Coronavirus Krankenhäuser stocken ITS-Beatmungsplätze auf

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen ihre Möglichkeiten zur maschinellen Beatmung deutlich erhöhen. Eine MDR-Umfrage ergab, dass aktuell mindestens 2.188 Plätze zur Verfügung stehen.

 Leeres Patientenbett, bereit für die Aufnahme eines Patienten.
Mitteldeutschland will die Kapazität an Beatmungsmöglichkeiten deutlich erhöhen. Bildrechte: imago/Jochen Tack

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In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es derzeit mindestens 2.188 Krankenhausplätze mit der Möglichkeit zur maschinellen Beatmung. Das ergab eine MDR-Umfrage bei den Gesundheitsministerien der drei Länder. Rund 1.000 Betten davon könnten sofort belegt werden. Außerdem wollen alle drei Bundesländer die Zahl der Betten aufstocken – Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen ihre Kapazitäten mit Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums verdoppeln.

Patient wird künstlich beatmet: Blick auf liegenden Patienten, seitlich links oben. Patient ist an einen Schlauch sowie kleinere Schläuche oder Kabel angeschlossen. 3 min
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Es ist ein Reflex: Eine erwachsene Person atmet etwa zwölf Mal pro Minute. Was passiert aber bei einer künstlichen Beatmung?

MDR AKTUELL Mo 23.03.2020 18:42Uhr 03:14 min

https://www.mdr.de/wissen/audios/corona-beatmung-auf-der-intensivstation-100.html

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Sachsen

In Sachsen sei das Bild noch unvollständig, teilte das sächsische Gesundheitsministerium dem MDR mit. Es fragt eigenen Angaben zufolge regelmäßig die Kapazitäten ab, hat aber noch keine abschließende Datengrundlage. Nach dem vorliegenden Stand vom 25. März gibt es im Freistaat rund 1.422 Intensiv-Betten, davon 1.139 mit Beatmungsmöglichkeiten. Die freie Kapazität liegt bei mindestens rund 430. Die Zahl sowohl der Intensiv- als auch die der Intensivbetten mit Beatmungsfunktion soll dem Ministerium zufolge schnellstmöglich aufgestockt werden.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit 532 Betten mit der Möglichkeit zur maschinellen Beatmung. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Magdeburg könnten davon nahezu zwei Drittel für die Beatmung von COVID-19-Patienten freigehalten werden. Für 300 weitere Betten stehe Technik und Personal zur Verfügung. Das Bundesland wolle seine Kapazitäten mit Hilfe des Bettenprogramms vom Bundesgesundheitsministerium verdoppeln.

Thüringen

Thüringen verfügt aktuell über 517 Intensivtherapiebetten. "Weitere 270 können innerhalb von 24 Stunden aufgestellt werden", teilte das Gesundheitsministerium mit. Täglich werde die Zahl der freien Betten bei den Einrichtungen abgefragt. Stand 24. März waren es 225 - und damit 60 mehr als am Vortag. Die Krankenhäuser nähmen die Aufforderung des Ministeriums ernst, Kapazitäten für die zu erwartenden Corona-Patienten frei zu halten.

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass zur Bewältigung der Corona-Epidemie doppelt so viele Intensivbetten nötig sind, als derzeit vorhanden. Thüringen hat einen Bedarf von 780 zusätzlichen Betten angemeldet.

Aktuelle Kapazität von Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit
  Vorhanden freie Kapazitäten schnell aufstockbar angemeldeter Bedarf
Sachsen* 1.139 431    
Sachsen-Anhalt** 532 345 300  
Thüringen* 517 225 270 780

*Stand: 25.03.2020, Abfrage nicht vollständig, **Stand: 24.03.20

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 27. März 2020 | 21:45 Uhr

1 Kommentar

323 vor 9 Wochen

Wo bleibt der Artikel, dass Außenminister Maas wieder 47 Patienten aus Italien aufnehmen lässt? Keiner der Experten kann genau sagen, wie hart es Deutschland noch trifft; was wenn für die eigene Bevölkerung die Beatmungsplätze nicht reichen? Schon gestern gab es die Meldung, dass in Nürtingen alle Beatmungsplätze belegt sind; die Patienten im Alter von 36 bis 60 Jahren mussten nach Tübingen und Esslingen verlegt werden. Schon Bismark sagte:"Die Neigung sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheit, deren geographische Verbreitung sich leider auf Deutschland beschränkt."
Hilfe ja, aber die muss auch Grenzen haben.