Nachfrage gestiegen Corona-Krise sorgt für Swimmingpool-Boom

Pandemie-bedingt verbringen viele Menschen ihren Sommerurlaub zu Hause. Und denken offenbar über ein eigenes Schwimmbecken nach. Denn die Schwimmbad-Bauer können sich vor Anfragen kaum retten, heißt es. Gibt es auch einen "Pool-Boom" in Mitteldeutschland?

Kleinkind vor Swimming-Pool
Die Nachfrage nach massiven und aufstellbaren Schwimmbecken ist derzeit hoch. Bildrechte: Colourbox.de

Endlich Urlaub! Endlich die Beine ausstrecken, so richtig entspannen und dann zur Abkühlung ein Sprung ins eigene Schwimmbecken. Was für viele ein schöner Traum ist, wollen andere Wahrheit werden lassen – vor allem, wenn wegen der Corona-Krise der Urlaub zu Hause statt am Meer verbracht wird.

Doch wer jetzt noch eine Firma sucht, um sich ein massives Schwimmbecken für diesen Sommer in den Garten bauen zu lassen, dürfte enttäuscht werden, sagt Michael Kupsch. "Das ist nicht drin. Weil das betrifft ja jetzt nicht nur den Bereich Schwimmbadbau, sondern wir haben dann ja auch die Baubranche mit inbegriffen."

Das heiße, Tiefbau müsse gemacht werden, die Becken müssten gebaut werden, es seien Maurerarbeiten notwendig und da sehe es ja generell auf dem Markt etwas dünn aus.

Anfragen haben sich verdoppelt

Sein Familienunternehmen Kupsch-Schwimmbadtechnik aus Gerichshain arbeite derzeit die Aufträge aus der Zeit vor der Corona-Pandemie ab, erzählt er. Schon seit ein paar Jahren sei die Nachfrage auf einem hohen Niveau. Doch die Corona-Pandemie habe das noch einmal deutlich gesteigert.

Auf alle Fälle seien die Anfragen enorm gestiegen. "Das ist sicherlich fast verdoppelt worden die Anfragen, was das anbetrifft."

Mittlerweile flache das aber wieder etwas ab, so Kupsch. Auch andere Schwimmbadbauer berichten auf Nachfrage Ähnliches – sie hätten einen regelrechten Ansturm erlebt.

Fertige Becken und Baumaterial nicht lieferbar

Das bestätigt auch Ute Wanschura, die Geschäftsführerin des Bundesverbands Schwimmbad und Wellness.

Wir sehen zum einen gerade in diesem – ich sag jetzt mal – etwas preisgünstigerem Segment, der Mitnahme-Markt, also was Baumärkte anbieten und teilweise auch Handwerksunternehmen, da könnte man fast von einem Boom sprechen. Da sind teilweise auch die Becken ausverkauft.

Und genau das ist ein weiteres Problem. Denn selbst wenn man ein Poolbau-Unternehmen findet, das einem ein großes Kunststoff- oder Metallbecken einbauen würde, sind die gerade nicht lieferbar. Das heißt: In diesem Sommer kommt weder der aufwendig gebaute Pool noch das fertige Schwimmbecken noch rechtzeitig in den Garten.

Aufstellbare Pools als Einsteigermodell

Bleibt also nur der Gang in den Baumarkt für eine aufstellbare Übergangslösung. "Oft sind die Pools aus dem Baumarkt – ich will es mal so salopp sagen – einfach eine kleine Einstiegsdroge, wo man das einfach mal testet und sagt: Mensch das ist toll, Wasser im Garten zu haben", sagt Ute Wanschura. "Und dann überlegt man sich, wenn man das nötige Kleingeld hat, dass man dann einfach sagt: Ja komm, da machen wir im nächsten Jahr mal etwas Richtiges und erkundigen uns da mal."

Denn auch, wenn man nächstes Jahr womöglich wieder ganz ohne Einschränkungen reisen kann, dürfte so ein Schwimmbad im eigenen Garten noch ein zusätzliches kleines Urlaubsparadies für den Alltag sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2020 | 05:00 Uhr

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