Coronavirus 500 Neuinfektionen deutschlandweit – Düsseldorf überholt Gütersloh

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat sich bei mehreren Hundert pro Tag eingependelt. Der Fall Düsseldorf zeigt indes die Gefahren, die allzu sorgloses Verhalten in lauen Sommernächten mit sich bringt.

Menschen bevölkern den Burgplatz in der Altstadt von Düsseldorf.
Bei schönem Wetter versammelten sich in Düsseldorfs Altstadt im Juni mehrfach so viele Menschen, dass die Polizei einschreiten musste. Bildrechte: dpa

Am gestrigen Mittwoch haben die Kreise und Städte in Deutschland 509 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. 185 Neumeldungen entfallen demnach auf Nordrhein-Westfalen. In ganz Mitteldeutschland wurden dagegen nur sieben Neuinfektionen gemeldet (vier in Sachsen, eine in Thüringen, zwei in Sachsen-Anhalt).

Die meisten Neuinfektionen gab es in NRW allerdings nicht mehr in Gütersloh, sondern in Düsseldorf, wo gestern 41 Infektionen neu registriert wurden. Derzeit laufen in Düsseldorf Abstimmungen über weitergehende Corona-Schutzmaßnahmen.

Menschen amüsieren sich in Düsseldorf – zu sehr?

Teile der Düsseldorfer Altstadt hatten in den vergangenen Wochen wegen dichten Gedränges mehrfach von der Polizei geräumt werden müssen. Bei schönstem Wetter waren viele Tausend Menschen in die engen Altstadtgassen geströmt.

Thomas Geisel (SPD), Oberbürgermeister von Düsseldorf.
Bildrechte: dpa

Die Menschen müssen wissen: Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Es gibt weiterhin Infektionen in Düsseldorf. Möglicherweise auch durch das Gedrängel in der Altstadt begünstigt.

Thomas Geisel Düsseldorfer Oberbürgermeister

Eine Expertenrunde hatte sich in Düsseldorf gestern zunächst nicht auf Maßnahmen für die Düsseldorfer Altstadt einigen können. "Inzwischen liegen neue Vorschläge auf dem Tisch, die aber erst noch überprüft und abgestimmt werden müssen", sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch.

R-Wert unproblematisch

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, schätzt das Robert Koch-Institut aktuell auf 0,86 (berücksichtigt wurde dabei der Datenstand vom 1. Juli, 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert bei 0,79. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,00 gehalten werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 02. Juli 2020 | 19:30 Uhr

35 Kommentare

Felix vor 4 Wochen

@mattotaupa: Noch ein Nachtrag bzgl. Masern und Pocken bzw. allgemein zu Impfungen: Es gibt Krankheitserreger, die in ihrer Form konstant sind und welche, die sich ständig verändern. Grippeviren und Coronaviren gehören zu letzteren - Pocken und Masern zu ersteren. Inwieweit der Masernimpfstoff wirklich gut ist, ist dann noch eine ganz andere Frage.

Felix vor 4 Wochen

Ja, Bilder - diese bekommt man nicht mehr aus dem Kopf und dies bestimmt unser Handeln. Aber ist es wirklich so leicht, uns zu manipulieren? Fragt denn keiner mal nach, ob die Bilder zur Realität passen bzw. was die Hintergründe sind? Italien ist streng katholisch. Verstorbene werden dort normalerweise im Sarg beerdigt und nicht verbrannt (Urne). Deswegen gibt es auch vergleichsweise wenig Krematorien. Nun gab es die Anweisung, dass Coronatote wegen der Infektionsgefahr verbrannt werden müssen. Deswegen hat das Militär geholfen, die Toten zu Krematorien zu bringen. Es war kein Zeichen von wahnsinnig vielen Toten o.ä.!
"Prüft aber alles und das Gute behaltet!"

Sachse vor 4 Wochen

Guter Schwabe: FOCUS online titelt soeben: "Infektiöser als ursprüngliche Variante. Corona-Mutation erobert die Welt." Na da gibt es doch endlich die ersehnte Meldung für das weitere Regieren per Verordnung.