Neuartiges Coronavirus Mann in Bayern infizierte sich bei chinesischer Kollegin

Der erste Patient in Deutschland, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist, hat sich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Das bestätigte das Bayerische Gesundheitsministerium. Das Robert Koch-Institut spricht von der ersten Mensch-zu-Mensch-Infektion außerhalb Asiens.

Plakate am Flughafen Tegel weisen auf die Gefährdung durch den Coronavirus hin
Plakate am Flughafen Berlin-Tegel weisen auf die Gefährdung durch das Coronavirus hin. Bildrechte: dpa

Der erste in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Patient hat sich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Das teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. Bei dem Erkrankten handelt es sich demnach um einen 33-jährigen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto.

Der 2019-nCoV-Patient wird im Münchner Klinikum Schwabing behandelt. Es geht ihm nach Aussage des Bayerischen Landesamts für Gesundheit gut. Er sei isoliert, die Krankheitssymptome nicht schwer. Etwa 40 Kontaktpersonen des Mannes würden auf eine mögliche Infektion überprüft.

Chinesin mit Kontakt nach Wuhan

Nach Angaben von Webasto hatte der Infizierte am 22. Januar in der Firmenzentrale im Landkreis Starnberg an einer Schulung gemeinsam mit der Kollegin aus Shanghai teilgenommen.

Die Webasto-Mitarbeiterin habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern aus der besonders stark betroffenen Region Wuhan gehabt. Sie sei am 23. Januar wieder nach China zurückgeflogen. Auf dem Heimweg habe sie sich krank gefühlt und sei dann positiv getestet worden.

RKI: Erste Mensch-zu-Mensch-Infektion außerhalb Asiens

Beim Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich offenbar um die erste bekannte Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens. Bislang sei außerhalb des Ursprungslands China nur eine Übertragung von Mensch zu Mensch in Vietnam nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts in Berlin.

EU will Abwehr koordinieren

Deutsche Behörden und Mediziner warnten vor Panikmache. Wie das Bayerische Rote Kreuz mitteilte, stehen zwölf Schnelleinsatzgruppen
bereit. Diese Sondereinheiten seien auf die Behandlung, Betreuung und den fachgerechten Transport von beispielsweise hochinfektiösen
Patienten spezialisiert.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus will die EU-Kommission ein koordiniertes Vorgehen aller EU-Länder bei der Überwachung von Einreisen. Man habe deshalb um detaillierte Informationen gebeten, hieß es am Dienstag nach einer Sitzung des Ausschusses für Gesundheitssicherheit in Brüssel.

4.500 Infizierte und mehr als 100 Tote

In China ist die Zahl der Erkrankten weiter gestiegen. Behörden sprechen derzeit von mindestens 4.500 infizierten Menschen. Die Zahl der Toten stieg nach Angaben der chinesischen Regierung auf 106. In der Metropole Wuhan hatten sich Menschen zuerst mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Bundeswehr plant, Deutsche aus der Region in ihre Heimat zurückzuholen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2020 | 00:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 07:29 Uhr