Maskenpflicht im Freien Ordnungsamt: Nicht zwangsläufig Bußgeld bei kurzem Maske absetzen

Bratwurstessen, Kaffeetrinken, eine Zigarette rauchen – all das ist zurzeit auf den Straßen und Plätzen in Sachsen eigentlich nicht möglich. Denn es gilt ja eine Maskenpflicht. Und wie soll man trinken, essen oder rauchen, wenn die Maske den Mund bedeckt? Und tatsächlich gibt es viele Menschen, die die Maske absetzen, um sich was in den Mund zu schieben. Drohen dann Strafen?

Menschen in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in der Innenstadt von Heidelberg.
An allen Orten in Sachsen an denen man Menschen trifft, gilt eine Maskenpflicht. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Wer momentan durch die Leipziger Innenstadt läuft, der sieht immer mal wieder Menschen, die sich die Maske unter das Kinn geschoben haben, um zu rauchen oder um zu essen oder zu trinken. Prinzipiell sei das kein Problem, sagt Thomas Schmidt, Abteilungsleiter im Leipziger Ordnungsamt.

Es gebe zwar eine Maskenpflicht, doch in der Regel werde zum Beispiel bei Rauchern ein Auge zugedrückt, sagt Schmidt: "Man kann ja nun nicht das Laster Rauchen prinzipiell verbieten. Dieses Gewohnheitsrauchen muss schon in irgendeiner Weiße ohne gefährdende Aspekte möglich sein."

Einsichtig sein und Kontakte vermeiden

In Sachsen sind die Coronazahlen besonders hoch – und deshalb hat der Freistaat eine besonders strenge Maskenpflicht. Sie gilt nicht nur in Fußgängerzonen, sondern überall, wo man auf Menschen trifft, also unter Umständen auch vor der eigenen Haustür, im eigenen Viertel, auf dem Spielplatz oder auf dem Parkplatz vorm Supermarkt.

Dennoch werde nicht zwangsläufig ein Bußgeld verhängt, wenn man ohne Maske erwischt werde, sagt Thomas Schmidt: "Das kommt auch ein bisschen auf das Miteinander an. Das kommt darauf an, wie die Raucherin, der Raucher sich verhält, sich einsichtig erklärt, dann kommt es uns eher auf eine Änderung der Verhaltensweise an, als darauf, ein Bußgeld zu erheben."

Es gehe darum, Kontakte und damit die Ansteckungsgefahr zu vermeiden, betont Schmidt vom Ordnungsamt: "Auch die Raucher sollten sich fragen, muss ich jetzt hier rauchen oder geht es darum, mein Umfeld und mich selbst zu schützen und rauche ich die Zigarette oder die E-Zigarette gegebenenfalls an einer anderen Stelle. Das ist das A und O."

Auf stark belebten Plätzen Maske aufbehalten

Es gelte eine einfache Faustregel, sagt Schmidt vom Leipziger Ordnungsamt: Dort, wo es stark belebt sei, sollte die Maske bei wirklich jedem jederzeit vor Mund und Nase sein. Dort, wo weniger Menschen unterwegs seien, könne sie auch mal abgesetzt werden, um zu rauchen oder um Getränke und Speisen zu sich zu nehmen, sagt Schmidt weiter.

Viele andere Städte in Sachsen handhaben das ähnlich. Dresden zum Beispiel. Die Stadt teilte auf Anfrage von MDR AKTUELL schriftlich mit: "Die Beurteilung, ob das Nichttragen der Mund-Nasenbedeckung zum Zweck des Rauchens oder der Nahrungsaufnahme einen bußgeldbewehrten Verstoß darstellt, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab und liegt somit im pflichtgemäßen Ermessen der Bediensteten. Nennenswerte Probleme gab es in diesem Zusammenhang bislang nicht."

Bußgeld von 60 Euro möglich

Auch die Ordnungsamtsmitarbeiter in Chemnitz gingen nach Augenmaß vor, erklärte ein Sprecher der Stadt. Nur selten würden die Kontrolleure auf ihren Streifen auf Maskenverweigerer treffen, sagt Thomas Schmidt: "Es ist auch nicht auszuschließen, dass wir mal ein Bußgeld erheben müssen, wenn das durch die Raucherin oder den Raucher notorisch demonstrativ gemacht wird und vielleicht auch eine Meinungskundgabe erfolgt, dass man das alles für sinnlos hält. Dann würden wir schon auch mal härter durchgreifen."

Bisher sei das aber noch nicht vorgekommen, ergänzt Thomas Schmidt vom Ordnungsamt Leipzig. Sollte es hart auf hart kommen, dann droht übrigens ein Bußgeld von 60 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2020 | 08:07 Uhr

20 Kommentare

MDR-Team vor 4 Wochen

Liebe Nutzer, bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Es geht hier nicht um vergangene Grippe-Wellen, sondern um die aktuelle Situation durch den Corona-Virus. Wir behalten uns vor themenfremde Kommentare auf Grundlage unserer Richtlinien nicht freizugeben.

Ein Faktencheck zeigt: Das Coronavirus ist ansteckender, die Krankheit nach den bisher vorliegenden Daten gefährlicher als eine Grippe. Das liegt daran, dass es in der Bevölkerung noch keine Grundimmunität gibt, zudem fehlen wirksame Medikamente und Impfungen. Der verharmlosende Vergleich mit den Todeszahlen der extremen Grippewelle 2017/2018 führt in die Irre, da unterschiedliche Zahlen und Zeiträume verglichen werden - mehr dazu bei den Kollegen der Faktenfinder:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-grippevergleich-101.html

Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

Ekkehard Kohfeld vor 4 Wochen

"Und nicht bei 25000... Manche sollten mal ihre Bildung nicht nur aus der Bild holen..."

Und nicht die Zahlen des RKI verdrehen.😡😡😡

Grippewelle war tödlichste in 30 Jahren - Deutsches Ärzteblatt
Berlin – Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, heute mit Blick auf eine eigene aktuelle Auswertungen erklärte. Es gebe auch saisonale Wellen mit wenigen Hundert Todesfällen.

MDR-Team vor 4 Wochen

Hallo,
wie oben zu lesen handelt es sich nicht um Behauptungen, sondern um wissenschaftliche Erkenntnisse aus vorangegangen Maßnahmen.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion