeldet, so der "Zeit"-Bericht.

Bundesdurchschnitt mehr als doppelt so hoch

Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegt die bundesweite Infektionsrate mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 derzeit bei 0,24 Prozent. Die deutlich niedrigere Infektionsrate bei Mitarbeitern von Supermärkten und Drogerien ist auch deshalb bemerkenswert, da diese Geschäfte auch auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie durchgehend geöffnet hatten. Eigentlich war genau aus diesem Grund eine erhöhte Infektionsrate unter den Beschäftigten befürchtet worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Juli 2020 | 16:30 Uhr

4 Kommentare

Justmy2Cents vor 4 Wochen

Spuckschutzdisplays, Abstand und Masken haben dafür gesorgt, dass eine Berufsgruppe, die durch den Kontakt mit einer Vielzahl von Menschen eigentlich wesentlich stärker von Infektionen betroffen sein müsste am Ende eine Infektionsrate deutlich unter dem Bundesschnitt hat. Wie wäre der Bundesdurchschnitt, wenn wir das nicht nur beim Einkaufen sondern auch sonst gemacht hätte? Wer nun auf die Idee kommt, dass die "Einkaufsbremse" beiseite zu legen die richtige Reaktion darauf ist hat entweder nicht bis zum Schluss gedacht oder stellt recht zynisch sein empfinden für "schöne Mode" über die Gesundheit der Mitarbeiter des Einzelhandels.

Critica vor 4 Wochen

"...eigentlich war genau das Gegenteil erwartet worden..." Schöne Meldung. Ich würde mir wünschen, dass der Einzelhandel nun daraus die richtigen Schlüsse zieht und sich bei den Regierenden dafür stark macht, dass die "Einkaufsbremse" beiseite gelegt und wieder "schöne Mode" getragen wird. Und Lippenstifte... :) :)

Critica vor 4 Wochen

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