Kunst und Kultur trotz Corona Wie gut sind Sachsens Museen auf die Wiedereröffnung vorbereitet?

In Sachsen öffnen die Museen wieder. Nicht nur die Betreiber hatten sehnsüchtig darauf gewartet, sondern auch viele Besucher. Es ist ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zurück in die Normalität. Auch wenn der Museumsbetrieb an sich vielen Regeln folgen muss, damit sich Besucher und Mitarbeiter dort nicht infizieren.

Wegen Pandemie vorübergehend geschlossen - Schild an der Ladentür
Sachsens Museen mussten wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen bleiben. Bildrechte: imago images/Seeliger

Zu den wichtigsten Museums-Adressen in Chemnitz gehören die Staatlichen Kunstsammlungen, die ihr zentrales Haus, das König-Albert-Museum, am Theaterplatz haben. Darüber hinaus gehören zu den Kunstsammlungen das Museum Gunzenhauser, das Henry-van-de-Velde Museum Villa Esche sowie das Schloßbergmuseum.

Ihr Generaldirektor, Frederic Bußmann, hat gemeinsam mit den Mitarbeitern alles vorbereitet, damit der Besucherbetrieb endlich wieder aufgenommen werden kann: "Wir haben im Vorfeld dafür Maßnahmenpläne und Konzepte erarbeitet. Und ab elf Uhr bis 18 Uhr Sonderöffnungszeiten, (dann) sind die Kunstsammlungen am Theaterplatz geöffnet."

"Ein erster kleiner Schritt"

König-Albert-Museum, Sitz der Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz in Chemnitz.
Auch das König-Albert-Museum in Chemnitz öffnet wieder seine Pforten. Bildrechte: imago/Hanke

Zwar bleiben Schloßbergmuseum, Museum Gunzenhauser und das Henry-van-de-Velde-Museum im Augenblick noch geschlossen. Bußmann hofft aber, dass auch diese in den nächsten Wochen wieder öffnen können.

Ein erster kleiner Schritt sei getan, dennoch werde es auch hier Einschränkungen geben, damit Besucher und Mitarbeiter so gut wie möglich keinem Infektionsrisiko ausgesetzt werden.

Für die Besucherinnen und Besucher haben wir verschiedene Regeln aufgestellt, die sie im Prinzip auch schon aus Supermärkten kennen.

Frederic Bußmann Generaldirektor Staatliche Kunstsammlungen Chemnitz

So gelte auch in den Museen ein Mindestabstand von 1,50 Meter. Zudem gelte die Mund-Nasen-Schutzmaskenpflicht und eine Begrenzung der Personenanzahl in den Räumen. In den großen Räumen können sich Bußmann zufolge maximal vier bis fünf Personen aufhalten.

In den kleinen Räumen sei es aber nur möglich, eine Person einzulassen: "Also eine Person pro 20 Quadratmeter. Die Aufsichten sind angewiesen, streng darauf zu achten und wichtig ist, dass es auch eine Einbahnstraßen-Regelung gibt, so dass wir möglichst vermeiden wollen, dass die Leute sich kreuzen."

Weshalb die anderen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen vorerst noch geschlossen bleiben, war eine Entscheidung der Stadt, erklärt Frederic Bußmann: "Wir wollen ausprobieren, ob das mit den Vorkehrungen, so wie wir sie am Theaterplatz getroffen haben, funktioniert. Das heißt, das ist so eine Art Testlauf und ich hoffe sehr, dass wir dann in ein oder zwei Wochen die übrigen Museen nachziehen können."

Hinweise und Abstandshalter

Auch in einem anderen großen Haus in Chemnitz, dem Staatlichen Museum für Archäologie SMAC, sind alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden. Direktorin Sabine Wolfram erklärt, dass man aber nicht nur Desinfektionsmittel oder Plakete mit Hinweisen auf die Maskenpflicht aufgestellt habe:

"Wir haben auf dem Fußboden Abstandshalter geklebt, so dass man sich ordentlich für die Kasse anstellen kann. Es gibt eine Zugangsbeschränkung an Personen pro Etage mit 50 Personen, was fortlaufend beobachtet wird vom Aufsichtspersonal, was übrigens auch Maske tragen muss."

Museum als Reiseersatz

Auf Schulklassen müssen die Chemnitzer Museen wohl vorerst verzichten, so Direktorin Wolfram, denn man könne davon ausgehen, dass im Unterricht momentan andere Aufgaben Vorrang haben. Ebenso dürften vorerst auch Touristenströme ausbleiben, was aber für das SMAC kein Problem darstellt.

Direktorin Wolfram zufolge würden 75 bis 80 Prozent der Besucher aus Chemnitz und der näheren Umgebung kommen: "Wir hoffen natürlich, dass die Bürgerinnen und Bürgern aus dem Umland, aus Chemnitz selbst, wieder Lust haben, etwas zu erleben. Und ich hoffe natürlich, dass die, die die Ausstellung "Leben am Toten Meer" verpasst haben, sagen da gehe ich jetzt noch hin."

Bis Mitte Juni auf alle Fälle wird diese Wanderausstellung im SMAC noch zu sehen sein. Also durchaus ein guter Tipp, nicht nur jetzt, da Reisen ans Tote Meer oder in andere Regionen im Ausland kaum möglich sind.

Was die Restaurantbetriebe in den Museen betrifft, so ist jeder Besucher gut beraten, sich einen kleinen Snack einzupacken, denn die Bistros und Restaurants dürfen noch nicht geöffnet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Mai 2020 | 08:46 Uhr