Corona-Krise Kein gesetzlicher Bonus für Krankenpflege geplant

Im Mai hat der Bund eine gesetzliche Regelung für Prämien von bis zu 1.500 Euro in der Altenpflege beschlossen. Auch Krankenhausträger können einen solchen Bonus erhalten – eine gesetzliche Regelung halten Union und SPD für überflüssig.

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Im Gegensatz zur Altenpflege haben Kranken- sowie Heilerziehungspfleger keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Bonus in der Corona-Krise. Bildrechte: dpa

Union und SPD sehen keine Notwendigkeit, einen Corona-Bonus auch für die Krankenpflege per Gesetz auf den Weg zu bringen.

Die CDU-Gesundheitspolitikerin Karin Maag sagte MDR AKTUELL, bei der Altenpflege habe der Bund eingegriffen, weil dort generell schlechter gezahlt werde als in der Krankenpflege. Zudem habe man so verhindert, dass die Kosten für die Prämien den Bewohnern in Rechnung gestellt würden.

Krankenhausträger müssen sich um Boni kümmern

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, Sabine Dittmar, sagte, auch Klinikpersonal könne einen Bonus bekommen, kümmern müssten sich jedoch die Krankenhausträger. Der Bund habe Prämien bis 1.500 Euro für alle Berufsgruppen sozialversicherungs- und steuerfrei gestellt. Dittmar verwies darauf, dass verschiedene Einrichtungen bereits einen Bonus für Krankenpflegekräfte zahlten. Den gesetzgeberischen Handlungsbedarf sehe sie daher nicht.

Träger von Kliniken könnten Prämien über die Krankenversicherungen refinanzieren. In der Altenpflege habe der Bund eingegriffen, um zu vermeiden, dass Prämienzahlungen am Ende die Heimkosten für Bewohner steigen ließen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband beklagte, dass Behinderteneinrichtungen bei den Bonuszahlungen vergessen worden seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2020 | 08:09 Uhr