Mehr als 2.300 Fälle Zahl der täglichen Neuinfektionen wächst weiter

Piet Felber
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Am Freitag haben die Gesundheitsämter so viele neue Coronavirus-Fälle gemeldet wie seit dem Abklingen der ersten Welle Ende April nicht mehr. Die Zahlen haben sich auf hohem Niveau eingependelt – Tendenz leicht steigend.

Eine Ärztin einen Coronavirus-Test in den Händen.
Eine Ärztin mit einem Coronavirus-Test. Bildrechte: dpa

Am Freitag haben die Kreise und Städte in Deutschland 2.361 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Mehr Fälle wurden zuletzt am 23. April gemeldet. Die über sieben Tage gemittelte Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt nun bei 1.776. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich in dieser Woche auf diesem Niveau eingependelt, mit leicht steigender Tendenz.

Die meisten neuen Fälle am Freitag wurden den Angaben nach in Nordrhein-Westfalen gemeldet (546), gefolgt von Bayern (433) und Baden-Württemberg (290). In Mitteldeutschland wurden 154 neue Fälle registriert – 92 in Sachsen, 41 in Sachsen-Anhalt, 21 in Thüringen.

Tests und Positivenquote

Die Zahl der durchgeführten Corona-Tests in der nun zu Ende gehenden Woche wird das Robert Koch-Institut im Laufe der nächsten mitteilen. In der letzten Woche war die Zahl der Tests leicht auf knapp 1,1 Millionen Tests gesunken. Die Quote der positiven Tests stieg dabei auf 1,19 Prozent. Die Zahl der Neuinfektionen in der aktuellen Woche deutet darauf hin, dass die Dynamik aus der Vorwoche sich mindestens verstetigt haben dürfte. In den letzten drei Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen damit von Woche zu Woche leicht linear angestiegen, von starkem, exponentiellen Wachstum wie Anfang März ist Deutschland derzeit aber nicht betroffen.

R-Wert knapp unter 1,00

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, schätzt das Robert Koch-Institut deutschlandweit aktuell auf 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Das sogenannte "7-Tage-R" wiederum bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert aktuell bei 1,01. Beide Werte bewegen sich seit Wochen um die Grenze von 1,00. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der R-Wert langfristig darunter gehalten werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 26. September 2020 | 19:30 Uhr

87 Kommentare

MDR-Team vor 3 Wochen

Lieber Critica,
Regeln und Gesetze sind dafür da, dass sie ein friedliches Zusammenleben der Gesellschaft ermöglichen und erleichtern. Sie legen fest, was man tun muss, tun darf oder nicht tun darf. Gesetze sind oftmals auch ein Schutz. Wie im Fall der aktuellen Pandemie. Der Schutz der Risikogruppe wird in den Vordergrund gestellt.

Critica vor 3 Wochen

Liebes mdr-Team, das ist aber eine nette Umschreibung von Zwang: "Wenn man sich nicht an die Regeln hält..." Es ändert aber nichts an der Tatsache... Und Drohen ist meines Wissens auch nicht legitim - oder ist das heutzutage anders?

MDR-Team vor 3 Wochen

Lieber Critica,
es gibt keinen Zwang. Auch Menschen in diesen Einrichtungen dürfen frei entscheiden. Wenn man sich nicht an die von Arbeitgeber, Pflegeheimleitung etc. erlassenen Regeln hält, muss man dann eben die Konsequenzen akzeptieren. Wenn Sie bspw. im Büro nicht rauchen dürfen, um andere nicht zu gefährden, ist dies ja auch kein Zwang, sondern einfach eine Regelung Ihres Arbeitgebers. Wenn Sie unbedingt im Büro rauchen wollen, müssen Sie sich eben einen Arbeitgeber suchen, der dies zulässt. Es bleibt Ihre persönliche Entscheidung.
Freundliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion