Coronavirus-Teststrategie Weniger Tests, mehr positive Ergebnisse

Die angepasste Corona-Teststrategie des Robert Koch-Instituts zeigt erste Ergebnisse: So wurde in der vergangenen Woche weniger getestet, zugleich stieg der Anteil der positiven Testergebnisse deutlich. Zuletzt war die sogenannte Positivenquote Ende April und Anfang Mai ähnlich hoch wie jetzt.

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Corona-Test einen Abstrich von einer Frau.
Das RKI empfiehlt, nur noch Menschen mit Covid-Symptomen zu testen, um Labore zu entlasten. Bildrechte: dpa

In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in der vergangenen Woche deutlich weniger Corona-Tests durchgeführt worden.

Demnach ging die Zahl zwischen dem 9. und 15. November auf 1,38 Millionen Tests herunter. In den zwei Wochen davor wurden jeweils etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland auf das Coronavirus getestet.

Die Zahl der positiven Tests blieb dagegen auf einem ähnlich hohen Niveau – auf die Woche gerechnet wurden laut RKI 124.580 Infektionen entdeckt, nach 125.680 in der Woche davor. Entsprechend stieg der Anteil positiver Tests an den Gesamttests – die sogenannte Positivenquote – auf 9 Prozent.

Neue Teststrategie scheint erfolgreich

Das RKI hatte zuletzt eine andere Teststrategie empfohlen, nach der nur Menschen mit Symptomen getestet werden sollen. Wer dagegen trotz Risiko-Kontakten symptomfrei bleibt und nicht einer Risikogruppe angehört oder in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, soll demnach nicht getestet werden, um Testlabore nicht unnötig zu belasten.

Ein Erfolg dieser Strategie zeichnet sich ab: Nicht nur die Positivenquote steigt erheblich, auch der Rückstau von Tests konnte in den vergangenen Wochen deutlich verringert werden. Während sich vor drei Wochen noch fast 100.000 Corona-Tests in den Laboren stauten, sind es jetzt nur noch knapp 24.000.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 19. November 2020 | 19:30 Uhr