Schutz vor Ansteckung Coronavirus: Was tun bei einer möglichen Infektion?

Schon seit über einem Monat geht das Coronavirus um. Die Sorge, dass sich das Virus plötzlich genauso schnell in Deutschland verbreiten könnte, wie in Italien, wird größer. Vielleicht haben Sie sich selbst auch schon gefragt: Wie verhalte ich mich eigentlich, wenn ich denke, dass ich mich infiziert haben könnte? Und: Zahlt die Krankenkasse den Test auf das Coronavirus?

von Raja Kraus, MDR AKTUELL

Eine Frau und ein Mann mit weißen Atemschutzmasken.
In Norditalien breitet sich das Coronovirus aus. Die Sorge, dass es auch in Deutschland so kommen könnte, wächst. Bildrechte: imago images/Pacific Press Agency/Alberto Gandolfo

Leichtes Fieber, Gliederschmerzen, ein Kratzen im Hals. Das können Symptome einer Erkältung oder gar Grippe sein. Aber eben auch die ersten Anzeichen einer Coronavirus-Infektion.

Zum Hausarzt oder Gesundheitsamt?

Steffen Heidenreich ist Vorsitzender des Sächsischen Hausärzteverbands und hat eine Hausarztpraxis im Vogtland. Er beruhigt: "Wenn Sie leichte Infektionszeichen haben und aber nicht aus einem Infektionsgebiet stammen, die jetzt benannt wurden, also Italien oder die Region Wuhan in China, dann ist zunächst erstmal nicht von einer Coronavirus-Infektion auszugehen."

In so einem Fall könne man ganz normal den Hausarzt aufsuchen und sich dort untersuchen lassen. Allerdings: Wer aus von dem Virus betroffenen Regionen kommt oder Kontakt zu einer infizierten Person hatte und Symptome aufweist, der sollte den Hausarzt lieber nur telefonisch kontaktieren oder sich an das Gesundheitsamt wenden, sagt Heidenreich.

Wann ein Test gemacht werden muss

In geschütztem Rahmen kann dann durch einen Nasen-Rachen-Abstrich auf das Coronavirus getestet werden. Ob der Abstrich gemacht wird, liegt im Ermessen des Arztes, erklärt Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen:

"Irgendeine Kontaktmöglichkeit muss es geben – die muss eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben – und der Patient muss auch Beschwerden haben. Also, wenn er beschwerdefrei ist, dann nicht. Und wenn er nicht in Norditalien war oder so, dann ist es auch nicht sinnvoll, in beiden Fällen nicht."

250 Euro pro Test – wer zahlt?

Wenn der Arzt entscheidet, dass ein Schnelltest sinnvoll ist, dann werde das in jedem Fall von der Krankenkasse bezahlt, sagt Klaus Heckemann. Das hat der Spitzenverband der Krankenkassen MDR AKTUELL bestätigt: Bei begründeten Verdachtsfällen wird der Test gezahlt. Den Abstrich beim Hausarzt einzufordern, nur um auf Nummer sicherzugehen – davon hält Heckemann allerdings nichts:

Klaus Heckemann
Klaus Heckemann ist Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Bildrechte: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen

"Das alleine zu bezahlen, halte ich aus verschiedenen Gründen für unsinnig. A kostet es ungefähr 250 Euro, B dauert es ein paar Tage bis ich das Ergebnis habe und C kann es schon dazu kommen, dass vielleicht diese Untersuchungskapazität knapp wird und die wird dann vielleicht durch irgendwelche Dinge, nur, weil der Patient das zu seiner Sicherheit machen wollte, belastet und darum sollte man das nicht machen."

Klaus Heckemann und auch Steffen Heidenreich vom Sächsischen Hausärzteverband empfehlen unterdessen etwas anderes: regelmäßig Hände waschen, auch die Hände desinfizieren, auf Handschlag verzichten. Das schützt dann nicht nur vor einer Infektion mit dem Coronavirus, sondern auch vor der Grippe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Februar 2020 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2020, 05:00 Uhr

10 Kommentare

Strafrechts-Profit-eur vor 5 Wochen

@ mdr
Dort https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/coronavirus-fragen-antworten-100.html#sprung5 steht:
"Ärzte können allerdings die Symptome bekämpfen"
Ärzte bekämpfen Symptome sehr oft mit Medikamenten. Und diese sind haben neben den Indikationswirkungen weitere Wirkungen. Da steht leider nichts dazu. Da steht nur was von Flüssigkeitszufuhr und künstlicher Beatmung.

Das Problem in der Medizin ist, dass immer nur gesagt wird, ein Mensch sei an einer Krankheit gestorben. Ein Mensch kann aber auch an einer Behandlung sterben, ohne die er vielleicht nicht an der Krankheit verstorben wäre. Und das würde ich schon ganz gern genauer wissen.

MDR-Team vor 5 Wochen

Hallo Strafrechts-Profit-eur,

zum Coronavirus haben wir sehr ausführlich in verschiedenen Artikeln berichtet. Da können Sie sich gerne mal durchklicken. Sämtliche Artikel zum Thema finden Sie hier: https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/coronavirus-was-ist-das-ansteckung-uebertragung-symptome-verlauf-100.html

Unter anderem haben wir diesen Ticker: https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/ticker-corona-virus-donnerstag-100.html

Außerdem können wir die Seite des Bundesgesundheitsministerium empfehlen, die jedes Update mit aufnimmt.

Viele Grüße die MDR.de-Redaktion

Strafrechts-Profit-eur vor 5 Wochen

@ mdr

Zum den Corona-Virus-Toten habe ich noch ein paar Fragen:
Wie alt waren die?
Lagen weitere Erkrankungen vor?
Waren Sie vorher gegen irgendwas geimpft worden?
Wieviele der Verstorbenen waren ärztlich behandelt worden und auf welche Weise?

Die wichtigste Frage ist:
Sind auch Unbehandelte verstorben?

Wenn ja, wie ist die Sterbequote bei Unbehandelten gegenüber Behandelten?

Können Sie das man nachreichen?